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14 Oct 2009 Spam-Meldung auf twitter: Wenig Transparenz

Es war überfällig: Der Microblogging-Dienst twitter bietet jetzt – meines Wissens derzeit ausschließlich über das Webinterface – eine Funktion, um Benutzerkonten zu melden, die unerwünschte Werbung, a.k.a. Spam, verbreiten.

Natürlich ist das alles (wie eigentlich ganz twitter) mehr so halbfertig bis beta, insofern erstaunt es nicht, dass twitter im offiziellen Blog bislang wenig dazu verlauten lässt, wie das genau funktionieren soll. Klar ist: Als Spam gemeldete Accounts werden:

  1. sofort aus der eigenen Followers-Liste entfernt.
  2. anscheinend von einem twitter-Team überprüft („Trust and Safety team“)

Man ist offensichtlich bemüht, dieses Werkzeug zur Verfügung zu stellen, aber gleichzeitig zu vermeiden, dass es missbraucht wird. Schöner wäre es allerdings meines Erachtens gewesen, wenigstens ein paar Informationen preiszugeben, unter welche Umständen das besagte Team ein twitter-Konto als Spam einzustufen gedenkt.

14 Sep 2009 Ein Jahr twitter

Mehr oder weniger zufällig stellte ich gerade fest, dass ich jetzt seit einem Jahr twittere.

Ich schätze, daran sieht man, wie sehr bei mir twittern mittlerweile in den täglichen Netzgebrauch integriert ist. Ich starte mittlerweile twhirl noch vor meinem Feedreader. Ich verfalle in leicht katatonische Starre, wenn twitter mal down ist. Ich benutze mittlerweile Gravity, um mobil vom Handy aus zu twittern. Und ich habe die ganze letzte Woche nicht einen einzigen Blogeintrag geschrieben.

Hmpf. Ach, egal.

20 Jul 2009 Was mich bei nokia wirklich nervt

Das nokia 5800 XM begeistert mich nach wie vor, aber die Anzahl der vorinstallierten Applikationen ist ebenso begrenzt wie deren Nutzen.

Erweiterbar wäre es mit (teils kostenlosen, teils kostenpflichtigen) Apps aus dem nokia-eigenen Ovi Store. Die Auswahl dort wächst relativ stetig und deckt halbwegs alle denkbaren Einsatzgebiete ab, soweit ich das beobachte.

Ich beobachte es jedoch bestenfalls mit einem halben Auge, denn soweit ich bislang erkunden konnte, gibt es nur eine Methode, im Ovi Store Apps zu erwerben bzw. zu bezahlen: Via Kreditkarte. Hab ich nicht, will ich nicht.

Alternative Methoden – und sei es nur PayPal oder so – bietet nokia nicht an. Sie werden vermutlich ihre Gründe dafür haben, machen diese jedoch nicht (offensichtlich) transparent. Speziell das finde ich extrem schwach.

Oder gibt es doch Alternativen und ich bin nur zu blöd, sie zu finden?

19 Jun 2009 Betroffenheit, Aktionismus und Aktivismus

Ich spare mir die Verlinkungsorgie, denn wir, die informierten Netzbürger, wissen, worum es geht – das Gesetz, von dem wir alle wissen, wie fehlgeleitet und unsinnig es ist, ist beschlossene Sache. Die „Trittbrettfahrer“, welche nun die Möglichkeiten, für welche dieses Gesetz die Grundlagen gelegt hat, ausnutzen wollen, kreisen bereits. Über die, die sich nun wundern, kann ich mich nur wundern.

Natürlich will ich niemandem verbieten, seiner Betroffenheit über diesen Gang der Dinge in Form von Blogbeiträgen Ausdruck zu verleihen. Ebensowenig will ich Euch davon abhalten, Euren Avataren „Zensiert“-Schilder um den Hals zu hängen. Bloggt ruhig zum x-ten Mal die Todesanzeige für Artikel 5.

Nur glaubt doch bitte nicht, dass das wirklich etwas bewirkt.

Wir leben, das ist nicht erst seit gestern offensichtlich, in einem Staat, in welchem 135.000 Stimmen zumindest den großen Volksparteien egal sein können. Die Reserven in der schweigend hinnehmenden Masse sind groß genug. Meines Erachtens hilft es derzeit auch nicht, auf die SPD einzuprügeln, die ihre traditionellen Werte schon vor langer Zeit verraten hat.

