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19 Mar 2007 May the robe be with you

Als ich zum allerersten Mal ganz alleine ohne Mama oder Papa ins Kino durfte, durfte man im Kino noch nicht essen, trinken oder rauchen. Es gab weder THX noch sonst irgendeinen Technikkram, von dem sich heute kein normaler Mensch merken kann, was es ist, selbst die unsägliche Langnese-Werbung war, wenn ich mich recht entsinne, noch weit, weit weg.

Es war 1983, ich war neun.

Apropos weit, weit weg: Gesehen haben meine beiden Kumpels und ich damals Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter, und zwar bei Erstausstrahlung, also noch ohne lispelnde Tonspur und ohne, dass ein übereifriger Papa vor mir seinem armen Kind den halben Film erklärt hat, wie es mir Jahrzehnte später in der überarbeiteten Fassung begegnet ist. Schwamm drüber.

Was ich jedenfalls schon damals schweinecool fand und unbedingt haben wollte: Einen Jediumhang. Scheiß auf das alberne Schwert, aber so einen wallenden Umhang wollte ich unbedingt. Wahrscheinlich der Grund, weshalb ich bis heute vorzugsweise Kapuzenpullis trage.

11 Feb 2007 Mark Lindquist: »Carnival Desires«

In »Carnival Desires« begleitet Mark Lindquist eine Gruppe von mehr oder weniger aufstrebenden Hollywood-Aufsteigern Ende Zwanzig durch eine brutale und ungewohnte Phase der Selbsterörterung – der Selbstmord ihres Freundes Tim bringt Bick, Mona, Libby, Oscar, Merri. Willie und Joy dazu, ihr eigenes Leben im jungen Hollywood zu prüfen. In der Silvesternacht fassen alle sieben mehr oder weniger gute Vorsätze, um ihr Leben lebenswerter oder besser zu machen, auch wenn die Umsetzung meist schwer fällt.

Lindquists zweiter Roman ist für mich eindeutig sein (bislang) bester: Immer noch so dialoglastig, dass man den Film schon vor dem inneren Auge sieht, aber eben nicht mehr so, dass man auf Szenenanweisungen wartet. Mitunter krass, aber nicht überzogen. Philosophierend, aber dabei nie oder gezwungen – und mit einem Happy-End, das eigentlich keines ist. Mit einem Wort: Lesebefehl.

04 Feb 2007 Mark Lindquist: »Sad Movies«

Zeke ist 25, lebt in Venice Beach mit der bildhübschen Schauspielerin Becky zusammen und hat einen Job in Hollywood, kurz: Ein traumhaftes Leben, oberflächlich betrachtet.

Unter der Oberfläche ist die Beziehung alles andere als gesund und der Job nicht eben traumhaft – Becky will ihn verlassen, zudem schreibt er lediglich Werbetexte für drittklassige Filmproduktionen. Er fühlt eine innere Leere, die selbst Alkohol, Drogen und Sex nicht mehr ausfüllen können. Und somit fragt sich Zeke, weshalb er sich eigentlich nicht umbringt.

»Sad Movies« ist schnell, dialoglastig und lakonisch, zudem relativ düster mit einem – für meinen Geschmack allerdings leicht gezwungen bis überzogenen – Einschlag ins Philosophische. Mich hat es nur sehr bedingt gefesselt, allerdings ist es eines der sehr wenigen Bücher, bei denen ich mir vorstellen könnte, dass es als Film besser wirken würde als als Buch, eben aufgrund der Dialoglastigkeit. »Sad Movies« ist nicht schlecht, aber eben nicht so unbedingt mein Fall – ich nehme allerdings an, dass es mir mit Mitte zwanzig noch erheblich besser gefallen hätte …

01 Jan 2007 Ein letztes Mal: 2006

Würde ich die soeben generierte Jahresstatistik ernst nehmen, müsste ich 2007 mehr über günstige No-Name-MP3-Player, Patches für den Fussballmanager und das Aufnehmen und Brennen von Filmen unter Linux schreiben. Generell über Fussball, Debian und Linux.

Aber das wäre ja auch irgendwie langweilig, oder? Da bleiben wir doch lieber bei dieser kruden Mischung aus allem, was mich so interessiert.

In diesem Sinne: Den geneigten Lesern ein gutes neues Jahr!

15 Dec 2006 Zum Mitnehmen: Das Bücher-Stöckchen

Ausgedacht von Falk, aufgesammelt bei Garvin. Wer möchte, darf es mitnehmen. Geworfen wird in diesem Fall nicht.

Würdest du dich als Vielleser betiteln?
Im Prinzip ja, aber es hängt zum einen von der Zeit, zum anderen von der Relation ab. Aktuell lese ich weniger, als ich möchte.

Welchen Stellenwert haben Bücher für dich?
Ich komme nahezu ausschließlich dort zum Lesen, wo ich kaum andere Informationsmedien zur Verfügung habe (endlose Nachtschichten), insofern finde ich es nach wie vor unschlagbar, dass man ein Buch überall hin mitnehmen und überall benutzen kann.

Was für Bücher liest du?
Gute :-) Schwierig zu erklären, es muss wohl – bei Romanen zumindest – irgendetwa geben, was mich »anspricht«. Generell lese ich eher zeitgenössische Romane, relativ wenig Fantasy und Sci-Fi, kaum Biografien. Ich würde gern mehr Sachbücher aus dem Bereich Webentwicklung lesen, aber bei den dort üblichen Stückpreisen legt mein Portemonnaie die Ohren an.

Wieviele und welche Bücher hast du in letzter Zeit wo gelesen?
Ich verweise auf die entsprechende Kategorie dieses Blogs. Im ablaufenden Jahr habe ich definitiv wenig gelesen.

Hast du Lieblingsautoren?
Harry Rowohlt, Nick Hornby, Jörg Thadeusz, Selim Özdogan … und trotz seiner metaphysischen Verwirrungen nach wie vor Douglas Coupland.

Wo kaufst du deine Bücher?
In Buchläden hierzudorfe oder bei amazon (siehe meine Wunschliste ;-)).

Liest du Zeitungen und Zeitschriften?
Auch, vor allem zu den Themen PC, Linux, Basketball oder Musik. Auch das vorzugsweise in langen Wartezeiten im Taxi.

Gibt es für dich Alternativen zu Büchern?
Kaum, ich kann Hörbüchern nicht viel abgewinnen. Und das Film und Buch ggf. nicht viel miteinander zu tun haben, steht ja ohnehin fest. Zudem mag ich es speziell bei Sachbüchern, Dinge immer und immer wieder lesen zu können, was meinem Erinnerungsvermögen sehr entgegenkommt.