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30 Apr 2007 Kalb-Interview

Ein Interview mit der Stimme hinter den deutschsprachigen Snooker-Übertragungen auf Eurosport, Rolf Kalb, findet sich im Hamburger Abendblatt.

ABENDBLATT: Wem trauen Sie dies [den WM-Titel, Anm. d. Bloggers] am ehesten zu?
KALB: Vorneweg natürlich Superstar Ronnie O'Sullivan. Hinzu kommen Neil Robertson, der als einziger Spieler in dieser Saison zwei Turniere gewann, und John Higgins. Aufgrund seiner Fitness vielleicht noch Peter Ebdon, auf jeden Fall aber Hendry. Der ist in seinem Wohnzimmer immer zu beachten. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich Graeme Dott große Chancen eingeräumt. Sein Ausscheiden unterstreicht die Unberechenbarkeit des Crucible.

Higgins unterschreibe ich sofort – der »Wizard Of Wishaw« ist in bestechender Form, spielt sagenhaft ökonomisch und dennoch bzw. gerade deshalb ein extrem sicheres Positionsspiel. Hendry ist gegen Allister Carter nach einer niederschmetternden 2. Session gestern quasi ausgeschieden (Stand 12-4 für Carter), Ebdon tut sich aktuell gegen Mark Selby ebenfalls schwer (Stand Midsession: 8-4 für Selby). Ronnie hingegen ist wie immer der Unberechenbare – im Moment scheint Neil Robertson zum Ende der 2. Session hin ausgleichen zu können (Stand vor dem letzten Frame der Session 8-7 für O'Sullivan).

(Interview via snookerblog.)

27 Apr 2007 Snooker-WM: Ein Blick auf das provisional ranking

Wie bereits angerissen geht es bei der WM in Sheffield nicht nur um den Titel des Weltmeisters, sondern auch um die neue Nummer 1 der Weltrangliste für die kommende Saison. Ein Blick in die Spitze des provisional ranking vor der WM:

  1. Graeme Dott (36 375)
  2. Ken Doherty (34 400)
  3. John Higgins (32 250)
  4. Shaun Murphy (31 300)
  5. Peter Ebdon (29 750)
  6. Ronnie O'Sullivan (29 500)
  7. Neil Robertson (29 325)

Das sind die Herren, die sich noch berechtigte Chancen auf die Position an der Spitze machen können – Dott und Doherty sind bereits ausgeschieden, erhalten also nach dem Punkteschlüssel jeweils 2 800 Punkte, die weitere Ausgangslage sieht also so aus (bereits erlangte Punkte bei der WM nur für Dott und Doherty bereits eingerechnet):

  1. Graeme Dott (39 175)
  2. Ken Doherty (37 200)
  3. John Higgins (32 250)
  4. Shaun Murphy (31 300)
  5. Peter Ebdon (29 750)
  6. Ronnie O'Sullivan (29 500)
  7. Neil Robertson (29 325)

Wirft man einen Blick auf den Punkteschlüssel, so erkennt man, dass Robertson, O'Sullivan und Ebdon schon die WM gewinnen müssten, um noch Nummer 1 werden zu können (für den WM-Sieg gibt es 10 000 Ranglistenpunkte). Murphy und Higgins hingegen reicht eine Finalteilnahme, für die es 8 000 Punkte gibt – wobei selbst Szenarien denkbar sind, in denen einem der erstgenannten drei ein Sieg nicht reichen würde, z.B. falls Robertson im Finale Higgins besiegen sollte.

Schauen wir dann nochmal auf Steve Davis, der nach seinem frühen Aus nun 26 150 Punkte hätte – würde er nicht als gesetzter Spieler nur die halbe Punktzahl erhalten, womit er bei 24 750 Punkten liegt. Seinen Traum, an seinem 50. Geburtstag im August in den Top 16 zu stehen, könnte er dennoch erfüllt bekommen. Der Abstand zu Hawkins und Day bleibt gleich, da beide ebenfalls als gesetzte Spieler in der ersten Runde ausgeschieden sind. Perry, Swail, Holt, Bond und Fu kommen mit ihren Punkte nicht an Davis ran. Das kann relativ leicht noch Carter, Selby und Stevens gelingen – Carter und Selby sind, wenn ich richtig rechne, bereits vorbeigezogen, Stevens müsste sein Achtelfinale gegen Mark Allen gewinnen, womit ein weiterer Konkurrent bereits eliminiert wäre. Allen allerdings müsste ebenso wie Anthony Hamilton und Ian McCulloch schon die WM gewinnen, um Steve noch einzuholen – und praktischerweise spielen beide im Achtelfinale gegeneinander. So lange also nicht eine kleine Sensation geschieht, können ihn (realistisch betrachtet) nur noch drei Spieler überholen, womit Steve Davis an seinem 50. Geburtstag … Nummer 16 wäre. Wenn ich mich nicht verrechnet habe ;-)