Natürlich hat Frank Helmschrott Recht mit seiner Aussage, die einzige Waffe seien Stift und Stimmzettel. Die Wahlbeteiligung bei der anstehende Bundestagswahl muss brummen, aber es wird nicht reichen, wenn nur die derzeit ohnehin hochpolitisierten Netzbewohner an der Urne Denkzettel einwerfen.

Gut 67 Prozent der Bundesbürger sind online, und wie René Walter richtig betont: Diese gut 67 Prozent sind nur bedingt Teilnehmer im Netz, sie sind eher Informationskonsumenten, auf welche die etwa 500.000 aktiven Teilnehmer in Deutschland als Multiplikatoren wirken können.

Kein Medium kann mit dem Internet mithalten, wenn es um die schnelle, unabhängige und vielfältige Verbreitung von Informationen geht. Es kann aber als Weg zum Ziel nicht reichen, diejenigen zu aktivieren, welche dieses Medium ohnehin schon nutzen. Wer informiert ist, muss nicht informiert werden.

Es muss um die gehen, die im Moment nicht wütend vor Tastatur und Monitor sitzen. Es müssen die erreicht werden, die noch hinnehmen, was ihnen von Massenmedien vorgekaut wird, in denen kaum Entrüstung über den Gesetzesbeschluss zu spüren war, in denen er nicht einmal kritisch hinterfragt wurde. Ebenso diejenigen, die das Internet nach wie vor ausschließlich als Spielwiese und Selbstbedienungsladen wahrnehmen.

Die sind der schlafende Riese, den es zu wecken gilt – zu wecken, zu informieren und zu aktivieren.

08 May 2009 Unsortierte Gedanken: twitter

Ich twittere jetzt ziemlich genau seit einem Dreivierteljahr. In diesem Zeitraum habe ich diverse twitter-Clients durchprobiert (und bin schließlich bei twhirl gelandet), wie befürchtet deutlich seltener (dafür aber mehr) gebloggt und bis heute knapp 3100 Mal mehr oder weniger die 140 Zeichen genutzt, welche dieser Dienst bietet. Stand heute verfolgen unfassbare 175 Follower, was ich da so absondere. Daraus leite ich für mich folgende unsortierten Erkenntnisse über twitter ab:

twitter ist ein großer Chatroom …

Kaum jemand, dem ich folge, nutzt twitter (nur) so, wie es ursprünglich mal gedacht war: Um der Welt mitzuteilen, was man gerade tut. Und sein wir mal ehrlich: Würde man nur das twittern, wäre das ganze Ding vermutlich nie so groß geworden, schon gar nicht, wenn man es konsequent machte. (Ich sag nur: „Bohre angestrengt in der Nase.“)

Statt dessen werden Links abgekippt, auf lesenswerte Seiten im Netz verwiesen, Fragen gestellt und beantwortet, eigene Blogbeiträge angekündigt und regelrechte Diskussionen geführt. Und das alles (fast immer) nicht nur von Person zu Person oder innerhalb eines eingeschränkten Nutzerkreises, sondern mehr oder weniger öffentlich – was eigentlich ziemlich großartig ist.

… in dem es mächtig rauscht

Ich persönlich kann auf einige dieser Dinge gut verzichten. Ich muss der twitter-Welt nicht mitteilen, welche Musik ich gerade höre – dafür gibt es andere Dienste wie etwa LastFM. Twittert jemand phasenweise nichts anderes, ist das für mich persönlich mitunter ein Grund, demjenigen nicht weiter zu folgen.

Das sind Ankündigungen von Blogeinträgen nicht, obschon ich auch die als relativ unnötig empfinde. Ich kann nachvollziehen, warum man das via twitter macht (es zieht offensichtlich deutlich mehr Leser ins Blog), aber ich persönlich ziehe es weiterhin vor, die RSS Feeds der Blogs, die mich interessieren, in einem Feedreader zu lesen. Blogpost-Tweets kommen mir zudem immer ein wenig wie gekürzte Feeds vor, und die finde ich genauso überflüssig.

twitter ist wie Fernsehen

twitter ist längst ein soziales Netzwerk mit integriertem Chatroom, aber dennoch nützlich – und vor allem unterhaltsam. Immer, wenn ich von jemandem lese, ihm erschließe sich der Sinn von twitter nicht, denke ich mir: „twitter ist ein bißchen wie Fernsehen – manchmal nützlich und informativ, manchmal unterhaltsam und manchmal einfach nur doof. Und trotzdem guckt fast jeder hin.“