Entries tagged as my hometown

13 Dec 2006 City of light

Nachdem ich beim ersten Versuch, die Lichterstadt (a.k.a. die alternative Weihnachtsbeleuchtung hierzudorfe) zu fotografieren (»knipsen« sollte man in meinem Fall wohl sagen), zu dusselig war, die Digicam-Einstellungen zu bedienen, gestern ein zweiter Anlauf auf dem Weg in die Kneipe meines geringsten Mißtrauens. 8 halbwegs verwertbare Bilder sind immerhin unter erschwerten Bedingungen (Nachtaufnahmen ohne Stativ in der Kälte; not a picnic, baby) übrig geblieben und stehen nun in meinem flickr-Account.

05 Dec 2006 My year in 12 cut-and-paste sentences (2006)

Ich finde ja, man kann gar nicht früh genug mit jahresrückblickender Nabelschau anfangen. Außerdem will ich dieses Jahr mal der Erste damit sein, also ab dafür. Und weil ich bekanntlich unfassbar einfallslos und schon wieder im dentalen Drogenrausch bin, machen wir doch einfach dasselbe wie letztes Jahr, auf dass es eine Tradition werde. Ich gebe unumwunden zu, dass ich schon wieder vergessen habe, ob es dabei irgendwelche speziellen Auswahlkriterien gab, glaube ich aber nicht.

Januar: »Jedes Mal, wenn ich mir aus einer Laune heraus überlege, doch mal ein Sport-Blog aufzuziehen, schiele ich zu Kai rüber und denke mir: »Wozu? Ist doch in guten Händen …«.«

Februar: »Das schöne an Sport, speziell, wenn man jahrelang keinen gemacht hat, ist, dass man postwendend Feedback vom eigenen Körper bekommt.«

März: »Als wir uns zum ersten Mal begegneten, erinnerte sie mich an eine streunende Katze.«

April: »Die Geschichte, wie ich ein komplettes Tool-Konzert vergessen habe, obwohl ich stocknüchtern war, hebe ich mir für später auf.«

Mai: »So langsam kriege ich eine Vorstellung davon, was es heißen könnte, »mit sich im Reinen zu sein«.«

Juni: »Irgendwas ist in diesem Land in den letzten 14 Tagen passiert, und ich glaube nicht, dass es mit dem Angebot an Fähnchen, die man in die Scheiben eines PKWs klemmen kann (Wer produziert sowas eigentlich? Der muss richtig Schnitt gemacht haben.), zusammenhing - es muss die Nachfrage gewesen sein.«

Juli: »Juhu, wir haben eine neue Sängerin.«

August: »Scheinbar hat mittlerweile so ziemlich jedes piefige, kleine Kuhdorf einen Eintrag in der Wikipedia.«

September: »Was beim alten bleibt: Keine 2 Stunden auf der Nase und schon muss geputzt werden.«

Oktober: »Ich weiß jedenfalls jetzt wieder, warum ich ungern früh aufstehe und noch ungerner früh stadtwärts pilgere - auch und besonders am Mittwoch, wenn hierzudorfe all die anderen Bekloppten zum Wochenmarkt (Ist ja frischer. Aber auch teurer. Naja, Hauptsache: Sehen und gesehen werden.) rennen, die Stadt also voller Menschen (?) mit Körbchen am Arm ist und man beim Bäcker 2 Stunden für ein schnödes Käse-Schinken-Croissant (a.k.a. "Überlebensration") anstehen muss.«

November: »Als ich vorhin nudelessend Herrn Stoiber auf N24 zusah, wie er über »Indiskutable Machwerke, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen« sprach, um anschließend an Herrn Beckstein zu übergeben, der betont jovial ausführte, wie seiner Meinung nach $KILLERSPIEL vom »Achtzehneinhalbjährigen an den Siebzehnjährigen und von dem an den Elfjährigen« durchgereicht würde, da habe ich mich gefragt, ob die Herren wohl schon mal etwas von Bittorrent, DSL und Flatrates gehört haben.«

Dezember: »Zur groben Orientierung: 17.000 Einwohner, Altstadtkern nebst schiefem Kirchturm und reichlich Kopfsteinpflaster, welches mitunter zu umwegigen Straßenzügen zusammenfließt (Früher[tm] hat man halt noch nix gewußt von »sinnvoller Straßenführung« und »Verkehrsfluß«.); das Ganze Samsara ist Hauptstadt des Landkreises Ostholstein, ergo shoppingtechnischer Schwerpunkt einer nahezu 100% vom Tourismus lebenden Region (Wenn sich hier[tm] auf der grünen Wiese mehrere Super- und/oder Elektromärkte zu einem Gewerbemoloch zusammenschließen, nennt man das bereits »Industriegebiet«.), in der dennoch seit Jahren sowohl seitens der Eingeborenen wie auch der Gewerbetreibenden gemault wird, man habe »keinen richtigen Weihnachtsmarkt« (Ist das neuerdings Pflicht für nichturbane Erhebungen unter 20.000 Einwohner Kampfstärke?).«

(Nachmachen ist selbstverständlich freiwillig, aber erlaubt.)

