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17 Jul 2007 Audiojukebox unter Gnome

Die Zeiten, in denen man Musik unter Linux schlicht über einen simplen Player wie xmms abspielte, sind irgendwie vorbei. Heute muss es eine Jukebox-Anwendung sein, die zusätzliche Informationen wie Cover oder Songtexte aus dem Netz ziehen, Abspielstatistiken und dynamische Playlisten generieren und eine Bibliothek über verschiedene Medien verteilt verwalten kann. Ich wäre überfragt, ob man xmms vielleicht sogar in diese Richtung pimpen könnte, aber letztlich sind genügend Alternativen vorhanden, die all das und mehr »out of the box« beherrschen.

Die »Killerapplikation« unter Linux im Bereich Audiojukebox ist zweifelsohne Amarok, eine eierlegende Wollmilchsau, die schon so etwas wie »der Emacs der Audiowiedergabe« ist. Haken: Amarok ist eine KDE-Anwendung, somit nicht unbedingt ideal für den Einsatz unter Gnome. Die Alternativen dort heißen Rhythmbox, Listen und Exaile. Anlässlich der Umstellung auf Ubuntu habe ich mir die letzteren beiden einmal näher angesehen, da mir Rhythmbox doch irgendwie schwerfällig erschien.

Im Einsatz ist nun Exaile, ebenso wie Listen noch relativ tief in den Kinderschuhen steckend und doch schon recht nah am KDE-Vorbild Amarok. Zudem scheint mir die Entwicklung von Exaile etwas flüssiger und stetiger voranzugehen als bei Listen. In Sachen Funktionsumfang und Look 'n' Feel unterscheiden sich beide Player letztlich kaum, beide orientieren sich stark an Amarok. Einstweilen fällt mir lediglich unangenehm auf, dass Exaile (zugegeben, auf einem eher schon betagten Rechner) relativ schleppend startet und dass das Nachladen von Covern nicht wirklich funktioniert, was aber in neueren Versionen (hier derzeit 0.2.8 unter Feisty Fawn) gefixt sein soll.

03 Jul 2007 Live-Blogging mal anders

Soeben musste ich im Blog-addict-Test zugeben, noch nie live gebloggt zu haben – das können wir ja mal ändern. Das desertieren (a.k.a. neu aufsetzen des heimischen PCs mit Ubuntu) steht unmittelbar bevor …

10:18 Soeben habe ich mit einem beherzten cfdisk /dev/hda  meine Windows-Partition in die ewigen Jagdgründe geschickt. Es handelt sich dabei um eine 80GB-Platte von Western Digital, die in Kuhzunft als Datenlager, vornehmlich für Musik und Videos, dienen soll.

10:21 Nun muss die neu erzeugte Lagerpartition formatiert werden – todesmutig habe ich mich für das Filesystem reiserfs entschieden, meines Erachtens für eine reine Datenpartition die sinnvolle Wahl. Der Befehl zum Formatieren (mkreiserfs -l STORAGE /dev/hda1) wurde soeben abgesetzt.

10:28 Eine jungfräuliche Partition wartet darauf, mit Daten befüllt zu werden. Zunächst mal aber muss die Platte eingehängt werden, also: su -c "mount -t reiserfs /dev/hda1 /media/store/". 74,5 tatsächliche GB, frisch formatiert. Nun sind wir mal gespannt, wie lange es dauert, die gesammelten Musik- und Videodateien dorthin zu verfrachten …

10:33 Hm. Irgendwas stimmt hier nicht, die Partition wird noch als NTFS angezeigt. Das machen wir nochmal frisch und legen noch einen Neustart des Systems mit der formatierten Platte oben drauf. Breathe and reboot. Bis gleich.

10:46 Ah, jetzt, ja. Eine Insel. Platte ist gemountet und korrekt erkannt. Schnell mittels mkdir verschiedene Unterverzeichnisse für Musik (mp3) und Video (video) angelegt, dann kann die Reise der Pinguine, äh, Dateien losgehen …

10:53 Die Videodateien gingen noch relativ flott – kein Wunder, es sind nicht so viele: 2.3 GB, hauptsächlich von YouTube gesicherte Videos.

11:11 Schnarch! (Gerade erstmal einen hausierenden fliegenden Händler zur Minna gemacht. Man hat ja sonst nix zu tun.)

11:27 So. Die Musiksammlung wäre dann auch umgezogen. Zeit für's Backup meines /home. Da machen wir uns mal keine großen Umstände, /home passt dank der Entrümpelung neulich locker und ungepackt auf einen DVD-Rohling.

