Entries tagged as taxi

23 Aug 2009 Plattfuß am Stadtfest

In Eutin ist an diesem Wochenende Stadtfest. Entgegen allgemeiner Annahme ist das in der Tagschicht im Taxi nicht unbedingt ein arbeitsamer Tag – da es spätestens ab 8 Uhr morgens keine Parkplätze mehr gibt, geht der Einheimische bei gutem Wetter zu Fuß und bleibt bei schlechtem Wetter zu Hause.

Umso lästiger, wenn man sich ausgerechnet an diesem Tag einen Plattfuß am Arbeitsgerät einfängt und zum allgemeinen Frotzeln der geschätzen Kollegen („Wie schön. Wer hätte gedacht, dass ich Dich nochmal arbeiten sehe …“ – „Wie aus dem Lehrbuch. Hätt ich selbst nicht besser gekonnt.“) im Schweiße seines Angesichtes kurbeln und schrauben darf.

Zu toppen eigentlich nur noch dadurch, dass der Plattfuß genau in dem Moment auftritt, in dem der einzige Wolkenbruch des gesamten Tages runter kommt.

Oder dadurch, dass man feststellt, dass kein Reserverad unter dem Auto hängt.

30 Jul 2009 Man steckt da nich drin

Vier Taxen am Eutiner Taxistand

Als dieses Foto geschossen wurde, saßen wir mit den versammelten fünf Kollegen der gestrigen Nachtschicht (und dem Pizzaheini von gegenüber) am Taxistand in der Abendsonne und freuten uns mit einem gewissen Galgenhumor darüber, dass man endlich mal in Ruhe mit den Kollegen einen ausklönen könne, ohne dass die werte Kundschaft „stört“. Erste Wetten wurden angeboten, ob es uns wohl gelingen würde, den Rekord vom Montag der Woche zu brechen, als Kollegin U. aus schierer Verzweifelung über die magere Auftragslage bereits um 20 Uhr (nach zwei Stunden im Dienst) wieder Feierabend machte …

… und dann kam es anders, als man denkt – und zwar von allen Seiten und mit voller Wucht. Abartig für einen gewöhnlichen Mittwoch in der Urlaubszeit des Sommers; kurz vorm Ersten, aber nicht kurz genug. Aber wie mein lieber Kollege F., derzeit amtierender „Alterspräsident“ der Droschkenkutscher (Kutscher, nicht Knutscher! Das nur am Rande für das Folgefolk auf twitter.) vor Ort, schulterzuckend zu sagen pflegt: „Weißt Du selber: Man steckt da nich drin.“

Das war also die leidige Urlaubsvertretung; der Kollege W. kann „seinen“ Montagabend gerne wieder haben, ich lege keinen Wert darauf. Damit's aber spannend bleibt, gehen nach einer Erholungswoche gleich die nächsten in den Urlaub – die Chefin nebst Familie, was für mich eine Versetzung ins grelle Licht der (Wochen-)Tagschicht bedeutet, gekrönt von einem – nicht mal angeforderten – freien Samstag am fünfzehnten August.

Ich hab ungefähr so lange keinen Samstag mehr frei gehabt, dass ich gar nicht weiß, was ich damit anstellen soll … das artet ja auch direkt in ein verlängertes Wochenende aus. Vorschläge, anyone?

20 Jul 2009 Ich bin dann mal (halb) weg

Es ist mal wieder Urlaubszeit, nur heißt das für mich in diesem Fall nicht Urlaub, sondern Urlaubsvertretungen machen – (Spät-)Schichten von Kollegen übernehmen.

Das wiederum bedeutet: Der ohnehin geschädigte Schlafrhythmus wird noch mehr in Richtung Spätschicht verbogen, was dazu führt, dass es zumindest für die kommenden zwei Wochen schwierig werden könnte, mich zu handelsüblichen Uhrzeiten zu erreichen.

Nein, ich nehme den Laptop nicht mit in die Droschke. Nein, ich installiere mir dafür keinen twitter-Client auf dem Handy. Soweit ist es dann doch noch nicht :)

16 Jun 2009 Bunter Hund

Wenn man ausnahmsweise mal (Sonst nie! Echt!) in der lokalen Zweigstelle des gelben M sein Abendbrot schiesst und dort von einem dieser jungen Menschen, welche dem Irrglauben aufgesessen sind, Systemgastronom sei ein ehrbarer Beruf mit Zukunftsaussichten, mit Na, heute frei? begrüßt wird, noch ehe man sagen kann, womit man sich gerne den Wanst vollschlagen würde, dann gibt es mehrere Möglichkeiten.

