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10 Aug 2007 Alle brauchen Urlaub

Bei unserem Gitarristen stand neulich der Kollege im Büro, der die Urlaubstage im Auge behält: »Sagen Sie mal, Herr D. … haben Sie was gegen Urlaub? Nein? Dann mal schleunigst welchen nehmen, hopp!« Ähnlich klagt die Dame meines Herzens, die nun aber im Übrigen ziemlich sicher mit nahezu einem Jahresurlaub auf der Kante die Stelle wechseln wird. Dasselbe Bild in der Blogosphäre – alle schwerst überarbeitet und urlaubsüberreif.

Ich bin ja bekennender Urlaubsmuffel. Ernsthaft.

Drei Gründe dafür kommen mir in den Sinn. Erstens: Ich wohn' ja da, wo andere Leute Urlaub machen. Bis zum Privatstrand der Hamburger sind es von mir aus handgestoppte 15 Minuten mit dem Auto; 10, wenn man sich ein bißchen Mühe macht und um die dusseligen Touris drumherum fährt. Wozu also nach Malle fahren, wenn ich doch feinsten Sandstrand und Strandsand direkt vor der Haustür habe? (Um von den Touris, die hier alles ungenießbar machen, wegzukommen? Keine üble Idee.) Dann zweitens: Ich hab relativ viel Freizeit, selbst beim Arbeiten. Erholungsbedarf quasi gleich null. Ich hab an Tagen frei, an denen andere arbeiten müssen, so gemein das auch erscheinen mag. Montag morgen, wenn sich Deutschland in die neue Arbeitswoche quält, drehe ich mich üblicherweise nochmal um. Auch nicht immer hübsch, aber meistens schon. Und drittens: Immer, aber wirklich immer, wenn ich Kohle hätte, um mal wegzufahren, fällt mir etwas Besseres ein, was ich damit anstellen könnte – Männerspielzeug, Rechnerkram, Bassverstärker oder sonstwas.

Da kann man nix machen. Alle brauchen Urlaub, ich nicht.

26 Jun 2007 Ruhiges Wochenende? Von wegen!

Dass mir ja keiner mehr behauptet, auf'm platten Land wäre am Wochenende nichts los – gleich zwei dramatische Meldungen bringen Ostholstein an diesem Wochenende in die Schlagzeilen.

Der Eutiner Rosenstadt-Triathlon musste wegen eines tragischen Unfalls mit Todesfolge vorzeitig abgebrochen werden. Ein 35-jähriger Triathlet berührte beim Einscheren nach einem Überholmanöver das Vorderrad des Überholten und rammte einen Baum am Straßenrand. Trotz sofortiger Erster Hilfe war der Verunglückte scheinbar sofort tot.

Polizeilicher Großeinsatz hingegen im beschaulichen Hutzfeld: LKA und Kampfmittelräumdienst ermittelten nicht nur in einer Messerstecherei, sondern fanden zusätzlich im Haus des lebensgefährlich verletzten Opfers sprengstoff-verdächtige Substanzen. Der 46-jährige war von zwei Jugendlichen, die er beim Einbruch in sein Cannabis-Gewächshaus (»Zum Eigenbedarf.«, wie selbst die Polizei erkannte.) überrascht hatte, im eigenen Garten niedergestochen worden. Die zufällig entdeckten Chemikalien hingegen dienen offenbar der Herstellung von Silvesterknallern – beruhigend die Meldung der Presse, dass »ein terroristischer Hintergrund vermutlich ausgeschlossen werden kann« …

24 Jun 2007 Mein ganz persönliches Fazit der Kieler Woche

Dieselbe Anzahl Buden und Bühnen verteilt auf wesentlich mehr Platz, vor allem auf dem Ostufer. Somit mehr latschen, aber dabei weniger sehen; trotzdem dieselben Punkte, an denen es sich aussichtsloser staut als auf der Autobahn zu Ferienbeginn. Weniger Auswahl zu höheren Preisen, dafür schlechtere Qualität von unentspannteren Verkäufern. All das summiert sich im Toilettenwagen – und wenn man mal einen braucht, ist der nächste kilometerweit entfernt.

Das einzig Positive, was mir einfällt: Am Arbeitsamt kann man mit etwas Geduld und Glück nach wie vor umsonst parken. What a waste of time.

14 Jun 2007 Wegweiser zum Kieler-Woche-Programm

Das Programm der Kieler Woche erfreut sich anscheinend großer Beliebtheit in den Suchanfragen. Schade nur, dass es das Programm seit geraumer Zeit nicht mehr zum Download als PDF-Datei gibt. Statt dessen gibt es seit einigen Jahren auf der KW-Webseite nur noch ein Formular, über das man eine Veranstaltungsdatenbank – zugegebenermaßen sehr gezielt oder eben nicht – abfragen kann. Der Grund hierfür kann eigentlich nur sein, dass man so das bis zum eigentlichen Beginn stetig aktualisierte Programm stets »taufrisch« geliefert bekommt.

12 Jun 2007 Einer geht, einer bleibt

So schade und unverständlich es auch ist, dass Besart Berisha den HSV in Richtung England verlässt, so löblich ist es, dass Alexander Laas dem HSV mindestens bis 2008 erhalten bleibt. Zwar hat Laas bislang seinen 2008 auslaufenden Vertrag (noch) nicht verlängert, gleichwohl hat er aber dem interessierten VfL Bochum abgesagt.

Ich werde beim HSV bleiben, das ist definitiv so. Der Trainer hat mir eine sehr gute Entwicklung bescheinigt und gesagt, ich solle auf diesem Weg weitermachen.

Das kann man nur unterschreiben, Laas hat in der Tat – wenngleich begünstigt durch Verletzungen speziell von Juan Pablo Sorin – eine sehr gute Saison gespielt. Gleiches galt zumindest in Ansätzen für Berisha, der jedoch in irgendeiner der Öffentlichkeit unbekannten Form Stevens' Zorn auf sich gezogen zu haben scheint. Seitdem der »Knurrer aus Kerkrade« HSV-Trainer ist, galt Berisha als persona non grata, was erstaunlich ist, bedenkt man, welche Mühen der Verein zuvor auf sich genommen hat (u.A. Ausleihe nach Dänemark), um Berisha schließlich doch noch einsetzen zu können (Berisha hatte aufgrund seiner Staatsbürgerschaft Probleme, eine Spielerlaubnis in Deutschland zu bekommen).

Vermutlich wird man sich bei Stevens an solche nicht transparenten Aktionen gewöhnen müssen … umso erfreulicher, dass im Falle von Laas anscheinend Kommunikation stattfand, zumal Laas (ebenso wie Piotr Trochowski, der jedoch offenbar ebenfalls nicht zu Stevens' Lieblingen gehört) nicht nur eine gute Entwicklung genommen hat, sondern auch noch einer der wenigen »Hamburger Jungs« im Kader ist.