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04 May 2009 Fünfunddreissig

Kinnbart abgenommen, Haare dran gelassen. Twitterer, Wieder-Single und Webkraut geworden. Erstmals mehreren Freunden zur Geburt des ersten Kindes gratuliert. Gefühlte Jahreslänge: Normal.

17 Mar 2009 Support the support team

Ein gutes Supportforum ist oft wesentlicher Faktor für ein Open Source-Projekt. Erst recht dann, wenn Dokumentation fehlt, lückenhaft oder nur teilweise übersetzt ist. Zudem kann natürlich im direkten Kontakt sehr viel spezifischer auf die individuelle Problemstellung eingegangen werden.

Das Supportforum für s9y wird zu Recht oft gelobt – es reagiert normalerweise schnell und kompetent, was z.T. an der (noch) recht überschaubaren Benutzerzahl, aber eben auch am persönlichen Engagement etlicher Benutzer dieses Forums liegt. Kurz: Das Forum funktioniert.

Ein paar Dinge gibt es aber dennoch, von denen ich zumindest mir wünschen würde, dass sie (noch) stärker befolgt würden:

  1. Blog-URL angeben!
    Sofern das Blog, um das es geht, auf einem Server liegt, der von außen erreichbar ist, gebt bitte immer einen URL zum Blog an, damit man es sich „live“ ansehen kann. Das gilt speziell, aber nicht nur für Template- bzw. CSS-Fragen.
  2. Geduld mitbringen!
    Ja, die meisten Helfer gucken täglich, teilweise mehrmals täglich ins Forum. Gerade am Wochenende oder über Feiertage kann es aber durchaus auch mal anders sein.
  3. Gemeldete Probleme in Ruhe lassen! (Oder dokumentieren.)
    Es ist sicherlich lästig, wenn etwas im eigenen Blog nicht funktioniert. Es ist aber genauso lästig, wenn der Folgepost auf eine Problemmeldung ein lapidares „Hab's selbst gelöst!“ ist. Wenn Ihr ein Problem selbst behebt, dokumentiert bitte im Forum, wie Ihr es behoben habt, damit andere mit dem selben Problem die Lösung im Forum finden können. Auch ist es eher kontraproduktiv, ein Problem „durch Entfernen“ zu lösen (etwa bei Plugins, die nicht zu funktionieren scheinen). Ein Problem, das nicht mehr existiert, kann nicht gelöst werden.
  4. Suche benutzen!
    Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass man zuerst die Suchfunktion des Forums bemüht, um nachzusehen, ob vielleicht schon eine Lösung dokumentiert ist.

Zum Schluss noch ein Hinweis für die deutschsprachigen Nutzer der Forums: Es existiert ein spezielles Forum „Generelles in Deutsch“, was durchaus der relativ großen deutschsprachigen Benutzerzahl geschuldet ist. Dennoch: Wenn Ihr auch nur im Ansatz des Englischen mächtig seid, solltet Ihr in Erwägung ziehen, ein passendes Forum im englischen Teil zu wählen. Damit können nicht nur auch Helfer, die nicht des Deutschen mächtig sind, zur Problemlösung beitragen, es können auch solche Benutzer von den Antworten profitieren. Niemand reißt Euch den Kopf ab, wenn Euer (Schul-)Englisch etwas holpert, versprochen!

15 Mar 2009 24'ed

Ich erwähnte ja bereits meine viel zu spät entdeckte 24-Sucht. Ähnlich wie Konna bin auch ich über ein sehr verlockendes Sonderangebot der ersten Staffel gestolpert – eine echte Einstiegsdroge. Dabei ist 24 eigentlich überhaupt nicht meine Sorte Serie: Zu actionlastig.

Natürlich hat auch hier wieder der Originalton auf DVD den Einstieg erleichtert. Gleichzeitig aber ist 24 einfach wirklich gut gemachte Unterhaltung, die im wesentlichen auf drei Faktoren basiert: Action, Verschleierung und Spannung.

