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12 Jun 2008 Unglaublich: Die Kunst des Stephen Wiltshire

Die bessere Hälfte sieht nicht gerne Fussball, insofern ist der gemeinsame EM-Kompromiss, zwar die deutschen Begegnungen, aber nicht jedes Spiel zu gucken. Gut so, denn ansonsten hätte ich gestern den mittleren Teil von Expedition ins Gehirn auf 3sat verpasst. Die dreiteilige Dokumentation befasst sich unter anderem mit Savants – Menschen, die aufgrund einer kognitiven Behinderung, oft Autismus oder Asperger-Syndrom, über herausragende Fähigkeiten und Kreativität in einer sogenannten Inselbegabung verfügen. (Ja, so wie Dustin Hoffman in Rain Man; das wäre ein Beispiel für einen mathematischen Savant.)

Einer dieser Menschen ist Stephen Wiltshire – »die menschliche Kamera«. Er ist aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten in der Lage, ein Bild nach einmaligem(!) Betrachten perspektivisch korrekt und bis in kleinste Feinheiten detailgetreu nachzuzeichnen, beispielhaft illustriert an einer atemberaubenden Panorama-Zeichnung Roms, welche er nach einem Helikopter-Rundflug aus dem Gedächtnis in drei Tagen nachzeichnete.

Definitiv einen Besuch wert ist auch die Bildergallerie auf seiner Webseite. Und immer daran denken: Das ist alles aus dem Gedächtnis nachgezeichnet …

23 May 2008 Firebug 1.2b1

Das doch immer etwas mit Bauchweh verbundene Benutzen der Firebug-Version aus den Ubuntu-Repositories (Warum eine Paketversion installieren, wenn sich die Extension über den Browser installiert doch besser aktuell halten lässt?) hat sich nun mit der frisch erschienenen Version 1.2b1 von Firebug, die explizit Firefox 3 unterstützt, auch erledigt.

(via Peter Kröner)

12 May 2008 Das Dorf wählt

In knapp 14 Tagen schreiten die Bürger Eutins zu den Wahlurnen, um neben den Gemeinde- und Kreisvertretungen auch den Bürgermeister zu wählen. Sowohl der Amtsinhaber als auch sein Gegenkandidat sind grundsätzlich parteilose Kandidaten, Amtsinhaber Schulz mit Unterstützung der CDU, Gegenkandidat Rosenkrantz mit Rückendeckung durch SPD, Grüne und FWE.

Beispielhaft webprogressiv dabei die SPD: Die Webseite des Ortverbandes läuft mit Serendipity und bietet damit moderne Elemente wie Tags, RSS Feed und via flickr eingebundene Fotos. Dahinter stecke allerdings nicht ich, sondern Hanjo, der nicht nur bloggt, sondern auch für die Stadtvertretung kandidiert.

Wird im Fall eines SPD-Sieges gar die grausame Webseite der Stadt auf die beste Blogengine der Welt umgestellt? Darf ich dann das Template stricken? Wir harren gespannt. ;-)

08 May 2008 Charlotte Roche:»Feuchtgebiete«

Die »Feuchtgebiete« von Frollein Roche, Lesern älteren Semesters eher als fachlich versierte Sabbeltasche im anspruchsvolleren Teil des Musikfernsehens bekannt, sind in aller Munde. Der Grund ist denkbar simpel: Charlotte hebt sich aus dem Reigen der bücherschreibenden Promis durch eine, sagen wir mal, direkte Sprache und Thematik ab, die eine mir unbekannte Dame auf dem Cover »Angenehm unzimperlich« und manch Anderer gegebenenfalls ekelhaft findet.

Grundsätzlich geht es in »Feuchtgebiete« um die relativ alltäglich-belanglose Geschichte der 18jährigen Helen, die einen Krankenhausaufenthalt (bedingt durch eine missglückte Intimrasur) dazu nutzt, sich mit den diversen Abteilungen und Funktionen ihres Körpers zu befassen, über die »man eigentlich nicht spricht«. Nebenbei schleppt sie noch den Krankenpfleger ab und versucht einigermaßen erfolglos, ihre geschiedenen Eltern am Krankenbett zu versöhnen. So weit zur Rahmenhandlung.

Wer Charlotte Roche schon mal beim moderieren zugesehen hat, wundert sich eigentlich kaum über die Direktheit der Geschichte, findet sie schon mal gar nicht »Radikal, drastisch und ebenso zart« wie Roger Willemsen (ebenfalls auf dem Cover vertreten), sondern eher normal. Charlotte halt. Bisweilen an der Grenze des Aushaltbaren, aber daneben – und das entgeht im Sumpf der Direktheit leider – mit herrlich trockenem Humor versetzt. Schade drum. Das Bohei um »Feuchtgebiete« ist meines Erachtens nachvollziehbar, aber unverständlich.

22 Apr 2008 Bettina K. Lechner: »Gimp ab Version 2.4«

Das knapp 360 Seiten starke, reich bebilderte Werk richtet sich an Benutzer, die Gimp »für digitale Fotografie, Webdesign und kreative Bildbearbeitung« einsetzen wollen. Unterteilt ist es in einen gut 190 Seiten umfassenden theoretischen Teil, welcher grundsätzlich einem »Rundgang« durch Gimp und seine Möglichkeiten entspricht, und einen knapp 130 Seiten langen Praxisteil.

Den Grundlagenteil ergänzen Exkurse zu Themen wie digitale Bilder und Farbmanagement, welche Grundlagenwissen unabhängig vom Programm vermitteln. Grundsätzlich deckt dieser einführende Teil alles ab, was Gimp kann – an der einen oder anderen Stelle hätte ich mir hier mehr Details gewünscht, aber das mag jedem Leser mit unterschiedlichen Stellen so gehen.

Der Praxisteil vermittelt praxisnahe Tipps für etliche Anwendungsfälle, zunächst allgemein (allerdings mit deutlichem Hang zur Fotobearbeitung), dann speziell für Fotografen und schließlich für Webdesigner.

Letzterem Teil galt natürlich meine besondere Aufmerksamkeit. Er ist für ein Printmedium erfreulich aktuell gehalten, allerdings finde ich die Gewichtung in diesem Teil des Buches unglücklich. Der wesentliche Teil dieses Abschnittes beschäftigt sich damit, eine Webseite komplett in Gimp zu gestalten und dann in ihre Bestandteile zu zerlegen – für mich persönlich ist dieser Abschnitt komplett unbrauchbar, weil ich so nicht arbeite.

Der Anhang schließlich illustriert ein grundsätzliches Manko bei Büchern über Programme, die auf allen drei großen Plattformen – Linux, Mac, Windows – verfügbar sind: Man verschwendet leider wertvollen Platz mit Installationsanleitungen für alle drei. Schwamm drüber, grundsätzlich liefert Bettina Lechner Grafikdeppen wie mir eine wertvolle Dokumentation mit leicht nachvollziehbaren Kurzanleitungen für gängige Problemchen des Alltags und ausführlichem Grundlagenwissen.