Entries tagged as taxi

30 Aug 2007 Morgens um vier ist die Welt noch gefährlich

Unfassbar, was einem passieren kann, wenn man morgens um vier im Halbschlaf vom Schichtwechsel nach Hause fährt. Tatort: Ortsumgehung Eutin. Vor mir: Lieferwagen Inland, hinter mir: Lieferwagen Ausland plus PKW. Weit vor uns allen: Straßenarbeiter mit deutlich sicherbarem Mini-Unimog und nahender Gegenverkehr. Der Lieferwagen vor mir geht brav und beizeiten in die Eisen, um vor dem Unimog zu halten. Während ich dahinter mich sachte heranbremse, überholt der osteuropäische Sprinter gewagt, gerät zuerst fast in den Gegenverkehr und dann fast in den inländischen Kollegen. Auch der PKW hinter ihm schert schon mal überholtbereit aus, während der Gegenverkehr vorbei zieht. Bißchen weniger Aufmerksamkeit und Glück, und ich hätte wohl aussagend bei den Grünen gefrühstückt. Mann, mann, mann.

02 Aug 2007 Missing in action

Fast eine Woche war ich »M.I.A.«, zumindest, was das Bloggen anging. Angezogene Stundenzahl dank Urlaubzeit, damit verbundene Konzentration auf das bißchen Leben, was übrig bleibt, wenn man 12 Stunden Nachtschicht schiebt und halbwegs normal schläft – sehr wenig. Kommen dann komplizierte Probleme mit Templates, die man gebastelt hat (und 2-3 sind nach wie vor ungelöst), hinzu, dann könnte man zu noch so vielen Dingen eine Meinung zu bloggen haben – der Tag hat einfach nicht genug Stunden. Oder hat die Woche nicht genug Tage?

Egal.

Fest steht nach dieser Fast-Woche:

  • IE 6 muss sterben. Schnell und schmerzhaft.
  • Die Welt ist schlecht. Und der Teil, der besonders übel ist, fährt mit wachsender Begeisterung Taxi.
  • Ich kann im Moment nur dazu raten, das kleine Kaff, in dem ich hause, weiträumig zu umfahren. Hier wird gebaut und gesperrt, das geht auf keine Kuhhaut.
  • Der Holländische Sport Verein hat da eine echte Perle im Sturm, von der noch keiner (im Sinne von »kaum einer«) etwas ahnt. Mal sehen, wie lange es dauert, bis sie diesen 18-jährigen vergraulen.
  • Boston Legal ist nicht Ally McBeal. Aber es ist auch nicht übel.
  • Ich darf noch genau 29 Tage in meinem Arbeitsgerät rauchen.
  • Spätestens kommende Woche wird eine neue Bassverstärkung angeschafft. Es ist Geld im Hause, und da kann es nicht bleiben – man ist ja nicht umsonst Musiker.

Soweit von mir. Melde mich ab zur allgemeinen Entspannung.

31 Jul 2007 Noch da

Doch, doch. Ich bin noch da. Ganz sicher. Ich sitze hier auf meinem Stuhl, hätte wahnsinnig viel zu bloggen gehabt und komme einfach nicht dazu. So kann's gehen, wenn Kollegen Urlaub machen und man deshalb knietief in der Nachtschicht versinkt. Aber das ist bald vorbei.

12 Jul 2007 Der pure Wahnsinn

Es dürfte wohl klar sein, dass man in so einer Mietkraftdroschke Dinge sieht und hört, die man mitunter lieber nicht gesehen oder gehört hätte. Das ist quasi der ganz normale Wahnsinn. Heute aber hat mir jemand etwas gestanden … mein lieber Mann. Ganz harter Tobak.

Wir reden von S., wie wir ihn (so um die 40, Bürojob, meines Wissens kinderlos verheiratet) mal zu seinem eigenen Schutz nennen wollen. S. ist so ein Typ, der als Teenie schon immer »der mit den vielen Schallplatten war«, vermutlich auch DJ auf Klassenfesten usw. Und der dann ständig anderen Leute »seine« Musik aufdrängen muss – ob man nun will oder nicht. »Wie, Du magst XY nicht? Kann nich sein. Ich bring Dir mal die eine Live-CD mit, voll super.«, das sind so typische S.-Sätze.

In vielen Fällen kann das angenehm sein – mein Musikgeschmack und der von S. haben durchaus Schnittpunkte, auch wenn ich nicht so recht verstehe, was man an … naja, lassen wir das. Ich bin Musikfaschist, das ist mir auch klar. Aber das, was S. mir heute gestanden hat, das muss jetzt erstmal sacken.

Nicht genug, dass er bei Gröhlemeyer im Volkspark war, nein. S. schreckt vor nix zurück. Demnächst fährt er nach Flensburg zum Pur-Konzert. Meinen Einwand, das sei Musik für Leute, die eigentlich lieber Radio hören, empfand er als »Tiefschlag«. Als er dann aber noch erzählte, er habe seine Frau auf einem Pur-Konzert kennengelernt, habe ich ihn lieber schnell abgesetzt. Sonst hätte ich ihm womöglich noch sagen müssen, dass ich diese Ehe praktisch schon als gescheitert ansehe …

05 Jul 2007 Wenn nix los ist, ist nix los. Oder?

Ich weiß gar nicht, wie viele aktive Mietkraftdroschken es in unserem beschaulichen Städtchen eigentlich genau gibt. Es sind de facto zu viele, aber irgendwas ist ja immer. An Abenden wie gestern gibt es jedenfalls fünf, zumindest in der Nachtschicht. Für den Anfang. Wenn wir dann – wie gestern abend – irgendwann feststellen, dass so gar nichts los ist, dann schicken die zwei, die einen zweiten Kollegen dabei haben, eben diesen nach Hause. Wozu unnütz rumstehen? (Entgegen anders lautender Gerüchte stehen wir nachts nicht gerne unnütz in der Gegend rum.)

Es erschallt also ein »Ich mach denn ma Feierahmb.« in Stereo über den Taxistand am Bahnhof, und ziemlich zuverlässig eine knappe Stunde später bricht urplötzlich die Hölle los. Keiner weiß, woher sie auf einmal alle kommen, aber heillige Scheiße, sie kommen! Handys und Motoren laufen heiß, zackpengbumm, drei Droschkenkutscher versuchen, zu retten, was zu retten ist. Irgendwie muss man die Leute doch nach Hause kriegen, zur Not muss halt vertröstet oder ein Kollege vorbeigeschickt werden. Sehr beliebt in solchen Situationen auch immer: Pilotfahrten (zwei Mann kommen mit einem Taxi, der Copilot fährt den beschickerten Leuten den eigenen Wagen sicher nach Hause; kostet natürlich doppelt). Das Vergnügen hatten wir gestern nacht zu besten Sendezeit dann auch noch, parallel zur sich auflösenden Party in der ortsansässigen Polizeischule, von der keiner was wusste …

Aber natürlich greift da Murphy's taxi law – wären die beiden Kollegen da geblieben, wäre die gesamte Polizeischule zu Fuss abmarschiert, die Dame von der Opernscheune hätte ihr Auto stehen gelassen und der Typ, der morgens um halb vier von der inoffiziellen Einweihung des neuen Nobelrestaurants im Nachbarort (für hasenartige Insider: Im Intermar) kam (»Wie spät isses? Ach Du Scheiße, ich muss um sechs arbeiten.«), hätte sich irgendwie mitnehmen lassen.

Und ich hätte gestern nacht ganz in Ruhe in der Rufbereitschaft meinen Webserver aufgesetzt und heute morgen nix zu bloggen gehabt.