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16 May 2009 Schön Bund

Gleich vorweg: Ich habe nichts dagegen, dass mittlerweile auch Frauen zur Bundeswehr „dürfen“. Ich halte es nicht unbedingt für einen kriegsentscheidenden (Harr harr) Schritt der Emanzipation, aber nun gut. Interessant finde ich die Folgen.

Meiner heute im knallharten Fronteinsatz (Harr harr) in der Droschke erworbenen Erkenntnis nach gibt es neuerdings(?) im Repertoire der Kleiderkammern des Heeres anscheinend allen Ernstes Beauty Cases (a.k.a. „Schminkköfferchen&ldquo) in Flecktarn. Zwar nicht in bewährter Samsonite-Qualität, so dass man sie im Ernstfall (Harr harr) auch noch als Wurfgranate einsetzen könnte, aber immerhin: Formgleich dem Vorbild in Flecktarn.

Warum auch nicht? In pink oder lila gehalten würde so ein Gepäckstück sich auch nur unschön aus der olivgrünen Masse abheben.

Wenn ein ebensolches Beauty Case allerdings von einem krass-konkreten jungen Mann eindeutig südosteuropäischen Ursprungs in Baggy-Jeans mit auf dem Gel-Igel angeflanschten Basecap in modischer Schieflage als eindeutiger Bestandteil seines eigenen Gepäcks (und nicht etwa als Akt des Kavaliertums einer Kameradin – Sagt man das so? Ich selbst wurde ja dereinst ausgemustert. – gegenüber) aus der Kaserne geschleppt wird … nun, dann soll man sich bitte zumindest nicht wundern, wenn ich ein bißchen anfange zu kichern …

17 Apr 2009 Schlampig umgesetzt: WSC Real 09 (PC)

Das Sportspiel an sich ist zum Leidwesen derer, die es gerne spielen, ein Stiefkind der Spielebranche. Lieblos behandelt, schlampig umgesetzt. Das gilt leider auch für World Snooker Championship Real 2009, zumindest für die soeben (nach mehrmaliger Vertagung endlich) erschienene PC-Version.

Grundsätzlich ist WSC Real 09 eine gelungene Umsetzung des Snookersports als Computerspiel. Gelungene Optik und Präsentation (auch wenn ich auf meinem ollen Athlon 1.1 GHz die Details auf absolutes Minimum zurückschauben muss, damit es halbwegs spielbar ist; naja, immerhin läuft es trotz „2 GHz Pentium 4“ Minimalanforderung überhaupt …), stimmige Ballphysik, reale Gegner und Turniere dank WPBSA-Lizenz. Leider macht Blade Interactive wenig daraus.

  • Die Lizenz wird nur für die Top 32 der Rangliste genutzt, danach wird mit Phantasiegegnern aufgefüllt.
  • Sowohl die Vergabe der Ranglistenpunkte als auch die Zahl der gespielten Frames entsprechen nicht der Realität.
  • Bei sämtlichen(!) Stößen mit Effet ist die Darstellung des Queues falsch.
  • Es gibt diverse Grafikbugs.
  • Nach wie vor kann man nicht mitten in einem Spiel speichern, wohl aber ein Spiel abbrechen und erneut spielen.
  • Das Masters wird nach wie vor als normales Ranglistenturnier gewertet.
  • Die mühsam über Training angeeigneten Fähigkeitspunkte haben keinerlei Auswirkung auf die Spielstärke des eigenen Spielers.
  • Die Qualifikationsturniere sind immer noch eine Runde zu lang bzw. die Hauptrunden eine Runde zu kurz

Kleine Feinheiten? Sicherlich, aber auch und gerade die drücken (für mich zumindest) den Spielspaß. Immerhin wird der Grand Prix endlich im richtigen Gruppenmodus ausgetragen – das wäre aber auch so ziemlich die einzige Neuerung, die wirklich eine Verbesserung darstellt, sieht man mal von der Präsentation (welche ich nur bedingt beurteilen kann) ab. Grundsätzlich ist das Spiel mit ein wenig Übung viel zu leicht.

Wer die alte Version von 2005 besitzt, kann getrost dabei bleiben. Schade.

22 Mar 2009 Zweitwagen

Als ich noch jung und hübsch war, damals kurz nach'm Kartoffelkrieg, fuhren junge Mütter normalweise einen sogenannten „Zweitwagen“ – etwas Handliches aus der Preisklasse „überdachte Zündkerze“, meinethalben einen Uno oder so. Das hat sich grundlegend geändert.

Auch eben beim Sonntagseinkauf war mal wieder festzustellen, dass der angemessene fahrbare Untersatz für eine Mutter heutzutage eindeutig in der Kategorie Minivan, besser noch: Geländewagen, einzuordnen ist. (Passt auch viel besser zum gesetzlich vorgeschriebenen Jack Russell.)

Bitte nicht falsch verstehen: Es ist absolut nachvollziehbar, dass man für die Beförderung und Versorgung eines Dreijährigen zwangsläufig die Sitzplatzanzahl eines Linienbusses und die Ladefläche eines Pickups braucht. Im Grunde kann es nur noch eine Frage von Monaten sein, bis vor Grundschulen die ersten Stellplätze für Sattelschlepper angelegt werden.