Nachtrag: Und hätte man das Global Snooker Center gekannt, hätte man sich die ganze Rechnerei sparen können

27 Apr 2007 Snooker-WM: Die Achtelfinals sind komplett

Ein beeindruckend sicherer, sehr ökonomisch spielender John Higgins und ein Allister Carter, dessen Sieg über Andy Hicks ich nicht gesehen habe, komplettieren das Feld der letzten 16 in Sheffield, sprich: Die Achtelfinalspiele laufen.

Mit Graeme Dott, Mark Williams, Barry Hawkins, Ken Doherty, Steve Davis und Stephen Lee sind bereits 6 gesetzte Spieler aus dem Turnier ausgeschieden – was natürlich nur belegt, dass es bei der WM-Endrunde keine leichten Gegner mehr gibt. Zudem sind mit Dott und Doherty die beiden Führenden des provisional ranking aus dem Rennen um die neue Nummer 1 der Weltrangliste für die kommende Saison.

Die beiden größten Überraschungen des Turniers sind für mich bislang der junge Mark Allen, den ich überhaupt nicht auf dem Zettel hatte (wenn ich ganz ehrlich bin, kannte ich den erfrischenden Youngster vor der WM noch gar nicht), und Altmeister John Parrott, der nicht nur Snookerlegende Steve Davis in einem packenden Match aus dem Turnier warf, sondern auch Shaun Murphy heute schon gezeigt hat, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Allen hingegen ringt aktuell damit, gegen Matthew Stevens ins Match zu kommen, allerdings ist es im dritten von maximal 25 Frames noch arg früh für ein Urteil.

Interessant wird es im unteren Viertel des Turnierbaums – die hier auf dem Papier favorisierten Peter Ebdon und Stephen Hendry haben sich in der ersten Runde gegen Nigel Bond bzw. David Gilbert erstaunlich schwer getan.

Das spannendste Match der Achtelfinalspiele aber ist sicherlich die Begegnung zwischen Neil Robertson und Ronnie O'Sullivan im »Todesviertel« des Turnierbaums (der Sieger hier träfe auf den Sieger der Partie zwischen Higgins und Fergal O'Brien). Beide Spieler haben sich in der ersten Runde deutlich durchgesetzt und in guter Form präsentiert, da steht uns ein spannendes und hochklassiges Match ins Haus. Ebenso interessant könnten die bereits erwähnten Achtelfinals von Ebdon (gegen den jungen Mark Selby) und Hendry (gegen Ali Carter) werden.

25 Apr 2007 Snooker-WM: Spannung durch unerwartete Ergebnisse

Wirklich spannende Begegnungen und Frames hat es bei der Snooker-WM eigentlich noch nicht gegeben, sieht man mal von der Begegnung Davis gegen Parrott ab. Die Spannung generiert sich bislang eher dadurch, dass die vermeintlichen Favoriten sich abmelden.

Nicht nur der amtierende Weltmeister Graeme Dott, gleichzeitig Nummer 1 im provisional ranking, sondern auch die Nummer 2 dieses Rankings, Ken Doherty, haben sich durch ihre Erstrundenniederlagen nicht nur aus dem WM-Turnier, sondern wohl auch aus dem Rennen um die Nummer 1 der neuen Weltrangliste verabschiedet. Ebenso draußen: Mark Williams, der eine herausragend schwache Saison mit einer Erstrundenniederlage gegen Joe Swail »krönte«. Sowas nennt man »Favoritensterben«.

