Entries tagged as thoughts

17 Oct 2009 Blind Melon

Gelegentlich empfehle ich hier in loser Folge Alben, von denen ich finde, dass andere Leute sie kennen sollten. Das selbstbetitelte Debütalbum von Blind Melon gehört dazu, und zwar vor allem für Gitarristen. Speziell solche, die mit einem zweiten Gitarristen zusammen in einer Band spielen.

Zwei Gitarren, das bedeutet normalerweise: Rhythmusgitarre und Leadgitarre. Im übelsten, ödesten Fall bedeutet es: Einer schrubbt Akkorde, der andere gniedelt dazu ein Solo. Ego-Wichserei in Musikform.

Die Herren an den Saiten bei Blind Melon hingegen beherrschen und demonstrieren meisterlich, wie man problemlos zwei (und sogar mehr als zwei) Saiteninstrumente (gelegentlich hört man da auch Mandolinen und sowas) ohne diese „klassische“ Rollenverteilung paart. Deswegen braucht dieses Album auch ein paar Runden, ehe es sich dem geneigten Ohr öffnet – die Herren verstehen es hervorragend, kleine Melodien zu verstecken, die man erst beim zweiten oder dritten Hören entdeckt, die sich dann aber wunderbar im Ohr festfressen.

14 Oct 2009 Spam-Meldung auf twitter: Wenig Transparenz

Es war überfällig: Der Microblogging-Dienst twitter bietet jetzt – meines Wissens derzeit ausschließlich über das Webinterface – eine Funktion, um Benutzerkonten zu melden, die unerwünschte Werbung, a.k.a. Spam, verbreiten.

Natürlich ist das alles (wie eigentlich ganz twitter) mehr so halbfertig bis beta, insofern erstaunt es nicht, dass twitter im offiziellen Blog bislang wenig dazu verlauten lässt, wie das genau funktionieren soll. Klar ist: Als Spam gemeldete Accounts werden:

  1. sofort aus der eigenen Followers-Liste entfernt.
  2. anscheinend von einem twitter-Team überprüft („Trust and Safety team“)

Man ist offensichtlich bemüht, dieses Werkzeug zur Verfügung zu stellen, aber gleichzeitig zu vermeiden, dass es missbraucht wird. Schöner wäre es allerdings meines Erachtens gewesen, wenigstens ein paar Informationen preiszugeben, unter welche Umständen das besagte Team ein twitter-Konto als Spam einzustufen gedenkt.

13 Oct 2009 Mäßigung und schwächlich

(Vorsicht, der Oktober könnte ein US-Serien-Themenmonat werden, wenn mir nicht bald was Anderes einfällt.)

Ich guck mich gerade – ursprünglich mehr so aus Wartezeit auf Alternativen auf DVD – durch die erste Staffel von „Bones“ und find's im Grunde ziemlich unterhaltsam. Zwei Dinge irritieren mich aber doch.

  1. Die weibliche Hauptfigur heisst mit Vornamen allen Ernstes Temperance, zu deutsch: „Mäßigung“. Die männliche Hauptfigur hingegen hört auf den Vornamen Seeley, was man eventuell mit etwas etymologischer Unschärfe mit „schwächlich“ übersetzen könnte. Beides sind leidlich passende sprechende Namen, aber gibt's die wirklich? Ich weiss, dass das in Amerika einigermaßen egal ist, aber gehört habe ich beide noch nie.
  2. Sollte es mir zu denken geben, dass ich völlig problemlos essen kann, während auf dem Bildschirm vor mir eine Leiche auseinandergenommen wird, von der im Normalfall nicht mehr allzu viel übrig (daher der Spitzname der Hauptfigur und Titel der Serie) ist und die durchaus einen eher unappetitlichen Anblick abgibt? Oder habe ich einfach nur eine gesunde Fähigkeit, Realität und Fiktion zu trennen?

