08 May 2009 Unsortierte Gedanken: twitter
Ich twittere jetzt ziemlich genau seit einem Dreivierteljahr. In diesem Zeitraum habe ich diverse twitter-Clients durchprobiert (und bin schließlich bei twhirl gelandet), wie befürchtet deutlich seltener (dafür aber mehr) gebloggt und bis heute knapp 3100 Mal mehr oder weniger die 140 Zeichen genutzt, welche dieser Dienst bietet. Stand heute verfolgen unfassbare 175 Follower, was ich da so absondere. Daraus leite ich für mich folgende unsortierten Erkenntnisse über twitter ab:
twitter ist ein großer Chatroom …
Kaum jemand, dem ich folge, nutzt twitter (nur) so, wie es ursprünglich mal gedacht war: Um der Welt mitzuteilen, was man gerade tut. Und sein wir mal ehrlich: Würde man nur das twittern, wäre das ganze Ding vermutlich nie so groß geworden, schon gar nicht, wenn man es konsequent machte. (Ich sag nur: „Bohre angestrengt in der Nase.“)
Statt dessen werden Links abgekippt, auf lesenswerte Seiten im Netz verwiesen, Fragen gestellt und beantwortet, eigene Blogbeiträge angekündigt und regelrechte Diskussionen geführt. Und das alles (fast immer) nicht nur von Person zu Person oder innerhalb eines eingeschränkten Nutzerkreises, sondern mehr oder weniger öffentlich – was eigentlich ziemlich großartig ist.
… in dem es mächtig rauscht
Ich persönlich kann auf einige dieser Dinge gut verzichten. Ich muss der twitter-Welt nicht mitteilen, welche Musik ich gerade höre – dafür gibt es andere Dienste wie etwa LastFM. Twittert jemand phasenweise nichts anderes, ist das für mich persönlich mitunter ein Grund, demjenigen nicht weiter zu folgen.
Das sind Ankündigungen von Blogeinträgen nicht, obschon ich auch die als relativ unnötig empfinde. Ich kann nachvollziehen, warum man das via twitter macht (es zieht offensichtlich deutlich mehr Leser ins Blog), aber ich persönlich ziehe es weiterhin vor, die RSS Feeds der Blogs, die mich interessieren, in einem Feedreader zu lesen. Blogpost-Tweets kommen mir zudem immer ein wenig wie gekürzte Feeds vor, und die finde ich genauso überflüssig.
twitter ist wie Fernsehen
twitter ist längst ein soziales Netzwerk mit integriertem Chatroom, aber dennoch nützlich – und vor allem unterhaltsam. Immer, wenn ich von jemandem lese, ihm erschließe sich der Sinn von twitter nicht, denke ich mir: „twitter ist ein bißchen wie Fernsehen – manchmal nützlich und informativ, manchmal unterhaltsam und manchmal einfach nur doof. Und trotzdem guckt fast jeder hin.“




