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12 Jul 2008 Born to be blöd

Neulich – genauer gesagt: vor genau einer Woche; so lange habe ich gebraucht, um dieses traumatische Erlebnis zu verarbeiten – war ein Kaff weiter – wir wollen mal den Mantel des Schweigens über seinen Namen werfen; Insider finden im Titel ein herausstechendes Wort, welches ganz ähnlich klingt – ein sogenanntes »Harley-Event«. Und weil die Liebste früher mal eine Rockerbraut war, wollte sie da hin, und zwar ausdrücklich der Musik wegen – Harleys findet sie nämlich eigentlich total doof.

Wer mich kennt, weiß, dass ich Motorräder generell eher unspannend finde, aber die durchschnittliche Beschallung einer Rockerparty durchaus meinen Musikgeschmack trifft. Es muss ja nicht immer Steppenwolf sein. Was uns aber dort eingangs der Fußgängerzone besagten Kaffes entgegenschallte, war nicht mal nahe dran an Steppenwolf – an Steppe schon … zarte Panflötenklänge, angestimmt von einer südamerikanischen Fußgängerzonen-Kelly-Family, optisch harmonisch eingerahmt von schweren Boliden aus dem Hause H. Davidson.

Auf dem ortsansässigen Marktplatz wurden diejenigen, die vermuteten, es könne akustisch nicht mehr verbrecherischer werden, eines, soll ich sagen: Besseren belehrt. Ganz abgesehen davon, dass es maximal eine Farbe geben dürfte, welche für die Bierbecher (Wieso überhaupt farbige Bierbecher? Damit man nicht so tief ins Glas schauen kann?!?) auf einer Rockerparty unpassender wäre als orange (Rosa nämlich. Oder meinethalben Pink.) – beschallt wurde das Ganze von einer Kombo in der eigenwilligen Besetzung »Bass, Keyboard, Drums und zweimal weiblicher Gesang«, man stelle sich vor.

Deren Repertoire habe ich nach eingehender Therapie halbwegs erfolgreich verdrängt, als Appetizer nur soviel: Ich hatte schon immer den Verdacht, dass Biker heimlich Ace Of Base hören …

25 Jun 2008 Vor dem Spiel

Du hast definitiv zu oft die Berichterstattung vor den Spielen der EURO 2008 gesehen, wenn Du am hellichten Tag so in der Gegend herumsitzt (anderswo nennt man das wohl »arbeiten«) und denkst, die Spatzen würden Seven Nation Army pfeifen.

22 Jun 2008 Kieler Woche: Ausgezogenes PDF

Entgegen anders lautender Behauptungen hierzublog gibt es sehr wohl ein PDF-Programm zur Kieler Woche 2008 – genauer gesagt, einen Infoflyer zum Download, der immerhin Highlights des Programms auflistet.

09 Jun 2008 myspace-Tipp: Blickfeld

Eine wohltuende Erfrischung im sonst oft massenkompatiblen Programm des Eutiner Kleinkunstfestes: Blickfeld aus Braunschweig machen irgendwas relativ Punkiges (was leider sehr artig abgemischt wurde) zwischen Extrabreit und Revolverheld, haben eine ausgewachsene Rampensau als Sänger (der auch Mario-Barth-Imitator werden könnte, wenn es mit dem Singen nix wird) und sind offensichtlich bereits mehrfach durch das Stahlbad »zurückhaltendes Publikum« gegangen (»Ist Eutin eine Studentenstadt? Ihr seid so leise.«) – wirklich schade, dass wegen des hier oben nach wie vor traumhaften Wetters und der einsetzenden EM die Besucherdichte auf dem Marktplatz am Samstag doch eher dünn war.

Nachholen kann man auf der Blickfeld'schen myspace-Seite.

04 Jun 2008 Dead Souls

Hätte mir vor etwa 18 Jahren, als ich mich noch mit pubertärer Ernsthaftigkeit für Joy Division begeisterte, jemand erzählt, die Geschichte der Band würde einmal in einem Kinofilm erzählt, ich hätte ihm wohl einen Vogel gezeigt. Mittlerweile ist Control von Anton Corbijn auf DVD erhältlich.

Man merkt dem Film leider an, dass er der erste abendfüllende Spielfilm eines Fotografen und Videoregisseurs ist – Corbijn erzählt die Geschichte der Band rasant und kurzatmig, unterbrochen von (von den Darstellern der Band teilweise selbst gespielten) Konzert- und Musiksequenzen, welche die Musik von Joy Division als Ruhepol in einen unruhigen Film integrieren. Erst zum tragischen Ende hin nimmt der Film sich Zeit, die Geschichte in ausführlichen Szenen zu erzählen.

Bemerkenswert allerdings ist Ian-Curtis-Darsteller Sam Riley, der als Schauspielnovize nicht nur eine überzeugende Darstellung des faszinierenden Sängers abliefert, sondern auch die etablierten Aktricen Samantha Morton und Alexandra Maria Lara an die Wand spielt.