Action: Explizit und variabel
Die Action in 24 ist drastisch, schon an der Grenze dessen, was im Fernsehen machbar ist. Das ist nicht nur Alleinstellungsmerkmal, es fesselt auch.
Gleichzeitig aber sind die Actionsequenzen äußerst vielseitig, was natürlich erst durch den Variantenreichtum, den das 24-Szenario bietet, möglich wird.
Verschleierung: Mitdenken!
Neben den typischen Heldern und Bösewichtern hat jede 24-Staffel immer auch Charaktere, die beides sind oder sein könnten. Im Prinzip ist außer Protagonist Jack Bauer jeder potentiell verdächtig.
Das spornt ebenso zum Mitdenken an wie Frage, was den Autoren eingefallen sein könnte, um die Handlung komplizierter zu gestalten als offensichtlich, was auch in jeder Staffel geschieht.
Spannung: Niemals nachlassen
Allein der Echtzeit-Faktor erzeugt über die damit verbundene Intensität einzelner Szenen eine subtile Spannung. Gleichzeitig aber gibt es eigentlich keine Szenen, in denen nichts passiert.
Die größte Spannung aber bringen (für mich zumindest) immer wieder die unerwarteten Wendungen im Plot. Spätestens ab der siebten oder achten Stunde eines 24-Tages fragt man sich permanent, wie man diese Handlung noch auf 24 Folgen ausdehnen kann – was natürlich immer irgendwie gelingt.

Fazit: So geht moderne, hochwertige TV-Unterhaltung. Einzig von den ab dem zweiten Box-Set beliegenden Extras-DVDs würde ich mir mehr versprechen. Mal sehen, was da in Staffel fünf kommt. Wer wie ich 24 lange ignoriert hat, sollte das auf jeden Fall nochmal überdenken.

08 Mar 2009 Was sind Templates wert?

Bislang habe ich nicht viel zu Kinetic geschrieben; in erster Linie deshalb nicht, weil ich noch nicht die Zeit gefunden habe, mich umfassend mit diesem neuen Framework für s9y-Templates im Magazinstil zu befassen. Roberts Artikel jedoch veranlasst mich dazu, ein paar Worte zum Preis zu sagen.

Kinetic ist nicht kostenlos. Es ist das erste Template überhaupt für s9y, dessen Nutzung den kostenpflichtigen Erwerb einer Lizenz notwendig macht. (Bei anderen Blogengines ist dieses Konzept der „Premium templates“ längst etabliert – womit ich nicht sagen will, es sei grundsätzlich eine gute Sache!)

Normalerweise kostet die Lizenz etwa 80 US-Dollar, das sind ca. 63 Euro; bis Ende März bietet Don diese Lizenz vergünstigt auf 60 US-Dollar (ca. 47 Euro) an. Das ist der Preis, um Kinetic in einer Instanz eines s9y-Blogs nutzen zu dürfen – die Multi Site-Lizenz (Nutzung in einer unbegrenzten Zahl von Instanzen) kostet normalerweise fast 200, derzeit vergünstigt knapp 150 US-Dollar (158 bzw. 119 Euro). (Alle Dollarkurse: Stand 8. März 2009.)

Diese Preise sind natürlich nicht mit dem zu vergleichen, was private und vor allem gewerbliche Nutzer für die Anfertigung eines maßgeschneiderten Templates zahlen. Der Vergleich hinkt schon deshalb, weil Kinetic viel mehr als ein Template ist: Es ist ein Framework (ähnlich Bulletproof), welches es dem Endbenutzer möglich macht, nahezu jedes Detail einer damit betriebenen Seite bis in kleinste Einzelheiten zu konfigurieren, und zwar ohne eine einzige Zeile Code anfassen zu müssen. Es ist zudem höchst einfach und updatesicher optisch anpassbar, sofern man unter den angebotenen Colorsets nichts für den eigenen Geschmack findet.

Zudem ist dieser Preis nicht als „Arbeitslohn“ für Don zu verstehen. Das kann er gar nicht sein, denn das würde (auch wenn ich nicht mal ansatzweise schätzen kann, wieviel Arbeitszeit in Kinetic steckt) bedeuten, dass Dons Stundenlohn deutlich unter einem Dollar(!) liegen würde, selbst wenn man bedenkt, dass Kinetic auf Bulletproof und Serendipity aufsetzt und somit letzten Endes „nur“ eine Erweiterung ist.

Sind 47 oder 63 Euro eine Menge Geld für ein Template, welches gerade einmal in einem Blog genutzt werden darf? Für Privatpersonen, die als Hobby bloggen, sicherlich. Aber ist Kinetic diese Summe wert? Objektiv betrachtet, vom technischen Standpunkt aus gesehen: Absolut. Subjektiv kann und muss das jeder selbst entscheiden.

