Entries tagged as soccer

10 Sep 2007 Stevens über Atouba

Manchmal frage ich mich, was die dem Huub in Hamburg über die Fritten kippen:

Ich mag Spieler, die etwas Besonderes haben. Timmi ist so einer. Manchmal kratze ich mich am Ohr, wenn er am eigenen Strafraum einen Tunnel versucht. Aber das ist seine Art des Spiels.

Er kratzt sich am Ohr? Er kratzt sich AM OHR??? Bei anderen Coaches, u.a. dem eigentlich bekannten Huub Stevens, läge Atouba für sowas längst im Hamburger Hafenbecken! Andererseits:

Wir reden oft darüber, was geht und was nicht. [...] Aber ich will ihn nicht ändern, sonst beraube ich ihn seiner Qualitäten.

Verstehe – Zuckerbrot und Peitsche. Aus einem Atouba macht man eben auch keinen Hollerbach.

04 Sep 2007 Fünfzehn

Fussballer müssen wissen, wieviele Tore sie mal in einem Spiel geschossen haben, selbst wenn es gegen Blau-Weiß Hintertupfing in der F-Jugend auf einem Grandplatz war. Snooker-Spieler haben es da ein wenig leichter, denn die wichtigste Frage in diesem Sport ist: »Was ist Dein höchstes Break?«, wobei man Unwissenden an dieser Stelle vielleicht erklären sollte, dass ein Break eine Punktzahl ist, die durch in Serie korrekt gelochte Bälle entsteht. Schafft man das perfekt, erziehlt also die höchstmögliche Punktzahl von 147, so hat man ein sogenanntes Maximum Break zu Buche stehen. Davon sind mein Snookerpartner Martin und ich Lichtjahre entfernt, aber das macht nichts – wir spielen ja erst seit einem knappen Jahr und auch das nur einmal pro Woche.

Seit heute abend jedenfalls kann ich diese Frage mit einer neuen Antwort beantworten: »Fünfzehn«. Wem das lächerlich wenig erscheint, der möge sich an einen Tisch stellen und es unter gleichen Umständen besser machen – die Lernkurve beim Snooker ist abartig steil. Fünfzehn bedeutet in diesem Fall Rot, Blau, Rot, Schwarz, Rot … und dann kam leider, leider eine sauknapp verschossene Schwarze aus einem perversen Winkel. Nicht zu machen, zumindest nicht für mich. Und es war an keine andere Farbe heranzukommen. Ansonsten wäre aus dem Break mindestens eine Zweiundzwanzig geworden. Und das wäre insofern interessant gewesen, als dass der Meister persönlich, Ronnie O'Sullivan, in seiner Autobiografie über Stones-Gitarrist Ron Wood nicht nur erzählt, dass dieser in seinem Haus einen der schönsten Snooker-Räume überhaupt hat, sondern auch Folgendes (sinngemäß zitiert) preisgibt:

Er ist ein ziemlich guter Spieler, er kann Breaks um die zwanzig Punkte machen.

Tja. Das wär's gewesen, Kopf an Kopf mit Ronnie Wood. Naja, Schwamm drüber.

31 Aug 2007 Immer wieder Donnerstags

Ich verfolge bekanntlich den HSV eher im TV denn im Stadion, weshalb ich es auch durchaus charmant finde, dass die Herren in den roten Hosen diese Saison im UEFA-Cup spielen – premiere habe ich nämlich auch nicht. Nun kollidiert der übliche Wochentag, an dem UEFA-Cup-Spiele aus- und übertragen werden, aber leider mit dem Abend, an dem ich üblicherweise mit netten Menschen im Eingeweise einer Kneipe sitze und dummes Zeug rede.

Vor 14 Tagen dachte ich mir, bleibste mal zu Hause, guckste Fussball. Die Dame meines Herzens weilte im Kurzurlaub bei ihren Eltern, also: Entspannt vor die Glotze gepackt. Und, was war? Murks. Lausig langweiliges Nullzunull in Budapest.

Gestern das Ganze in umgekehrt: Drauf gepfiffen, Bier trinken gegangen. Und, was war? Vierzunull, Mörderspiel. (Nein, ich verzichte jetzt nicht für die restliche UEFA-Cup-Saison auf TV-Übertragungen, um es nicht zu beschreien.)

Da fällt mir dann immer Herr Schmüser ein, der früher, als ich und viele andere Knirpse auf verwarzten Ascheplätzen und holperigem Geläuf dem runden Leder hinterher jagten, in seinem braunen Trainingsanzug an der Außenlinie stand und sich die Haare raufte. Und was hat der immer gesagt?

»Das ist doch zum Mäusemelken mit Euch!«

Genau.

17 Aug 2007 Der Knurrer hat geknurrt

Einige der Mitlesenden sind ja immer noch nicht warm geworden mit HSV-Coach Huub Stevens – ich mag den »Knurrer von Kerkrade«, er erinnert ein wenig an den seligen Ernst Happel. Nun äußert sich Stevens zu der ganzen Posse um Rafael van der Vaart:

"Die Frage, ob er wirklich verletzt ist, ist eine Frechheit. Es ist unglaublich, was hier in Hamburg gerade passiert" [...] Wenn er fit sei, spiele er hundertprozentig, habe ihm van der Vaart bestätigt. Für das Spiel forderte er ein geschlossenes Auftreten, dies gelte auch für die Fans: "Pfeift einer einen HSV-Spieler aus, pfeift er alle aus"

Über den letzten Satz kann man geteilter Meinung sein … aber versuchen wir mal, unspekulativ auf die Fakten zu gucken. Fakt ist offenbar, dass der HSV Valencia (und in Kopie der DFL und FIFA) mitgeteilt hat, weiteres Werben um van der Vaart sei zwecklos. Demnach wäre Fakt, dass er mindestens bis zur Transferperiode im Winter das HSV-Trikot tragen wird, und nach der desolaten Vorstellung der Mannschaft in Ungarn sollte er es besser auch bis dahin tragen. Und sollte das so geschehen, wäre es grober Leichtsinn, ihn von vornherein auszupfeifen – das hilft nun auch nicht mehr weiter. Denn Fakt ist: Wenn er im Winter gehen will, wird er gehen.

16 Aug 2007 Das Verwirrspiel geht weiter

Soeben via kicker:

Rafael van der Vaart wird beim UEFA-Cup-Quali-Spiel in Budapest nicht im Kader stehen. Der Niederländer verzichtete wegen Rückenbeschwerden auf einen Einsatz.

Diese Meldung erhärtet die Theorie vom Charakterschwein, auch wenn Sportchef Beiersdorfer noch anders zitiert wird:

"Ich habe den Manager von Valencia angerufen und gesagt, dass wir den Spieler nicht abgeben und er die Bemühungen einstellen muss", sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer in Budapest.

Stichwort van Buyten, Stichwort Boulahrouz. In einer halben Stunde ist Anstoss, dann wissen wir zumindest definitiv, ob van der Vaart nun aufläuft oder nicht. Ganz aktuell scheint mir der kicker nicht zu sein, da ich dort noch lese, Joris Mathijsen sei angesichts der bevorstehenden Geburt definitiv nicht dabei – im Videotext hingegen las ich vorhin, Mathijsen sei Vater eines Sohnes geworden und bereits unterwegs nach Budapest.

Einnert mich alles ein wenig an ein Referat, dass ich vor Jahren mal an der Uni gehört habe – »Demokratie und die Macht der Medien« …