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22 Apr 2007 Die WM geht gut los

Am gestrigen Eröffnungstag der Snooker-WM in Sheffield fiel bereits die erste Entscheidung – und es gab dabei eine faustdicke Überraschung: Der amtierende Weltmeister Graeme Dott ist gegen Ian McCulloch nach einem eher schwachen Match ohne höhere Breaks mit 7-10 ausgeschieden.

(Höhö.)

Dott untermalt mit dieser Niederlage die Legende des »Fluchs des Crucible« – in besagtem Theater in Sheffield hat noch kein Weltmeister seinen Titel verteidigen können.

McCulloch hingegen trifft nun im Achtelfinale auf den Sieger der Partie Anthony Hamilton gegen Marco Fu und hat zudem dieses Viertel des Turnierbaums sehr viel unberechenbarer gemacht – Dott war hier recht klar favorisiert. Möglicherweise (Lies: Das wäre mein Tipp.) steigen nun die Chancen für Dotts schottischen Landsmann Stephen Maguire …

Ebenso könnte diese Erstrundenniederlage Dott die Nummer 1 in der Weltrangliste für das kommende Jahr (im Snooker wird die Weltrangliste am Saisonende für ein Jahr festgelegt) kosten, je nachdem, wie seine schärfsten Konkurrenten im sogenannten provisional ranking (der stetig aktualisierten Rangliste), Ken Doherty, John Higgins und Shaun Murphy, abschneiden …

18 Apr 2007 Eine Befürchtung zur Snooker-WM

Am Samstag startet in Sheffield die Weltmeisterschaft im Snooker, und es steht zu befürchten, dass der – mir höchst unsympathische – Schotte Graeme Dott seinen Titel verteidigen wird. Allerdings begründet sich diese Befürchtung nicht damit, dass Dott rechtzeitig zur WM die Umstellung auf ein attraktiveres, offensiveres Spiel abgeschlossen zu haben scheint und sich mit dem Sieg bei den China Open das nötige Quentchen Selbstvertrauen geholt hat. Ebensowenig war Dott der dominante Spieler der Saison 2006/07 – er holte seine Ranglistenpunkte exakt so, wie er früher Punkte in einem Match machte: häppchenweise.

Dott hat schlicht eine sehr günstige Auslosung erwischt. 32 Spieler treffen in den 16 Spielen der Auftaktrunde aufeinander. Den Turnierbaum der WM kann man in vier Viertel unterteilen, aus denen je ein Halbfinalist ermittelt wird. Dotts härteste Gegner in seinem Viertel sind auf dem Papier Marco Fu, Stephen Maguire und Mark Williams, der jedoch in dieser Saison komplett ausser Form agiert. Ich würde in diesem Viertel auf ein rein schottisches Viertelfinale Dott gegen Maguire tippen, welches Dott vermutlich für sich entscheiden könnte.

Das zweite Viertel ist die »Todesgruppe« dieser WM – hier tummeln sich John Higgins, Barry Hawkins, Neil Robertson, Ryan Day, Ronnie O'Sullivan und Ding Junhui. O'Sullivan hat mit seinem Erstrundenmatch gegen Ding, nach dem er auf Robertson oder Day treffen würde, die absolut brutalste Auslosung erwischt und sich darüber auch bereits verstimmt geäußert. Der Sieger dieser »Todesgruppe« träfe im Halbfinale auf den amtierenden Weltmeister, so Dott sein Viertel übersteht. Einen Tipp wage ich hier nicht, dafür sind in diesem Viertel zu viele »Wackelkandidaten« – kommen die jungen Leute wie Robertson, Day und Ding mit den langen Framedistanzen bei der WM klar? Kann Ronnie O'Sullivan sich ein letztes Mal in dieser Saison psychisch zusammenreißen? Findet John Higgins seine Turnierform?

Die untere Hälfte ist weit »klarer« sortiert, obwohl es natürlich bei einer WM keine leichten Gegner gibt. Dennoch gehe ich ziemlich fest davon aus, dass im dritten Viertel die favorisierten Ken Doherty, Matthew Stevens, Steve Davis und Shaun Murphy ihre Auftaktmatches gewinnen werden. Mein Kandidat für das Halbfinale wäre hier Shaun Murphy, obwohl ich Steve Davis die Daumen drücke. Im vierten Viertel schließlich sollten Peter Ebdon, Allister Carter und Stephen Hendry ebenfalls klare Auftaktsiege erzielen können, einzig Stephen Lee könnte gegen Mark Selby Schwierigkeiten bekommen. Mein Halbfinalkandidat in diesem Viertel wäre Peter Ebdon – obschon Stephen Hendry bei der WM immer ein besonderer Kandidat ist, auch wenn seine Saison bislang eher durchwachsen verlaufen ist. Kriegt er seine Konzentrationsprobleme in den Griff, könnte er ein harter Gegner sein.