11:37 Hmpf. In den Userverzeichnissen für Firefox und vermutlich auch Thunderbird ist die Verzeichnistiefe zu hoch, also diese Verzeichnisse doch packen.

12:08 Backup ist so gut wie durch, ergo muss ich mich so langsam verabschieden – während der Windows- und Ubuntu-Installation ist logischerweise kein Livebloggen machbar. Kurz noch das Backup überprüfen, doch, sieht vollständig aus (irgendwas vergisst man bei Backups ohnehin immer; Schwund ist halt überall). Bis später.

15:32 I'm back. Wie sehr zum Kotzen ist es, dass Windows immer noch auf der ersten Festplatte installiert werden möchte? (Sehr.) Installation von Windows und Linux erledigt, beides glatt durchgelaufen. Aus irgendeinem dubiosen Grund mag Ubuntu die Installations-DVD nicht als Paketquelle akzeptieren, aber das kriegen wir schon hin. Jetzt ist jedenfalls erstmal einrichten angesagt …

02 Jul 2007 Kürbisse am Ring

In einem nächtlichen Kraftakt habe ich angesichts der beschlossenen und verkündeten Neueinrichtung des heimischen PCs gestern die letzten Mitschnitte von Rock am Ring geschnitten und in MP3-Dateien überführt. Der kurze Kleinkram (Arctic Monkeys, Billy Talent, Mando Diao, Wir sind Helden) war schnell gemacht, am Ende wartete ein komplett übertragenes Konzert der Smashing Pumpkins – 107 Minuten Gitarrengewitter eingerahmt in gleißendes Weißlicht.

Nun kann man ein Pumpkins-Konzert für meinen Geschmack nicht viel besser eröffnen (»Today« gefolgt von »Bullet With Butterfly Wings«) – was ich mich aber als jemand, der diese Band immer mochte, aber nie Fan war, frage, ist: Waren die schon immer so eine Band für endlose Livesolos? Das Set enthielt 2 Stücke von ca. 10 Minuten (»United States« und »Silverfuck«), dazu noch eine Zugabe (das bis dahin unveröffentlichte »Gossamer«), die fast 23 Minuten dauerte. Ich dachte, für sowas sei heutzutage Wolfmother zuständig? Oder ist das ein Trend, steht uns eine neue ArtRock-Welle bevor?

Wer sich übrigens fragt, wer dieser alte Sack war, der zu besagter letzten Zugabe als Gast auf die Bühne kam und stundenlang vor sich hin gniedelte: Das war Uli Jon Roth, ehemals Gitarrist bei den, nun ja, Scorpions. Die Klampfe, die er spielt, ist die von ihm entworfene »Sky Guitar«, welche nicht nur sieben Saiten, sondern auch noch einen Tonumfang von mehr als fünfeinhalb Oktaven hat. Wunderschönes Instrument, irgendwie.

01 Jan 2007 Ein letztes Mal: 2006

Würde ich die soeben generierte Jahresstatistik ernst nehmen, müsste ich 2007 mehr über günstige No-Name-MP3-Player, Patches für den Fussballmanager und das Aufnehmen und Brennen von Filmen unter Linux schreiben. Generell über Fussball, Debian und Linux.

Aber das wäre ja auch irgendwie langweilig, oder? Da bleiben wir doch lieber bei dieser kruden Mischung aus allem, was mich so interessiert.

In diesem Sinne: Den geneigten Lesern ein gutes neues Jahr!

07 Dec 2006 Piranhas vs. Goldfische

Ich kenne ja jemanden, der von sich sagt: »Ich kauf keine CDs mehr. Nur noch von kleinen, unbekannten Bands auf deren Konzerten, die sollte man unterstützen.« – was ich grundsätzlich und ungeachtet der Tatsache, dass derjenige welche (der nicht ich bin, um es ganz deutlich zu machen, und auch nicht der weiter unten Verlinkte) dadurch zwangsläufig der gesamten Restmusik auf illegalen Pfaden habhaft wird, recht löblich finde, zumal ich ja selber in so einer kleinen, unbekannten Band die Bass-Saiten zupfe, auch wenn es von uns nicht nur kein Demo, sondern auch immer noch keine Fotos gibt.

Wie das alles hinter den Kulissen abläuft im Teich der großen und kleinen Industriefische, erklärt Niels, und er tut das so schön und mit lakonischer Liebe zum nebensächlichen Detail (»Der Begriff »digital« wird hier im Sinne von online verkauften Musikdateien verwendet, obwohl die CD auch digital ist.«), dass man ihn einfach verlinken und ihm die paar Fipptehler nachsehen muss.