  1. Man is(s)t doch öfter beim gelben M, als man meint.
  2. Das Dorf, in dem man selbst wohnt, ist wirklich sehr klein.
  3. Man ist Droschkenkutscher und verliert so langsam den Überblick über die eigene Kundschaft.

(Ich kannte den echt nicht. Zumindest erkannte ich ihn in seiner systemgastronomischen Uniform nicht.)

06 Jun 2009 Anleitung zum Taxifahren, Teil 101

Aus jugendlicher Voreiligkeit habe ich diese Woche mal wieder das kurze Streichholz beim Dienstplanbingo gezogen und kam somit in den zweifelhaften Genuss einer Rundum-Sorglos-Woche in der Mietkraftdroschke – Mittwoch Nachtschicht, Freitag Frühschicht und weil's so schön war heute am Samstag noch eine Wochenendschicht oben drauf. Da war aber von „Kopp runter und arbeiten, beschweren könnt Ihr Euch später“ bis „Wir stehen uns die Reifen eckig und saufen Kaffee um die Wette“ wirklich alles dabei.

Nun sollte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben, dass Taxifahren eigentlich ganz leicht ist: „Hinsetzen, anschnallen, Kippe aus, Klappe halten!“ steht auf einem Schildchen, welches mein Kollege N., der alte Spaßvogel, in seinem Dienstfahrzeug kleben hat – „Klappe halten“ ist dabei total optional und normalerweise unerwünscht.

Trotzdem gibt es immer noch Zeitgenossen, denen diese Form der Personenbeförderung scheinbar fremd ist oder die dringlichst einen Auffrischungskurs benötigen. Also:

  1. Wenn man morgens um viertel nach neun bei einem beliebigen Taxiunternehmen anruft und anfragt, ob man wohl eine Portion Pommes gebracht bekommen könnte, sollte man sich nicht über schallendes Gelächter wundern. Speziell dann nicht, wenn man im 5 Kilometer entfernten Nachbarstädtchen anruft. Ja, wir machen Lieferfahrten – aber wir machen nicht alles, was man uns sagt.
  2. Wenn man einen Jungesellenabschied Hamburger Vorortler (Beruf: Sohn) schon auf's Land verlegt und dabei eine Strecke Richtung Strand mit Taxen zurücklegen möchte, sollte man, ehe man für eine Fahrt im Wert von 20 Euro schlanke 105 Euro ausgibt, durchaus mal die angetüddelten Reihen durchzählen. Einfaches Rechenbeispiel: 1 Fünfsitzer + 2 Siebensitzer - 3 Fahrer ergibt 16 Fahrgastplätze. Nicht 17. Unnötig zu erwähnen, dass 3 Siebensitzer genauso teuer gekommen wären – nacktes Glück, dass einer der Siebensitzer auf 8 Personen zugelassen war.
    Bonuspunkte immerhin für die schöne Aufgabenstellung an den kuhzünftigen Prinzgemahl: „Der muss auffe Strandpromenade die leeren Buddeln verhökern, damit wir den Kram nich zurückschleppn müssn!“
  3. Bestellt man „einen Wagen für 5 Personen“, so kann Missverständnissen vorgebeugt werden, indem man wahrheitsgemäß den Zusatz „mit Gepäck für eine Woche und einem kleinen Hund“ hinzufügt. Noch toller wäre die ungefähre Volumenangabe des mitgeführten Gepäcks, etwa in Form von „drei Trolleykoffer, zwei kleinen Taschen, einen Korb für den Hund und jede Menge lose in Tüten verpackte Spirituosen“ – dann kann der Fahrer bereits eine Stunde vorher damit beginnen, den spärlichen Stauraum, welcher in einem Minivan nach Ausklappen eines der beiden Sitze im ohnehin zu kleinen Kofferraum verbleibt, sinnvoll zu verplanen.

Ja, das sind reale Begebenheiten. Aber ich hätte ja auch auf meine Mutter hören und etwas Anständiges lernen können …