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21 Dec 2007 Toll, aber keine Verwendung dafür

Manchmal findet man Dinge, für die man einfach keine Verwendung hat. So zum Beispiel das Perl-Skript vobs2mkv.pl von Thanassis Tsiodras, welches MPEG2 nach x264 umwandelt. Das Skript kodiert Videodaten nach x264, Audiodaten nach Ogg Vorbis und verpackt das ganze schließlich in einen Matroska-Container. Grundsätzlich ist das, soweit ich mich mit Videokodierung befasst habe, die (derzeit) perfekte Mischung, um qualitativ gute Videodateien, die wenig Platz belegen, zu erzeugen.

Die erzeugten Videodaten sind relativ klein und skalieren selbst aus kleinsten Auflösung noch passabel auf Vollbildgröße. Allerdings beherrscht dieses Skript – oder ist es das Containerformat? – derzeit nur Videos mit einer Audiospur, die Untertitel skalieren schrecklich schlecht im Vergleich zum Videobild und die Kodierung der Videodaten dauert, gelinde gesagt, lange. Der größte Nachteil aber ist natürlich der, dass es wenig bis gar keine Standalone-Player gibt, die diese Codec/Container-Kombination abspielen können.

Allerdings ist das Skript für meinen unqualifizierten Eindruck vorbildlich kodiert, speziell in Sachen Benutzerführung. Und es kann alternativ auch nach XviD kodieren, insofern könnte man es sich sicherlich umstricken, um für einen XviD-fähigen Standalone-Player schlanke Videos zu erzeugen.

17 Dec 2007 Zu Weihnachten: Die etwas andere Playliste

Aus vorweihnachtlichen Gründen sah ich gestern eine bassistenlose Band, die christlich gefärbtes Weihnachtsliedgut zum Besten gab. (Punsch hilft da sehr.) Nun geht mein Hirn mitunter bei solchen Anlässen komische Denkwege, weshalb ich mich fragte, welche Songs mir wohl einfallen würden, die »Jesus« oder »God« im Titel hätten.

Gestern bin ich dabei spontan nur auf Jesus Doesn't Want Me For A Sunbeam von den Vaselines (gecovert von Nirvana für MTV Unplugged) gekommen. Also, frisch ans Werk:

  1. Nirvana – Jesus Doesn't Want Me For A Sunbeam
  2. Coldplay – God Put A Smile On Your Face
  3. Johnny Cash – Personal Jesus
  4. Bad Religion – God Song
  5. Soundgarden – Jesus Christ Pose
  6. AFI – God Called In Sick Today
  7. Temple Of The Dog – Wooden Jesus
  8. P!nk – God Is A DJ
  9. Green Day – Jesus Of Suburbia
  10. Mando Diao – God Knows
  11. Skunk Anansie – Selling Jesus
  12. Pearl Jam – God's Dice

Mal was anderes als Driving Home For Christmas … ;-)

15 Dec 2007 147

Soeben habe ich zum ersten Mal ein Maximum Break live am TV miterleben dürfen. Gespielt hat es – natürlich, möchte man sagen – Ronnie O'Sullivan. Entscheidend aber ist in diesem Fall das wie und wann: Im entscheidenden 17. Frame des Halbfinales des Turnieres, für das es die zweitmeisten Ranglistenpunkte der Main Tour gibt, der UK Championship, beim Stande von 8-8 eines Spiels, in dem Ronnie die meiste Zeit (bis zum 8-7) gegen Mark Selby zurückgelegen hat. In diesem Frame ein großes Break zu spielen, erfordert schon Chuzpe. An der Stelle ein Maximum abzuliefern, das ist nicht so richtig von dieser Welt. Unglaublich.

26 Nov 2007 TV-Tipp: Plewka singt Reiser

Mit ausreichend Vorlauf hier ein TV- bzw. Musik-Tipp für morgen abend: 23:45 Uhr, N3, »Jan Plewka singt Rio Reiser«. Aufzeichnung von Proben und Aufführung eines Liederabends, den der Ex-Selig-Sänger 2005 im Hamburger Schauspielhaus darbot.

Wenn das einer kann, dann der.

23 Nov 2007 Originalität? Austauschbar.

Gestern abend zappte zufällig in den Schnelldurchlauf von Stefan Raabs Talentcasting. Jeder dieser Leute, die ich dort sah, mag ein individuelles Gesangstalent sein, keine Frage. Zudem sicherlich begabter als die Kandidaten in vergleichbaren Castingshows, auch keine Frage. Aber: Eines haben sie alle gemein, die Gesangstalente der Republik – sie sind austauschbar, sie sind wenig bis gar nicht originell, sie entsprechen einem Muster.

Das sieht man den Etheridge-Klon, die Morissette-Analogie, den Hetfield-Imitator etc. pp. In einer Welt, die vom Schubladendenken der Menschheit lebt, ist das vermutlich nicht nur nicht verwunderlich, sondern aus Sicht des Talents sogar noch empfehlenswert. »Hey, aus Dir machen wir den deutschen Robbie!«

Die wahre Dramatik dahinter ist doch, dass für dieses Phänomen, welches es in der Musikbranche schon immer gab, zusehends »Ausweitung der Kampfzone« gilt. Man nenne mir bitte eine neue Band, die in den letzten, sagen wir mal, 4 Jahren ihr erstes Album veröffentlich hat, die originell ist, ihren eigenen, individuellen Stil hat. Billy Talent zählen nicht. Wird eng, hm? Ich kann hingegen aus dem Stand ein halbes Dutzend Bands aufzählen, die nahezu beliebig austauschbar sind.

Aber was weiß ich schon. Vielleicht werde ich einfach nur alt und habe zuviele Riffs schon mal irgendwo gehört …