Auch hier übrigens lauter – mir zumindest – unbekannte Gesichter, die ziemlich gute Arbeit leisten. Nix oscarverdächtiges, aber doch mehr als solide, allen voran die äußerst hinreißende Emily Deschanel, ältere Schwester der großartigen Zooey Deschanel, bekannt z.B. aus „Weeds“ und natürlich „Almost Famous“.

(Und wenn jetzt jemand in den Kommentaren zugibt, „Almost Famous“ nicht gesehen zu haben, dann muss ich leider ungehalten werden. Also behaltet es im Zweifelsfall für Euch.)

09 Oct 2009 Nebenrollen

Wer ein gewisses Quantum an US-Serien weggeguckt hat, trifft unweigerlich auf dieselben Gesichter, vor allem bei den Nebendarstellern, welche im Englischen besser und richtiger als „supporting actors“, also „unterstützende Darsteller“, bezeichnet werden. Oft spielen diese Darsteller die Hauptrolle gnadenlos an die Wand, kommen jedoch niemals dazu, selbst eine Hauptrolle übernehmen zu dürfen. Vermutlich fehlt es in den Augen der Entscheider an „Starqualitäten“.

Drei Herren fallen mir spontan ein, die mir immer wieder aufgefallen sind. Die einfach „was können“, aber deren Name niemals als erster im Vorspann genannt (werden) wird.

  1. John Billingsley: Vermutlich am prominentesten besetzt als Präsidentinnen-Bruder Terrence Steadman in „Prison Break“, mir persönlich noch prägnanter in Erinnerung aus „Nip/Tuck“ als Mann, der sich absichtlich und bewußt ein Bein amputieren lassen will. Auch in Staffel 7 von „24“, die ich (noch) nicht gesehen habe, und „True Blood“ zu sehen. Perfekt für schrullig-verschrobene Typen. (IMDB-Profil)
  2. Wade Williams: Wohl auch am bekanntesten durch „Prison Break“ als Officer Brad Bellick, ebenfalls in „24“ zu Gast (Staffel 1, Robert Ellis). Mir zuerst aufgefallen als verbitterter Bruder eines Golfkriegs-Opfers in „Six Feet Under“. Typischerweise als knurriger Grantler besetzt. (IMDB-Profil)
  3. Evan Handler: Der war nun wirklich überall. Ebenfalls „24“ (Gastrolle als Menschrechtsanwalt in Staffel 4), „Lost“ (Staffel 2, Mitpatient von Hurley in der Psychiatrie), „Six Feet Under“ (ein großartig durchgeknallter Aktionskünstler in Staffel 3), sogar in „Friends“ – vor allem aber war er Harry in „Sex And The City“ und ist Charlie Runkle, Agent von Hank Moody in „Californication“. Kann folglich alles, aber gerne leicht debil. (IMDB-Profil)

(Speziell bei Evan Handler gebe ich ja die Hoffnung nicht auf, dass ihm doch nochmal jemand Fähiges etwas passendes Tragendes „auf den Leib schreibt“. Der Mann hat's verdient.)

Euch fallen bestimmt noch mehr gute Leute aus der Abteilung ein, würde ich wetten.

16 Sep 2009 Snooker-Tipps V, Nachtrag

Ein kurzer Nachtrag zum Austausch des Queueleders:

  1. Man sollte nicht nur Lederreste von der Ferrule ab-, sondern ebenfalls die Unterseite des neuen Leders anschleifen. Es ist keineswegs sichergestellt, dass Queueleder „ab Werk“ mit einer wirklich planen Unterseite ausgeliefert werden.
  2. Beim Auftragen des Ten Minute Cement hat es sich bewährt, einen Spachtel, z.B. aus Pappe, zu verwenden. Man gibt also einen kleinen Klecks Kleber auf ein Stück Pappe und trägt damit – im Übrigen viel sauberer – eine sehr dünne Schicht auf Queue und Leder auf.