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14 Sep 2009 Ein Jahr twitter

Mehr oder weniger zufällig stellte ich gerade fest, dass ich jetzt seit einem Jahr twittere.

Ich schätze, daran sieht man, wie sehr bei mir twittern mittlerweile in den täglichen Netzgebrauch integriert ist. Ich starte mittlerweile twhirl noch vor meinem Feedreader. Ich verfalle in leicht katatonische Starre, wenn twitter mal down ist. Ich benutze mittlerweile Gravity, um mobil vom Handy aus zu twittern. Und ich habe die ganze letzte Woche nicht einen einzigen Blogeintrag geschrieben.

Hmpf. Ach, egal.

30 Aug 2009 Es gibt gar keine Bücher

An meiner Schule gab es eine Lehrerin namens Frau R. (Deutsch und Geschichte), deren Aussage, man solle bitte aufhören, von „Büchern“ zu sprechen, Generationen von Schülern ein Rollen in die Augen getrieben hat. Die Begründung lautete nämlich, es gäbe nur zwei Bücher: Das „Buch der Bücher“ (hier weiteres Augenrollen einfügen) und das Telefonbuch – alles andere seien Texte.

Ein schlagfertiger Mensch, der mehrere Klassen über mir war, schrieb dann eines Tages in seinem Artikel (Nein: Text) für die Abizeitung, man möge bitte Frau R. erklären, dass es sich bei der Bibel um eine Sammlung von Schriftrollen und beim Telefonbuch um eine Namensliste handele.

(Die Reaktion von Frau R. auf diesen Wunsch ist leider nicht überliefert.)

17 Aug 2009 Snooker-Tipps V: Queueleder austauschen

Nachdem ich neulich beim Aufrauhen der Lederspitze meines Queues etwas zu gründlich war, beschloss ich, dem Queue gleich ein neues Klebleder („Pomeranze“) zu verpassen.

Ich behaupte keineswegs, das mein Weg dabei ideal ist; vermutlich würden Experten, die mehr als nur gelegentlich spielen, gar die Nase über meine „unprofessionelle Vorgehensweise“ rümpfen – hier also quasi die „Hausmittelvariante“ für Gelegenheitsspieler.

(Fotos von der Aktion habe ich leider keine gemacht – man braucht wirklich beide Hände.)

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19 Jun 2009 Betroffenheit, Aktionismus und Aktivismus

Ich spare mir die Verlinkungsorgie, denn wir, die informierten Netzbürger, wissen, worum es geht – das Gesetz, von dem wir alle wissen, wie fehlgeleitet und unsinnig es ist, ist beschlossene Sache. Die „Trittbrettfahrer“, welche nun die Möglichkeiten, für welche dieses Gesetz die Grundlagen gelegt hat, ausnutzen wollen, kreisen bereits. Über die, die sich nun wundern, kann ich mich nur wundern.

Natürlich will ich niemandem verbieten, seiner Betroffenheit über diesen Gang der Dinge in Form von Blogbeiträgen Ausdruck zu verleihen. Ebensowenig will ich Euch davon abhalten, Euren Avataren „Zensiert“-Schilder um den Hals zu hängen. Bloggt ruhig zum x-ten Mal die Todesanzeige für Artikel 5.

Nur glaubt doch bitte nicht, dass das wirklich etwas bewirkt.

Wir leben, das ist nicht erst seit gestern offensichtlich, in einem Staat, in welchem 135.000 Stimmen zumindest den großen Volksparteien egal sein können. Die Reserven in der schweigend hinnehmenden Masse sind groß genug. Meines Erachtens hilft es derzeit auch nicht, auf die SPD einzuprügeln, die ihre traditionellen Werte schon vor langer Zeit verraten hat.

Natürlich hat Frank Helmschrott Recht mit seiner Aussage, die einzige Waffe seien Stift und Stimmzettel. Die Wahlbeteiligung bei der anstehende Bundestagswahl muss brummen, aber es wird nicht reichen, wenn nur die derzeit ohnehin hochpolitisierten Netzbewohner an der Urne Denkzettel einwerfen.

