Entries tagged as snooker

13 Jun 2008 Five in a row

Die Lernkurve am großen grünen Snookertisch ist brutal steil; man freut sich bereits über kleine Erfolgserlebnisse wie zufällig geglückte Trickshots, man bekommt selbst für eigentlich lächerlich niedrige Breaks Anerkennung gezollt.

Ein ebenso erfreuliches Erfolgserlebnis könnte es sein, fünf Kugeln regelkonform eingenetzt zu haben. Muss man erstmal machen – fünf Bälle in Folge zu lochen mag beim Pool keine Herausforderung sein, am Snookertisch ist das auf diesem Niveau bereits eine athletische Höchstleistung.

Locht man dabei allerdings die letzte Rote, dazu Grün als Farbe und dann die drei kleinen des Endspiels, verschießt dann jedoch Blau auf, na, genau, die Mitteltasche, dann gibt's eben »nur« 13 Punkte für diesen Kraftakt, und das ist dann irgendwie … nun ja. Gnarf.

22 May 2008 Ronnie's Snooker Hotshots

Als leicht verspätetes Geburtstagspräsent der besseren Hälfte bekam ich gestern Ronnie's Snooker Hotshots überreicht, eine in Deutschland nur teuer per UK-Import bei amazon zu erhaltende DVD, auf welcher der Meister des 147 die besten Maximum Breaks, die übelsten verpassten 147s und seine All-Time-Topspieler präsentiert.

Die DVD enthält sechs vollständige Maximums, darunter natürlich auch Ronnies Rekord-147 gegen Mick Price in gut fünf Minuten, dazu fünf kurze Gespräche mit dem Meister und die »147 Hell«, eine kurze Sequenz mit in letzter Minute vergeigten Maximums. Das alles in bester Bildqualität (16:9), aber lediglich mit einer englischen Tonspur ohne Untertitel. Letzteres ist ein wenig ärgerlich, da speziell O'Sullivan in den Gesprächssequenzen selbst mit gutem Englisch nur schwer zu verstehen ist.

Die Gesamtspielzeit von gut einer Stunde ergänzen ungeschnittene Versionen von fünf Maximums – Ronnies schnellstes Maximum passte logischerweise ungeschnitten in den eigentlichen Film :-) Wozu man für dieses Ausmaß an Bildmaterial allerdings eine DVD9 braucht, wird wohl ein Geheimnis des Herstellers bleiben.

Alles in allem eine höchst spartanisch ausgestattete DVD, deren Inhalt größtenteils auch via YouTube zu finden sein dürfte, allerdings naturgemäß in lausiger Qualität.

08 May 2008 Alles Ronnie

Grandios, wie so ein Weltmeistertitel das Interesse an der Person steigert – von den Top 10 Suchbegriffen, die im Mai bislang zu diesem Blog führten, zeigen 7 die unterschiedlichen Arten und Weisen, wie man den Namen des neuen Snookerweltmeisters Ronnie O'Sullivan bei Google eingeben kann. Ich zähle allein 4 verschiedene Zeichen, die als Apostroph herhalten mussten …

(Aber hey, danke für den Traffic.)

25 Mar 2008 Ich blogge fremd

Diejenigen, die von den Snooker-Einträgen hier mitunter etwas genervt waren, können partiell aufatmen. Seit Beginn der China Open unterstütze ich Eric als Co-Autor im Snookerblog. Das bedeutet, dass meine Ansichten und Einschätzungen zur Main Tour kuhzünftig dort zu finden sein werden, zumindest für den Rest der Saison. Danach muss man sehen, ob diese Zusammenarbeit für beide Seiten funktioniert. Das »Tagesgeschäft« im Snookerblog (Berichterstattung, Ergebnisse etc.) liegt weiterhin bei Eric, ich werde mich auf Analysen und Beobachtungen konzentrieren und zudem versuchen, die Spielerportraits ein wenig aufzupolieren.

Frage dazu: Hat irgendjemand zufällig eine Quelle für frei verfügbare Spielerbilder von der Main Tour? Hat jemand eventuell mal bei einem Turnier im deutschsprachigen Raum selbst fotografiert und würde diese Bilder eventuell zur Verfügung stellen?

Auch blogtechnisch ist dieser Ausflug höchst interessant – Eric betreibt das Snookerblog mit Textpattern, einem interessanten Blogsystem/CMS, welches mir nicht gänzlich unbekannt ist, allerdings ist meine Begegnung mit Textpattern schon eine ganze Weile her.

12 Mar 2008 Snooker-Tipps IVb

(Fortsetzung von Snooker-Tipps IVa)

Snooker ist ein technisch sehr anspruchsvoller Sport, bei dem jedoch nicht alles rein von der Technik abhängt. Mindestens ebenso wichtig ist es, taktisch klug zu spielen. Auch in diesem Bereich spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die sich parallel zueinander entwickeln.

Eine der größten Herausforderungen für Anfänger am Snooker-Tisch ist es, das Bild zu erhalten, sprich: Idealerweise die Farben möglichst lange auf ihren Aufsetzmarken (»Spots«) liegen zu lassen und auch den Pulk der Roten (»Pack«) nicht krachend zu öffnen, wie es beim Pool üblich ist, sondern nach und nach Rote zu lösen. Beides klappt an und für sich bei mir recht gut, aber leider nur für eine begrenzte Zeit (wobei das natürlich nie allein im eigenen Spiel, sondern auch in dem des Gegenspielers liegt). Man sollte sich meines Erachtens dennoch bemühen, das Bild möglichst lange »heil« zu lasssen – wild über den Tisch verteilte Bälle machen das Spiel unübersichtlich und schränken zudem taktisch ein.

Den größten Schaden kann man in dieser Hinsicht bereits beim Anstoß anrichten, speziell dann, wenn man das Pack zu voll trifft. Hier gilt es zum einen, den richtigen Anspielpunkt (üblicherweise eine der Roten aussen am breiten Ende des Packs) zu wählen; des weiteren muss man aufpassen, auf dem Rückweg vom Pack, welcher ggf. über drei Banden läuft, nicht an Blau oder gar an umherrollenden Roten hängen zu bleiben. Auch das klappt mittlerweile in den meisten Fällen ganz passabel. Speziell beim Anstoß kann man übrigens meines Erachtens sehr gut lernen, den effektiv nötigen Kraftaufwand einzuschätzen – es braucht gar nicht viel Kraft, um wieder an die Fußbande zu gelangen …

Wichtig, aber angesichts der Tendenz im modernen Snooker, offensiv und aggressiv zu spielen, oft unterschätzt ist das Safety-Spiel, also das sichere Ablegen des Spielballs beim Ausstieg aus einem Break. Auch das klappt mittlerweile recht gut und hängt in erster Linie vom Gefühl für Geschwindigkeit und Kraftaufwand, aber auch von der Orientierung auf dem Tisch ab. Speziell das Safety-Spiel kann durch ein »kaputtes« Bild massiv erschwert werden – in den meisten Fällen wird eine Safety so aussehen, dass man den Spielball über einen Objektball aus der Kopfhälfte des Tisches zurück hinter die »kleinen« Farben (Gelb, Grün, Braun) schickt, was naturgemäß schwierig ist, wenn diese nicht auf den Spots liegen. Gerade auf Anfängerlevel ist eine Safety oft eine gute Alternative zu einem schwierigen Ball, daher sollte man diese Option nicht abschätzig als defensives Spiel einstufen.