Entries tagged as taxi

07 Jun 2007 Piffpaff

Es ist doch immer wieder amüsant, welche verbalen Mühen erwachsene Männer auf sich nehmen, um sich Droschkenkutschern gegenüber um den Satz »Fahr mich mal in 'n Puff.« zu drücken. Firmeninterner Funkjargon für sowas war übrigens früher »Der Herr möcht noch ma bei die Damen.« (ausgesprochen mit angenehm norddeutsch-flachländischem Unterton; die Hamburger unter uns werden es quasi bildlich vor sich hören), auch immer wieder gern genommen ist »Wo kann man sich denn hier noch 'n bißchen amüsieren?«, und last not least gibt es noch diverse Umschreibungen für die entsprechenden Etablissements – siehe Titel dieses Eintrages …

Ebenso interessant, dass immer wieder gern betont wird, mann wolle dort »Bloss noch 'n Bier trinken« (Is' klar. Hat ja sonst nix mehr auf, da zahlt mann gern 'nen Zehner für 'ne Buddel Warsteiner. Ich glaub, es hakt.) oder »Sich bloss nett unterhalten« (Genau dafür sind die Damen ja auch da.), denn »ich geh ja nich mit rauf«. Jessas.

Das erinnert mich dann immer wieder an eine meiner ersten Touren in die rote Meile von Kiel (die eigentlich eher ein roter Quadratmeter ist). Abgesehen davon, dass ich als unbedarfter Neutaxler nicht nur im Innenhof parkte, was nicht so gern gesehen wird, und dabei auch noch einen Zuhälter zugeparkt habe (»Oha. Steh ich im Weg?« – »Joah. Macht aber nix.«), auf dessen Hutablage ein Pitbull unruhig umherwetzte, stand ich da nett und sonnig in der Gegend rum und hörte Fussball im Radio. Alles Weibliche, was des Weges kam, grüßte nett und freundlich. Alles Männlich schwieg beharrlich (»Ich seh Dich nicht, also siehst Du mich auch nicht.«). Herrschaften, wie albern.

Ich will jetzt weiß Gott keine Lanze pro Puffbesuch brechen. Aber wenn mann meint, dass mann so tun müsse, soll mann doch bitte – der Kalauer sei mir gestattet – dazu stehen. Wer weiß, wie es bei uns aussehen würde, wenn es die roten Quadratmeter nicht geben würde.

31 May 2007 Sätze, die man in der Nachtschicht gerne hört

Heut' nacht ruf ich bestimmt nicht mehr an!

(Nach zwei nervtötenden Fahrten quer durchs Dorf, mit der generellen Primärabsicht, an der Tanke was zu Saufen zu kaufen, die aber durch diverse Abstecher nach A, B und C verstreut werden musste. Feierende Osteuropäer sind anstrengende Menschen, lasst Euch nichts anderes erzählen.)

20 Apr 2007 Sleepless in Ostholstein

Jawollja, die Uhrzeit dieses Eintrages ist akkurat. Dreiuhrsechsundzwanzig war es, als ich zu schreiben begann – sowas nennt man zunächst eine Zeitlang »Nachteule«, die Frage ist halt, wann daraus »Schlafstörung« wird …

Ein Zimmer weiter schnorcheln die Liebste und der olle Hund um die Wette (ich verrate jetzt nicht, wer lautstärker schnorchelt …), und ich treibe mich immer noch am PC rum, obwohl es eigentlich ein anstrengender Tag war (ein paar Photos eventuell morgen). Aber eben kein langer – gestern war Nachtschicht bzw. eigentlich eher Spätschicht, und genau da liegt des Pudels Kern.