Gut 67 Prozent der Bundesbürger sind online, und wie René Walter richtig betont: Diese gut 67 Prozent sind nur bedingt Teilnehmer im Netz, sie sind eher Informationskonsumenten, auf welche die etwa 500.000 aktiven Teilnehmer in Deutschland als Multiplikatoren wirken können.

Kein Medium kann mit dem Internet mithalten, wenn es um die schnelle, unabhängige und vielfältige Verbreitung von Informationen geht. Es kann aber als Weg zum Ziel nicht reichen, diejenigen zu aktivieren, welche dieses Medium ohnehin schon nutzen. Wer informiert ist, muss nicht informiert werden.

Es muss um die gehen, die im Moment nicht wütend vor Tastatur und Monitor sitzen. Es müssen die erreicht werden, die noch hinnehmen, was ihnen von Massenmedien vorgekaut wird, in denen kaum Entrüstung über den Gesetzesbeschluss zu spüren war, in denen er nicht einmal kritisch hinterfragt wurde. Ebenso diejenigen, die das Internet nach wie vor ausschließlich als Spielwiese und Selbstbedienungsladen wahrnehmen.

Die sind der schlafende Riese, den es zu wecken gilt – zu wecken, zu informieren und zu aktivieren.

08 May 2009 Unsortierte Gedanken: twitter

Ich twittere jetzt ziemlich genau seit einem Dreivierteljahr. In diesem Zeitraum habe ich diverse twitter-Clients durchprobiert (und bin schließlich bei twhirl gelandet), wie befürchtet deutlich seltener (dafür aber mehr) gebloggt und bis heute knapp 3100 Mal mehr oder weniger die 140 Zeichen genutzt, welche dieser Dienst bietet. Stand heute verfolgen unfassbare 175 Follower, was ich da so absondere. Daraus leite ich für mich folgende unsortierten Erkenntnisse über twitter ab:

twitter ist ein großer Chatroom …

Kaum jemand, dem ich folge, nutzt twitter (nur) so, wie es ursprünglich mal gedacht war: Um der Welt mitzuteilen, was man gerade tut. Und sein wir mal ehrlich: Würde man nur das twittern, wäre das ganze Ding vermutlich nie so groß geworden, schon gar nicht, wenn man es konsequent machte. (Ich sag nur: „Bohre angestrengt in der Nase.“)

Statt dessen werden Links abgekippt, auf lesenswerte Seiten im Netz verwiesen, Fragen gestellt und beantwortet, eigene Blogbeiträge angekündigt und regelrechte Diskussionen geführt. Und das alles (fast immer) nicht nur von Person zu Person oder innerhalb eines eingeschränkten Nutzerkreises, sondern mehr oder weniger öffentlich – was eigentlich ziemlich großartig ist.

… in dem es mächtig rauscht

Ich persönlich kann auf einige dieser Dinge gut verzichten. Ich muss der twitter-Welt nicht mitteilen, welche Musik ich gerade höre – dafür gibt es andere Dienste wie etwa LastFM. Twittert jemand phasenweise nichts anderes, ist das für mich persönlich mitunter ein Grund, demjenigen nicht weiter zu folgen.

Das sind Ankündigungen von Blogeinträgen nicht, obschon ich auch die als relativ unnötig empfinde. Ich kann nachvollziehen, warum man das via twitter macht (es zieht offensichtlich deutlich mehr Leser ins Blog), aber ich persönlich ziehe es weiterhin vor, die RSS Feeds der Blogs, die mich interessieren, in einem Feedreader zu lesen. Blogpost-Tweets kommen mir zudem immer ein wenig wie gekürzte Feeds vor, und die finde ich genauso überflüssig.

twitter ist wie Fernsehen

twitter ist längst ein soziales Netzwerk mit integriertem Chatroom, aber dennoch nützlich – und vor allem unterhaltsam. Immer, wenn ich von jemandem lese, ihm erschließe sich der Sinn von twitter nicht, denke ich mir: „twitter ist ein bißchen wie Fernsehen – manchmal nützlich und informativ, manchmal unterhaltsam und manchmal einfach nur doof. Und trotzdem guckt fast jeder hin.“