06 Mar 2009 s9y: Was es nicht ist

s9y ist kein Content Management System. Punkt. Es ist eine Blogengine, welche man mit ein wenig Bereitschaft zu Kompromissen und Handarbeit durchaus als CMS zweckentfremden kann, das ja. Aber – das lehrt zumindest der Alltag als freier Einzelkämpfer an der Netzgestaltungsfront immer wieder – es ist eben kein „echtes“ CMS. Wie komme ich (ganz subjektiv übrigens) zu dieser Erkenntnis?

Rein optisch ist es überhaupt kein Problem, s9y wie ein CMS aussehen zu lassen. Spätestens mit dem großartigen neuen Magazin-Template Kinetic hat Bulletproof-Mitentwickler Don Chambers eine hervorragende (allerdings kostenpflichtige!) Basis für den Betrieb einer solchen Seite geschaffen. Auch andere s9y-Templates (wie etwa Mimbo) lassen sich durchaus für Seiten im Magazinstil mit „corporate look“ anpassen.

Da wäre zum einen das Plugin für statische Seiten. Es funktioniert hervorragend, bietet viele Möglichkeiten und leistet unter dem Strich genau das, was es soll – in der Umgebung, für welche es gedacht ist: In einem Blog. Wer ein paar wenige statische Seiten wie etwa ein Impressum, eine „Über mich/uns“-Seite, Datenschutzhinweise etc. anlegen will, wird damit bestens bedient. Dabei reden wir aber von einer überschaubaren Anzahl von statischen Seiten! Ab einer gewissen Anzahl, sagen wir mal: ab 10 bis 15 statischen Seiten, wird die Verwaltung und Pflege aber eben doch, nun ja … zäh, speziell, wenn diese Seiten auch noch über eine relativ komplexe Hierarchie sortiert werden sollen. Sowohl die Anzahl als auch die komplexe Hierarchie aber sind typisch für CMS-artige Seiten.

Ein weiterer Punkt ist die Seitennavigation. Auch in diesem Bereich ist s9y auf Blogs ausgelegt – es gibt verschiedene Seitenleistenplugins, welche unterschiedliche Navigationsformen (Kategorien, Tags, letzte Einträge, letzte Kommentare usw.) möglich machen. So ziemlich jedes Template, das in jüngster Zeit erschienen ist, bietet eine konfigurierbare Navigationsleiste, über welche man gezielt bestimmte Bereiche des Blogs verlinken kann; die Einrichung dieser Leiste erfolgt normalerweise über die sogenannten „theme options“ in der Verwaltungsoberfläche und ist „idiotensicher“, sprich: Man muss keinerlei Änderungen am Templatecode vornehmen.

Was die Navigation aber – bislang – nicht bietet, ist eine Automatisierung in diesem Bereich, welche meiner Meinung nach für ein „echtes“ CMS unabdingbar ist. Darunter stelle ich mir eine automatisch erzeugte Sekundärnavigation vor, welche die über die konfigurierbare Navigationsleiste angelegte Primärnavigation ergänzt. Beispielsweise so: Ich wähle in der Primärnavigation einen „Bereich“ der Seite an, etwa eine Kategorie von Einträgen zu einem bestimmten Thema. Dazu wird dann (z.B. in der Seitenleiste) eine speziell auf diesen Bereich abgestimmte Sekundärnavigation (Subkategorien des Bereiches, zugeordnete statische Seiten etc.) ausgegeben.

Wohlgemerkt: Ich habe derzeit selbst keine Lösung für diese „Probleme“, bestenfalls Workarounds, welche meistens so aussehen, dass man entsprechende Lösungen hart ins Template kodiert. Das ist zeitaufwändig, fehleranfällig und schränkt den Endbenutzer durchaus ein, weil praktisch jede Erweiterung der Seite, die eine Ergänzung der Navigation erfordert, auch eine Anpassung des Templates notwendig macht. Zudem gibt es durchaus Fallbeispiele, in denen diese notwendigen Kompromisse akzeptabel sind; z.T. wiegt auch die Tatsache, dass man sich nicht in ein unbekanntes CMS einarbeiten muss, sondern die vertraute (und bewährte!) Blogengine zweckentfremden kann, die Einschränkungen durch diese Kompromisse auf.

Nochmal ganz deutlich: Ich rate nicht generell davon ab, s9y als CMS einzusetzen, speziell nicht für eher überschaubare Seiten. Aber man sollte sich vorher bewußt machen, mit welchen Kompromissen man – meiner (praktischen) Erfahrung nach – rechnen muss.