Nur: Fahren sollte man sowas schon auch können …

12 Mar 2009 Und wieder 10 Euro gespart

Ich gehe ja, obschon ich mich durchaus als Cineast bzw. meinetwegen „Film-Junkie“ bezeichnen würde, nicht mehr ins Kino. Es ist mir zu teuer, nahezu jeder Film kommt zeitnah auf DVD raus, zu Hause kann ich rauchen und muss keine Spacken in der Reihe hinter mir ertragen. Zudem haben Kinos zu den Uhrzeiten, zu welchen ich üblicherweise Filme gucke, längst geschlossen.

Nach der gestrigen Spätschicht z.B. führte ich mir den von mir lang erwarteten Baader Meinhof Komplex zu Gemüte – und war froh, das nicht im Kino getan zu haben. Was schon vorher klar war, bestätigte sich natürlich: Das grandiose Buch von Stefan Aust ist als Spielfilm unverfilmbar.

Natürlich ist der Film, speziell für Menschen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne, nach wie vor unterhaltsam. Aber er versucht, 10 Jahre RAF in zweieinhalb Stunden Film zu verpacken. Das meines Erachtens großartige Todesspiel braucht bereits ca. 3 Stunden Gesamtlaufzeit, um nur die Schleyer-Entführung halbwegs detailliert abzudecken. Was Aust im Buch mit Leichtigkeit gelang, ist im Kinoformat schlicht nicht umzusetzen.

Der verfilmte Baader Meinhof Komplex galoppiert in hektisch geschnittener Mischung aus Spielfilmelementen und Zeitdokumenten durch 10 Jahre und verbrennt unterwegs einen Haufen prominenter Gesichter, von denen kaum eines dazu kommt, seine Rolle wirklich darzustellen. Ehrlich gesagt bezweifele ich bei einigen Schauspielern, dass sie ihren Text überhaupt lernen mussten.

Natürlich gilt, was schon Anke damalstm nach dem Kinobesuch anmerkte: Eigentlich müsste dieser Film 8 oder mehr Stunden dauern. Das wäre ein Format, welches schon als Miniserie im deutschen Fernsehen bedenklich lang wäre. Ohnehin erzählt dieser Kinofilm eine Geschichte, welche durch Dokumentationen und Fernsehen längst zur Genüge erzählt war. Schade drum.

30 Dec 2008 Einkaufen vs. Shopping

Ich gehöre eindeutig zu der Sorte Menschen (mittlerweile habe ich mich glaubwürdig davon überzeugen lassen, dass diese Einstellung geschlechterübergreifend ist; allerdings dürfte das Phänomen unter Frauen weit seltener sein), die gerne shoppen, aber ungern einkaufen.

Einkaufen, um das mal eingangs klar zu definieren, ist, wenn man Dinge kauft, die man braucht. Beispielsweise begibt man sich wie ich soeben in einen ortsansässigen Supermarkt, um dort einen Sechserträger Flaschenbier und ein wenig Essbares für Neujahr, wenn plötzlich wieder alle trotz nahezu komplett gelockerter Öffnungszeiten zu haben, zu kaufen. Dabei nimmt man gleich noch ein Päckchen Drehtabak mit – man will ja Neujahr nicht damit verbringen, einem explodierten Kippenautomaten die letzte Schachtel Kippen abzuringen, nur weil man in seinem eigenen Zustand besser noch nicht Auto fahren sollte und keine Lust auf einen Neujahrsspaziergang bei polaren Temperaturen hat. Und dann bezahlt man den ganzen Ramsch und fährt nach Hause, nachdem man gefühlte 2 Stunden an mal wieder viel hemmungslos unterbesetzen Kassen mit nicht funktionierenden Kartenlesern leise vor sich hin auf den Niedergang des Abendlandes fluchend zugebracht hat. Das ist einkaufen.

(Im Übrigen habe ich beschlossen, mich ab kommendem Jahr beizeiten derartig einzudecken, dass ich zwischen dem 20. Dezember und 2. oder 3. Januar keinerlei Einkaufsetablissement mehr betreten muss. Es wird der Vorbereitung auf einen Atomschlag ähneln, aber meine Nerven werden es mir danken.)

Shopping hingegen ist, wenn man vollkommen entspannt in der tobenden Nachweihnachtshölle eines Elektromarktes (Dauerbeschuß am Umtauschtresen) spontan beschließt, sich mal in Ruhe nach irgendeinem niedlichen Spielzeug für Computerfreaks, beispielsweise einer externe Festplatte benutzbaren Ausmaßes, umzusehen. Dann fachsimpelt man in Ruhe ein wenig mit dem langjährig vertrauten Verkäuferich (Wieso is'n die iomega so billig? Kann die nix?Doch. Aktionspreis, läuft morgen aus.Ist gekauft.), schlendert als Absacker nochmal durch die Ton- und Filmträger und bezahlt schließlich bei einer Verkäuferöse, die dermaßen überstreßt ist, dass sie glatt vergißt, einem ein Und 'n frohes Neues! hinterherzubrüllen. Geht doch.