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03 Sep 2005 Zuckerbrot und Peitsche

Es kommentiert: Bela Réthy, sozusagen der letzte halbwegs brauchbare Fußball-Kommentator, der das sinkende öffentlich-rechtliche Schiff noch auf Kurs hält.

Es moderiert: Johannes Baptist Kerner, ein Talkshow-Host, der gerne Sportreporter geworden wäre.

Wer schreibt beim ZDF eigentlich die Dienstpläne? *seufz*

31 Aug 2005 Noch 'n Sonderheft

Nachdem Kai sich schon über die Saisonvorschausonderhefte (puh!) von kicker und Sport-BILD ausgelassen hat, darf ich mich heute mal anschliessen und das "traditionelle" (Huch. Sooo lange gibt's das meines Wissens noch gar nicht?) Sonderheft Champions League/UEFA-Cup des kicker begutachten (heute frisch erschienen - ich musste zum zweitnächsten Zeitschriften-Dealer, der erstnächste hatte noch nicht ausgepackt).

Der kicker versteht unter traditionell irgendwie "jedes Jahr das gleiche". Dem reichhaltigen Statistikteil (Na, wer hat 1967 den UEFA-Cup gewonnen? Hm?) wird das letzte Jahr hinzugefügt, die Kader werden angepasst, aber aus den Analysen der Teams, die im letzten Jahr schon dabei waren, kommt einem doch mancher Satz bekannt vor.

Angenehm ist, dass der kicker in diesem Jahr jedem CL-Team eine ganze Seite widmet (bekamen sonst nur die deutschen Gruppengegner). Unangenehm ist, dass dafür der UEFA-Cup in eine Beilage ausgelagert wurde, die man - wenn's denn endlich losgeht - garantiert verbummelt hat. Letztlich ist das Sonderheft keine journalistische Offenbarung, sondern einfach eine gedruckte Ansammlung kompakter Informationen (netterweise im Gegensatz zum "normalen" kicker aber nicht teurer geworden). Man ist schon ziemlich schnell damit durch.

(Den von Kai gezogenen Vergleich mit den Preview-Ausgaben amerikanischer Medien zu den US-Sports erspare ich mir. Not even close.)

22 Jul 2005 Suchtfaktor ahead

Soso. Ab Anfang Oktober muss ich mich also wieder auf Schlafentzug vorbereiten.

(Yippieh!)

04 Feb 2005 Marcel Reif: "Aus spitzem Winkel. Fußballreporter aus Leidenschaft."

Grimme-Preisträger Marcel "Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan wie heute" Reif erzählt. Von seiner Kindheit als Sohn polnischer Juden in Warschau, Haifa und schließlich Kaiserslautern (nicht so interessant), von einer zunächst schleppenden, später rasanten Karriere als Journalist (je nach Zeitraum mäßig bis einigermaßen interessant), von seiner eher harten Zeit als Sportchef, der seine Familie wegen einer jüngeren Kollegin verlässt (einigermaßen interessant), natürlich von dem Spiel, das möglicherweise sein größtes war und davon, was er jungen Kollegen mit auf den Weg geben möchte (hochinteressant, vor allem für die Kollegen; mögen sie es beherzigen).

Wer Reif als Kommentator mag (ich persönlich mag ihn sehr), den wird dieses Buch interessieren, auch wenn es sich vor allem deshalb leicht liest, weil man langweilige Passagen leicht überfliegen kann. Wirklich fesselnd wird es immer dann, wenn der immer noch leidenschaftliche Fan Reif von Fußball spricht, als sei er ein kleiner Junge auf dem Bolzplatz - und vielleicht ist eben das sein Geheimnis. Das, und eine große Leidenschaft für Sprache, nicht als spitz(züngig)e Waffe, sondern als Instrument der Verständigung. Seine Ausführungen zu Platitüden im Reporterdeutsch sind messerscharf auf den Punkt, seine Ansicht zu Distanz und Respekt gegenüber Profis und Trainern trifft den Punkt. Der Mann sollte Sportreporter ausbilden.