03 Dec 2006 Einkaufswahnsinn

Ich »muss« Gott sei Dank kaum Weihnachtsgeschenke kaufen, aber nachdem ich gestern beim Arbeiten einen kleinen Vorgeschmack auf den Wahnsinn, der uns in deutschen Innenstädten in den kommenden drei Wochen droht, bekommen habe, frage ich mich doch irgendwie, ob es noch irgendwelche Nischen darin gibt, in denen man nicht Gefahr läuft, sich mit Amok laufenden Rentnerinnen um die letzte Familienpackung Lübecker Marzipan prügeln zu müssen oder wahlweise in der Elektronikabteilung von einer Stampede verzweifelter Eltern auf XBox-Jagd niedergetrampelt zu werden.

Anbieten würde sich »sehr früh morgens«, was allerdings untrennbar mit pervers frühem Aufstehen verbunden wäre. Zudem stellt sich die Frage, ob dann die entsprechenden Hochburgen des vorweihnachtlichen Kommerzes nicht bereits unter Belagerung stehen. Campieren womöglich verheiratete Männer vor den Kaufhäusern unseres Landes, um direkt nach Öffnung der Tore die Wäscheabteilung zu stürmen und »Mutti« die neuesten Schnürmieder zu sichern? Sollte man sich nur in der vollständigen Ausrüstung eines Eishockey-Torwarts (Suspensorium nicht vergessen, Rentnerinnen neigen zu Tiefschlägen!) nebst Bundeswehr-Kampfstiefel (Statt Schlittschuhen.) in die Einkaufsmeilen wagen?

(Hach, ist das alles besinnlich. Ich glaube, ich schicke den Weihnachtsmann dieses Jahr zu ePay und Amazon.)

01 Dec 2006 Alles nur wegen Hackl Schorsch ...

Gestern abend, Eutin, Ostholstein.

Ausnahmezustand, Verkehrschaos, Parkplatznotstand (Also: Mehr als ohnehin schon.), Eltern haften für ihre Kinder.

Was war geschehen? Wir erinnern uns … richtig, der Hackl Schorsch war in town, um Norddeutschlands einzige (und damit größte) Rodelbahn einzuweihen.

Big, fat, fucking deal.

Ich habe keine Übersicht, wieviele der geschätzten Leser schon mal hierzudorfe waren – ich nehme mal an, wenige bis keiner. Zur groben Orientierung: 17.000 Einwohner, Altstadtkern nebst schiefem Kirchturm und reichlich Kopfsteinpflaster, welches mitunter zu umwegigen Straßenzügen zusammenfließt (Früher[tm] hat man halt noch nix gewußt von »sinnvoller Straßenführung« und »Verkehrsfluß«.); das Ganze Samsara ist Hauptstadt des Landkreises Ostholstein, ergo shoppingtechnischer Schwerpunkt einer nahezu 100% vom Tourismus lebenden Region (Wenn sich hier[tm] auf der grünen Wiese mehrere Super- und/oder Elektromärkte zu einem Gewerbemoloch zusammenschließen, nennt man das bereits »Industriegebiet«.), in der dennoch seit Jahren sowohl seitens der Eingeborenen wie auch der Gewerbetreibenden gemault wird, man habe »keinen richtigen Weihnachtsmarkt« (Ist das neuerdings Pflicht für nichturbane Erhebungen unter 20.000 Einwohner Kampfstärke?).

An Stelle eines eben solchen haben wir nun – zumindest bis einschließlich Sonntag – einen sogenannten »Weihnachtszauber«, was schlicht bedeutet, dass das ehrwürdige Schloss nebst angrenzender Peripherie zum eingezäunten, da eintrittspflichtigen Shoppingparadies für unnützen Weihnachtstinnef umfunktioniert wird. Für den Eintritt kann man sich übrigens an der nächtsbesten Glühweinbude bereits einen brauchbaren Glimmer ansaufen.

Ich mag die Illumination der Lichterstadt Eutin als Alternative zur konventionellen Weihnachtsbeleuchtung wirklich, auch wenn ich gestern abend zu blöd war, meine Digicam zu bedienen, weshalb sämtliche Fotos dieses Beleuchtungsspektakels geschlossen den Weg in den Rundordner antreten mussten – aber das mit dem Weihnachtsmarkt, das kriegen die hier einfach nicht auf die Reihe. Verkehrshinweis für das kommende Wochenende, Raum Ostholstein: Eutin weiträumig umfahren. Schade nur, dass die Ortsumgehung immer noch nicht fertig ist.

29 Nov 2006 Erleuchtung

Es ist wieder soweit: Hierzudorfe wird illuminiert, was bedeutet, wir pfeifen auf die konventionelle Weihnachtsbeleuchtung, strahlen statt dessen ein paar Gebäude an und nennen das Ganze dann Lichterstadt Eutin. Sieht wirklich gut aus, und wenn ich mich die Tage mal aufraffen kann, gibt's auch ein paar Fotos.

Und weil das alleine eventuell noch nicht reicht, um Fernsehteams und vor allem sonstige Besucher herzulocken, haben wir auch noch Norddeutschlands einzige Rodelbahn, auch wenn der Kunstschnee darauf im Moment leicht mit der frühlingshaften Witterung hadert. Naja, muss der Hackl Schorsch zur Not morgen halt Autogramme schreiben.