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17 Nov 2009 Murphy meets Shopping

Ich bin bekanntlich etwas, nun ja, „schwierig“, was Shopping angeht. Einkaufen, also das, was man so mehr oder weniger jeden Tag braucht, hab ich drauf. Kein Ding. Shopping, also beispielsweise wie gestern Klamotten kaufen, hasse ich wie die Pest. Stundenlang rumsuchen, womöglich anprobieren (immer; egal, was es ist – wenn ich es tragen soll, muss es, speziell in diesen Zeiten ständig mutierender Kleidergrößen, anprobiert werden), weiterlaufen, woanders suchen … bäh.

Was ich aber nicht wirklich auf dem Schirm hatte, waren die potenziellen Schwierigkeiten, wenn es darum geht, so etwas Profanes wie ein Portemonnaie zu kaufen. Mein altes hing gleich an diversen seidenen Fäden. Ich bin da nicht sehr wählerisch – schnödes, vorzugsweise schwarzes Leder, fertig. Ist nicht weiter schwierig, sollte man meinen – zumal in einem relativ großen Einkaufszentrum in der Welthauptstadt des Marzipans. Pustekuchen. Nix zu wollen, weit und breit keine Geldbörsen in Sicht, sieht man mal von indiskutablen Ünwürdigkeiten wie etwa Diddl-Geldbeuteln ab.

In leicht verstörter Ungläubigkeit durchforstete ich schließlich das namensgebende Herzstück dieses speziellen Konsumtempels – eine weitläufig angelegte Ausgabe eines Großmarktes. Aber auch da: Fehlanzeige. Eine von Handtaschen und ähnlichem Gelump umzingelte Verkäuferin zeigte schließlich auf zwei Grabbelkisten in der Größe eines Schuhkartons und verwies ansonsten auf die in den Markt integrierte Abteilung einer ehemals für den Verkauf von Kaffee berüchtigten Ladenkette.

Hier greift aber natürlich die spezielle Murphy-Regel des Sonderposten-Handels: Wenn man etwas braucht, haben sie es gerade nicht. Sie haben es nur, wenn man es nicht braucht. Teelichtgebimsel, Damenunterwäsche, Taschenöfen, sogar Kaffee wäre ausnahmsweise im Angebot gewesen. Geldbörsen? Not a fighting chance.

(Ich bin dann später in einem Kaufhaus hier im Kaff fündig geworden. Heruntergesetzt. Die wollen sich vermutlich der Marktlage anpassen und auch keine Geldbeutel mehr vorrätig haben.)

18 Sep 2009 Kleingeld macht auch Mist

Ich habe die Angewohnheit, alle Münzen, die kleiner als ein Euro sind, in einer alten Tabakdose zu sammeln. Die ist im Moment – wie man auf dem Bild links sieht – ziemlich leer, weil ich sie gerade ausgeleert habe.

Früher™ gab es beim Kreditinstitut meines geringsten Misstrauens einen Automaten, der solche Kleingeldbestände durchzählte. Nun wurde der jedoch vor einiger Zeit „wegen Vandalismus“ wegrationalisiert. (Auf Nachfrage teilte man mir mit, einige Kunden hätten in ihrem Kleingeld u.a. kaputte Armbanduhren – WTF? – und Ähnliches gehabt, was immer wieder zum Defekt des Automaten geführt habe.)

Nun muss man also sein Kleingeld am Schalter zum Zählen einreichen, es wird irgendwo™ gezählt und gutgeschrieben. „Dauert zwei Werktage.“ – Dazu muss man allerdings wissen, dass „Werktage“ bei dieser Bank in Hundejahren gerechnet werden. Wie sonst wäre es zu erklären, dass Dienstag nachmittag eingereichtes Kleingeld offensichtlich nicht vor Montag gutgeschrieben worden sein wird?

Nun bin ich natürlich nicht darauf angewiesen, dass mir die Zählung meines Minimalgeldes gutgeschrieben wird – es bestätigt aber doch meine Theorie zu Banken im Allgemeinen und dieser im Besonderen: Alles, was dort mit Menschen abgewickelt werden muss, dauert mindestens dreimal so lange. Servicewüste Deutschland, Baby.

05 Sep 2009 Mein persönliches Unwort des Jahres

Schon jetzt uneinholbar vorn: „Urlaubsvertretung

Ja, es gibt nochmal einen spätsommerlichen Nachschlag. Ein Kollege von mir ehelicht kommende Woche, und da man dafür anscheinend eine Woche Urlaub braucht, „darf“ ich mal wieder in der Tagschicht mitspielen. Wer glaubt, dass das eine 38,5-Stunden-Woche mit 5 Arbeitstagen wird, liegt einen Tag und mindestens 5,5 – eher deutlich mehr – Stunden daneben.

Da hilft nur noch:

Kippe aus, anschnallen, Schnauze halten

(Dieses Schild hat ein Kollege in „seinem“Taxi hängen, allerdings wird das „Schnauze halten“ normalerweise vom Taxameter verdeckt. Feigling.)

30 Aug 2009 Es gibt gar keine Bücher

An meiner Schule gab es eine Lehrerin namens Frau R. (Deutsch und Geschichte), deren Aussage, man solle bitte aufhören, von „Büchern“ zu sprechen, Generationen von Schülern ein Rollen in die Augen getrieben hat. Die Begründung lautete nämlich, es gäbe nur zwei Bücher: Das „Buch der Bücher“ (hier weiteres Augenrollen einfügen) und das Telefonbuch – alles andere seien Texte.

Ein schlagfertiger Mensch, der mehrere Klassen über mir war, schrieb dann eines Tages in seinem Artikel (Nein: Text) für die Abizeitung, man möge bitte Frau R. erklären, dass es sich bei der Bibel um eine Sammlung von Schriftrollen und beim Telefonbuch um eine Namensliste handele.

(Die Reaktion von Frau R. auf diesen Wunsch ist leider nicht überliefert.)

18 Aug 2009 Meine 15 Minuten als Tonschlampe

Ich war ja nicht immer „nur“ Bassist. In jugendlichem Leichtsinn habe ich mich mal bereit erklärt, mich für „den großen Auftritt“ einer Schülerband von Kumpels (natürlich in einer vermieften Turnhalle in Altbauweise, ist klar) hinter das Mischpult zu klemmen und mich als, wie meine Stammtischschwester B. immer sagt (die darf das), „Tonschlampe“ zu verdingen.

Wie ich da jetzt drauf komme? Weil mir da genau dasselbe wie Christian. in dieser kleinen Geschichte passiert ist.

Man steht da so in einer Turnhalle und die Band rockt. Laut. Rockt ja sonst nicht. Und natürlich kommt in so einem Szenario immer jemand, der das Wort „Aufsichtsperson“ mit „Aufseher“ verwechselt, und brüllt einen über die volle Leistung einer Anlage, die man braucht, um sowas zu beschallen, hin an, man solle gefälligst diesen Hörschäden erzeugenden Höllenlärm leiser machen.

Und dann hebt man halt in bester „Geht los, Scheff“-Manier den Daumen, dreht nicht zu wenig am völlig wirkungslosen Drehregler für den Kopfhörer, den man gar nicht benutzt, und schon kann der gute Mann beruhigt beidrehen und die Band ungedämpft weiterrocken. Das geht mir einem 24-Kanalmischpult genauso gut wie mit einem EiPott …