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05 Jun 2008 Geschäftig, geschäftig

Quittungen brauchen in Mietkraftdroschken eigentlich nur drei Sorten Leute: Selbständige, Privatversicherte und Geschäftsreisende. Von letzteren trifft man in einem 17.000-Einwohner-Kaff, das kaum Industrie hat und in erster Linie vom Tourismus lebt, so gut wie nie. Ergo stellt man auch kaum Quittungen aus, was einigermaßen bequem ist, weil wir die Dinger noch mit Liebe von Hand malen müssen.

Gestern abend hingegen habe ich meinen persönlichen Rekord für ausgestellte Quittungen gebrochen: 4 Quittungen in 9 Stunden Dienst, davon nur eine für eine Krankenfahrt, und das an einem faden Mittwochabend im Sommer. (Ja, bei uns ist Sommer. Ein(!) Regentag in den letzten 6 Wochen. Tut mir leid für die absaufenden Bundesländer.)

17 Apr 2008 Nächtliche Kaffeepausen

Es stimmt ja: Der wahre Treibstoff, der Taxen antreibt, ist mitnichten Diesel – es ist Kaffee. Aber wenn mir jemand morgens um viertel vor zwei in der Nachschicht generöse fuffzich Cent Trinkgeld mit der Bemerkung »Für 'nen Kaffee nachher …« zukommen lässt, muss ich doch grinsen.

Zum einen: Um viertel vor zwei gibt es an einem Mittwochabend, speziell zu Monatsmitte, kein »nachher« mehr. Da stehen die Chancen exzellent, dass man die letzte Fuhre der Schicht war. Zum anderen: Es gibt zwar durchaus Quellen, an denen Droschkenkutscher zum Spezialtarif von einem halben Euro eine Portion des koffeinierten Heißgetränkes bekommen – aber sicherlich nicht mehr um die Zeit.

Morgens um viertel vor zwei bekommen wir Kaffee entweder umsonst (z.B. in dem, nun ja, »Etablissement«, aus welchem der Herr gerade kam) oder gar nicht mehr. Will man um die Uhrzeit auch nicht mehr unbedingt.

10 Apr 2008 Fakten über eine kleine Stadt

Gelegentlich passiert es, dass ich Menschen in der Droschke habe, die etwas über die kleine Stadt, in der ich lebe und arbeite, wissen wollen. Oft sind das – so wie heute abend – junge Menschen, die in der ortsansässigen Landespolizeischule aufgenommen werden wollen. Anscheinend wird dort in der Aufnahmeprüfung u.a. nach der Einwohnerzahl unseres verschlafenen Städtchens gefragt (»Siebzehn- bis Achtzehntausend, je nach Jahreszeit und Tagesform.«).

Den berühmtesten Sohn der Stadt kennen zugezogene junge Menschen üblicherweise auch nicht, bis sie zum ersten Mal im Sommer der anlässlich der gleichnamigen Festspiele einfallenden Heerschaaren gewahr werden. Nun ja, dafür kennen die meisten immerhin Dr. Dressler, wenn auch nicht unter seinem bürgerlichen Namen (tut mir ja leid, Herr Haas).

Überhaupt haben wir es ja mit der Schauspielerei: Neulich habe ich gelesen, der in Eutin gedrehte Tatort: Reifezeugnis sei der bis heute erfolgreichste deutsche Fernsehfilm aller Zeiten. Und selbst die bereits erwähnte Landespolizeischule hat schon in einem Film mitgespielt: Im Anfang von Karniggels nämlich.

05 Apr 2008 Was ich zum heutigen (Arbeits-)Tag noch sagen wollte

AAAAARGH!!!1

(Ja, danke. Schon viel besser.)

06 Sep 2007 Neue Erkenntnisse aus der Nachtschicht

  • Es ist beängstigend, was für merkbefreite Schwachmaten in diesem Lande Uniform tragen dürfen. Ich schlage vor, in den Aufnahmetest für angehende Schutzmänner und -frauen den Tagesordnungspunkt »Verhalten gegenüber nüchternen Dritten in (selbst) alkoholisiertem Zustand« aufzunehmen. Das dürfte allerdings die Durchfallquote rasant in die Höhe schnellen lassen.
  • In Kneipen mit bescheuerten Namen gehen auch nur bescheuerte Leute.
  • Nach halb zwei kommen auch nur noch bekloppte Touren. Davon allerdings reichlich.