Wer nachts arbeitet, ändert automagisch seinen Rhythmus – nicht nur den des Schlafens, sondern auch und vor allem den des Lebens. Das mag schwer zu glauben sein, aber ich zumindest gehe nicht direkt ins Bett, wenn ich von der Spät- (so zwischen halb zwölf und eins) oder Nachtschicht (zwischen vier und fünf) komme. Ich brauche ein, gerne auch mal zwei und in harten Fällen auch mal drei und mehr Stunden, um »runterzufahren«, den Arbeitstag ad acta zu legen und so weit abzuschalten, dass an entspannte Nachtruhe zu denken ist. So kommt's dann, dass man am folgenden Tag bis mittags schläft, kaum noch was gebacken bekommt, und in der folgenden Nacht zur Geisterstunde putzmunter ist.

Sowas hört sich cool an, und das ist es zum Teil auch – nachts auf sein, wenn alle Welt schläft. Keine Frage, für bestimmte Tätigkeiten ist das super. In Ruhe was am Rechner basteln, ohne Störendes vom Rest der Welt, das geht prima morgens um halb drei. Einkaufen oder Ämtergänge hingegen sind um diese Uhrzeit zwecklos. Hat man sich dann so weit erhoben, ist der Tag im Allerwertesten, wenn man erstmal in die Gänge gekommen ist. Klar, es hält einen niemand davon ab, diesen Rhythmus zu durchbrechen und trotz der nächtlichen Werktätigkeit zeitig aufzustehen – easier said than done, das ist bei mir zumindest eine Frage des Tagesform. Whatever, ehe das hier noch zum Jammerblog wird, gehe ich mal lieber schlafen oder so. Dreiuhrvierzig, Mahlzeit.

11 Mar 2007 Touched By The Hand Of Luck

Gestern saß das Glück neben mir im elfenbeinfarbenen Arbeitsgerät.

Ich holte jemand ab, eher abgerissener, leicht ungepflegter Typ um die 50, der mir erzählt, er wäre »den ersten Tag wieder aufgestanden« (krank oder gesoffen, das ist hier die Frage). Angepeilte Stationen: Erst zum Lotto/Tabakladen, dann zum Supermarkt. Vor der Lottoannahme die übliche samstägliche Autoschlange, ergo Einparken mit leichtem Nachjustieren. Schließlich hatte ich mich auf den Idealparkplatz direkt vor der Tür vorgearbeitet.

Leute rein, Leute raus, aber mein Mann nicht dabei. Uhr lief, Taxameter lief – soll mir Recht sein, so lange der Bursche nicht irgendwie stiften gegangen ist. Also nachgucken. Nein, steht noch brav in der Lottoannahme. Wieso dauert das so lange?

Schließlich kommt der Kandidat aus der Lottoannahme, leicht verwirrt guckend. »Habt Ihr da erst noch Tabak angebaut?« – »Nee. Kann ja keiner ahnen, dass ich einen Fünfer habe …«

Zweieinhalb Mille wird's wohl geben. Vielleicht sollte ich auch mal Lotto spielen …

23 Feb 2007 Ich werd' zur Wildsau!

Ende der Nachschicht: So gegen 4:00 heute nacht. Schnell noch eine Mail rausgejagt und dann ab in die Koje. Angedachter Zeitpunkt zum ungefähren Ausgeschlafenhaben: So gegen Mittag, Pi mal Daumen. Tja. Das war wohl nix.

Ich ziehe ernsthaft in Betracht, eine Karriere als Unabomber einzuschlagen. Erstes Ziel: Die neuen Nachbarn im Endhaus unseres Reihenhauses, welche heute morgen um 8 (in Worten: Acht.) Uhr damit begannen, die Kacheln in ihrer Küche von den Wänden zu kloppen, und das mit einer derartigen Penetranz, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war. Bislang habe ich mich allerdings auf friedfertigere Lösungen zum Gegenschlag (Sprich: Metal. Lauter Metal. Scheint sie nicht zu stören. Die sind aus anderem Holz geschnitzt als die Nachbarn früher. Penetrantes Pack.) beschränkt.

(Und was würde der Lutz jetzt tun? Der Lutz würde grinsen und sagen: »Tja. Hättste was Anständiges gelernt …«)