02 Apr 2007 Vor der WM ist vor der WM

Noch etwas weniger als drei Wochen, dann beginnt im ehrwürdigen Crucible Theatre zu Sheffield der Höhepunkt – und gleichzeitig das Ende – der Snookersaison: Die Weltmeisterschaft. Titelverteidiger ist der mir trotz seiner Umstellung auf ein attraktiveres Spiel immer noch unsympathische Schotte Graeme Dott, der im letzten Jahr Peter Ebdon in einem Marathonfinale in die Knie zwang. Dott ist zudem frisch gebackener Champion der China Open.

Zeit für einen Saisonrückblick – wer gewann welches Main Tour-Turnier der laufenden Saison?

Bei den größeren Einladungsturnieren, die aber keine Ranglistenturnieren sind, sah es wir folgt aus:

Das provisional ranking ist leider noch auf dem Stand vor den China Open, nach dem Ken Doherty vor Graeme Dott und John Higgins führt – das dürfte sich nun zu Gunsten von Dott verschoben haben. Graeme Dott kommt also als Nr. 1 des provisional und mit dem frischen Titel der China Open zur WM, wo er Titelverteidiger ist … das erzeugt zum einen Druck, zum anderen ist es eine beeindruckende Vorlage. Subjektiv hatte ich eher das Gefühl, es sei keine allzu gute Saison für Dott gewesen.

Geht man nach Finalteilnamen bei Ranglistenturnieren, ist die »junge Garde« gut dabei, namentlich Neil Robertson mit zwei Turniersiegen, Jamie Cope mit zwei Finalniederlagen und Ding Junhui mit einem Sieg und der Niederlage im Masters. Allerdings haben junge Spieler bei der WM traditionell eher Schwierigkeiten mit den langen Matches, was speziell Cope auch zum Ende der China Open hin bereits zu schaffen machte. Am ehesten wäre aus dieser Gruppe dem Australier Robertson etwas zuzutrauen, der seine bislang beste Saison krönen könnte.

Die »alten Hasen« hatten ein eher schwieriges Jahr in puncto Turniersiege, dennoch könnte bei Ebdon, Hendry und O'Sullivan wie auch bei Higgins und Doherty die Erfahrung mit den langen Framedistanzen bei der WM ein entscheidender Faktor sein. O'Sullivan hat allerdings eine extrem schwere Auslosung – er trifft in der Autaktrunde bereits auf Ding und dann eventuell bereits auf Robertson. Ebdon könnte in der zweiten Runde bereits auf Stephen Lee treffen, der stets für eine Überraschung gut ist.

20 Mar 2007 Snooker-WM: Die erste Runde

Am 21. April beginnt die Snooker-WM im Crucible Theathre in Sheffield. Die Auslosung der Erstrundenpartien hat einige interessante Matches ergeben.

Die »heißesten« Duelle sind bereits klar: Im Duell der Youngster treffen Neil Robertson und Ryan Day aufeinander – beide hatten eine sehr gute Saison, aber das will bei der WM, wo über längere Framezahlen gespielt wird, nicht allzuviel heißen. Junge Spieler neigen dazu, über längere Distanzen mit der Konzentration zu hadern. Zwei alte Hasen treffen mit Steve Davis und John Parrott aufeinander, allerdings ist für Parrott meines Erachtens bereits die Qualifikation ein Erfolg. »Alt gegen jung« heißt es dagegen in der Neuauflage des Masters-Finales zwischen Ronnie O'Sullivan und Ding Junhui – die spannende Frage wird sein, ob Ding den Knacks des für ihn psychologisch schwierigen Finales gegen den Lokalmatadoren O'Sullivan in London bereits vollständig verwunden hat, auch bei ihm bleibt abzuwarten, ob er über die lange Distanz konstant spielen kann.

Titelverteidiger Graeme Dott hat mit Ian McCulloch keinen ganz leichten Gegner erwischt, noch dazu liegt eine schwierige Saison hinter Dott. Ähnlich interessant könnten die Paarungen Stephen Lee gegen Mark Selby, Peter Ebdon gegen Nigel Bond und Anthony Hamilton gegen Marco Fu werden.

16 Mar 2007 Die Gefallenen der WM-Qualifikation

Die fünf Qualifikationsrunden zur Snooker-WM 2007 sind abgeschlossen.

Damit steht fest, dass wir einige doch relativ prominente Namen nicht im Crucible Theatre zu Sheffield sehen werden: Mark King, James Wattana, Stuart Bingham, Alan McManus, Robert Milkins, Andrew Higginson, Barry Pinches, Jamie Cope und sogar Altmeister Jimmy White sind in der Qualifikation gescheitert.

Besonders hart traf es McManus, der in der letzten Qualifikationsrunde mit dem knappesten möglichen Ergebnis (9-10) gegen Joe Delaney unterlag. Leider schied auch der einzige Deutsche auf der Main Tour, Patrick Einsle, bereits in Runde 2 aus, womit er meines Wissens leider im nächsten Jahr nicht mehr auf der Main Tour vertreten sein wird.