Was aber wird nun mit Steve Davis' großem Traum, an seinem 50. Geburtstag im August in den Top 16 zu stehen? Ich habe leider keine Ahnung, wieviele Punkte Davis für sein Aus in der ersten Runde der WM noch kassiert, aber direkt hinter ihm im provisional stehen fast nur Spieler, die ebenfalls bereits raus (Hawkins, Perry) oder gar nicht qualifiziert sind (Cope, King, Bingham). Die Spieler, die ihm noch gefährlich werden könnten, sind wohl Ryan Day (15. im provisonal, 1850 Punkte Rückstand, liegt in der ersten Runde der WM gegen Neil Robertson aktuell 0-3 hinten), Joe Swail (20., 3000 Punkte, trifft in Runde 2 auf Stephen Maguire), Allister Carter (21., 3250 Pkt., in der ersten Runde gegen Andy Hicks), Mark Selby (22., 4150 Pkt., 1. Runde gegen Stephen Lee), Michaelt Holt (23., fast 5000 Pkt., 1. Runde gegen John Higgins) und eventuell noch Matthew Stevens (24., 5000 Pkt., 2. Runde gegen Mark Allen).

Weiterhin bleibt die Frage, wer nun die neue Nummer 1 werden kann, nachdem Dott und Doherty wohl nicht mehr in Frage kommen. Wenn wir mal davon ausgehen, dass Maguire als Nummer 11 mit über 12000 Punkten Rückstand bereits abgeschlagen ist, bleiben – in der Reihenfolge ihrer Position im provisional – John Higgins (noch nicht im Turnier), Shaun Murphy (2. Runde gegen John Parrott), Peter Ebdon (2. Runde gegen Stephen Lee oder Mark Selby), Ronnie O'Sullivan träfe in der 2. Runde auf den auf ihn folgenden Neil Robertson (1. Runde gegen Ryan Day) und schließlich Stephen Hendy, der sich gerade gegen den nahezu unbekannten David Gilbert äußerst schwer tut.

Bei Higgins wird man abwarten müssen, wie er ins Turnier kommt (1. Runde gegen Michael Holt, träfe im Siegfall auf Fergal O'Brien). Murphy sollte Parrott unter normalen Umständen schlagen können, Ebdon könnte in Runde 2 schon Schwierigkeiten bekommen, zumal sein Auftaktmatch gegen Nigel Bond wenig überzeugen war. O'Sullivan scheint mir in bestechender Form zu sein – was bei ihm nicht viel heißt, launisch wie er nun mal ist. Zudem wartet mit Neil Robertson, der mit Ryan Day scheinbar kurzen Prozeß machen will, ein harter Brocken in Runde 2. Hendry hingegen ringt nicht nur mit Gilbert, sondern auch mit der Umstellung auf ein neues Queue … kurz: es ist alles offen.

24 Apr 2007 Snooker-WM: 8 von 16

Nach drei vollständig absolvierten Spieltagen zeichnet sich ein erster Trend bei der diesjährigen Snooker-WM ab: Alles ist möglich. Knapp die Hälfte der Erstrundenbegegnungen ist nunmehr absolviert, der Titelverteidiger ist bereits draußen, ebenso Altmeister Steve Davis nach einem extrem unterhaltsamen Match im Duell der Veteranen gegen John Parrott – eines der beiden Spiele, die über die volle Framedistanz gingen. Im anderen dieser Matches fiel mit Barry Hawkins ein gesetzter Spieler gegen Qualifikant Fergal O'Brien. Die asiatische Abteilung hingegen hat bereits komplett die Segel gestrichen – Ding Junhui hatte einem geradezu leichtfüßig aufspielenden Ronnie O'Sullivan nichts entgegenzusetzen, Marco Fu musste sich ebenfalls deutlich dem »Sheriff von Pottingham«, Anthony Hamilton, beugen. Peter Ebdon, Shaun Murphy und Matthew Stevens hingegen überstanden mehr oder weniger souverän ihre ersten Matches. Ebdon hatte mit Nigel Bond durchaus zu kämpfen, Stevens hingegen vielleicht von allen den mühelosesten Auftaktsieg gegen Joe Delaney. Murphy gegen den sehr jungen Judd Trump habe ich leider nicht verfolgen können.