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17 Jul 2007 Immerhin nur Moldawien

Über zwei UI-Cup-Finals kann sich der HSV noch für den UEFA-Cup qualifizieren, Gegner ist relativ überraschend Chisinau/Moldawien, die sich gegen St. Gallen/Schweiz durchsetzen konnten. Chisinau ist nicht unbedingt das, was man einen attraktiven Gegner nennt, zumal dem HSV Ostblockmannschaften generell nicht wirklich liegen – aber es hätte erheblich schlimmer kommen können …

Der kicker berichtet in seiner aktuellen (Print-)Ausgabe über den FC Luch-Energija Wladiwostok. Da schau'n 'mer doch mal eben: Wo liegt denn das nochmal? Korrekt: Am Arsch. Und zwar am Arsch von Sibirien. Nette Einzelheiten aus dem Fussballerleben in Wladiwostok:

  • vom russischen »Zentrum« rund um Moskau ist Wladiwostok ca. 10 000 Flugkilometer entfernt
  • ein Auswärtsspiel in St. Petersburg entspricht der Überwindung von sieben Zeitzonen
  • daher darf Luch einige Male mehrere Auswärtsspiele in dieser Region am Stück austragen
  • zudem werden Heimspiele in Wladiwostok zeitversetzt angepfiffen, um dennoch in den Großraum Moskau zur besten Sendezeit übertragen zu können; Anstoß: 23 Uhr Ortszeit
  • müsste Luch beispielsweise international gegen einen Verein aus Island antreten, wären das elf(!) Zeitzonen

Dann doch lieber Chisinau, oder?

12 Jul 2007 Goodbye, Alex

Wie ich soeben dem kicker entnehme, ist sich Golfsburg mit Alexander Laas über einen Vertrag ab 2008 einig, was wohl faktisch bedeuten wird, dass sich Golfsburg und der HSV in den kommenden Tagen über eine – vermutlich zu niedrige – Ablösesumme für einen sofortigen Wechsel einigen werden.

Hamburg verliert damit einmal mehr ein großes Talent, das im eigenen Verein nie die Anerkennung erfahren hat, die ihm aufgrund der gezeigten Leistung zustünde und dem permanent »große Namen« vor die Nase gesetzt wurden, anstatt ihm das Vertrauen und die Zeit, sich in der Stammelf zu entwickeln, zu geben.

Es ist zudem historisch bedingt anzunehmen, dass Alexander Laas innerhalb der nächsten 6 Monate Nationalspieler werden wird (das sogenannte »Fabian-Ernst-Syndrom«).

05 Jul 2007 2007/2008: Die Wunschelf

Wunschelf HSV 2007/08

Eigentlich würde ich mir einen anderen Typ Stürmer, einen offensiv begabteren Rechtsverteidiger und irgendwo ein Plätzchen für Alex Laas wünschen, aber was will man machen?

12 Jun 2007 Einer geht, einer bleibt

So schade und unverständlich es auch ist, dass Besart Berisha den HSV in Richtung England verlässt, so löblich ist es, dass Alexander Laas dem HSV mindestens bis 2008 erhalten bleibt. Zwar hat Laas bislang seinen 2008 auslaufenden Vertrag (noch) nicht verlängert, gleichwohl hat er aber dem interessierten VfL Bochum abgesagt.

Ich werde beim HSV bleiben, das ist definitiv so. Der Trainer hat mir eine sehr gute Entwicklung bescheinigt und gesagt, ich solle auf diesem Weg weitermachen.

Das kann man nur unterschreiben, Laas hat in der Tat – wenngleich begünstigt durch Verletzungen speziell von Juan Pablo Sorin – eine sehr gute Saison gespielt. Gleiches galt zumindest in Ansätzen für Berisha, der jedoch in irgendeiner der Öffentlichkeit unbekannten Form Stevens' Zorn auf sich gezogen zu haben scheint. Seitdem der »Knurrer aus Kerkrade« HSV-Trainer ist, galt Berisha als persona non grata, was erstaunlich ist, bedenkt man, welche Mühen der Verein zuvor auf sich genommen hat (u.A. Ausleihe nach Dänemark), um Berisha schließlich doch noch einsetzen zu können (Berisha hatte aufgrund seiner Staatsbürgerschaft Probleme, eine Spielerlaubnis in Deutschland zu bekommen).

Vermutlich wird man sich bei Stevens an solche nicht transparenten Aktionen gewöhnen müssen … umso erfreulicher, dass im Falle von Laas anscheinend Kommunikation stattfand, zumal Laas (ebenso wie Piotr Trochowski, der jedoch offenbar ebenfalls nicht zu Stevens' Lieblingen gehört) nicht nur eine gute Entwicklung genommen hat, sondern auch noch einer der wenigen »Hamburger Jungs« im Kader ist.

07 Jun 2007 Piffpaff

Es ist doch immer wieder amüsant, welche verbalen Mühen erwachsene Männer auf sich nehmen, um sich Droschkenkutschern gegenüber um den Satz »Fahr mich mal in 'n Puff.« zu drücken. Firmeninterner Funkjargon für sowas war übrigens früher »Der Herr möcht noch ma bei die Damen.« (ausgesprochen mit angenehm norddeutsch-flachländischem Unterton; die Hamburger unter uns werden es quasi bildlich vor sich hören), auch immer wieder gern genommen ist »Wo kann man sich denn hier noch 'n bißchen amüsieren?«, und last not least gibt es noch diverse Umschreibungen für die entsprechenden Etablissements – siehe Titel dieses Eintrages …

Ebenso interessant, dass immer wieder gern betont wird, mann wolle dort »Bloss noch 'n Bier trinken« (Is' klar. Hat ja sonst nix mehr auf, da zahlt mann gern 'nen Zehner für 'ne Buddel Warsteiner. Ich glaub, es hakt.) oder »Sich bloss nett unterhalten« (Genau dafür sind die Damen ja auch da.), denn »ich geh ja nich mit rauf«. Jessas.

Das erinnert mich dann immer wieder an eine meiner ersten Touren in die rote Meile von Kiel (die eigentlich eher ein roter Quadratmeter ist). Abgesehen davon, dass ich als unbedarfter Neutaxler nicht nur im Innenhof parkte, was nicht so gern gesehen wird, und dabei auch noch einen Zuhälter zugeparkt habe (»Oha. Steh ich im Weg?« – »Joah. Macht aber nix.«), auf dessen Hutablage ein Pitbull unruhig umherwetzte, stand ich da nett und sonnig in der Gegend rum und hörte Fussball im Radio. Alles Weibliche, was des Weges kam, grüßte nett und freundlich. Alles Männlich schwieg beharrlich (»Ich seh Dich nicht, also siehst Du mich auch nicht.«). Herrschaften, wie albern.

Ich will jetzt weiß Gott keine Lanze pro Puffbesuch brechen. Aber wenn mann meint, dass mann so tun müsse, soll mann doch bitte – der Kalauer sei mir gestattet – dazu stehen. Wer weiß, wie es bei uns aussehen würde, wenn es die roten Quadratmeter nicht geben würde.