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16 May 2009 Schön Bund

Gleich vorweg: Ich habe nichts dagegen, dass mittlerweile auch Frauen zur Bundeswehr „dürfen“. Ich halte es nicht unbedingt für einen kriegsentscheidenden (Harr harr) Schritt der Emanzipation, aber nun gut. Interessant finde ich die Folgen.

Meiner heute im knallharten Fronteinsatz (Harr harr) in der Droschke erworbenen Erkenntnis nach gibt es neuerdings(?) im Repertoire der Kleiderkammern des Heeres anscheinend allen Ernstes Beauty Cases (a.k.a. „Schminkköfferchen&ldquo) in Flecktarn. Zwar nicht in bewährter Samsonite-Qualität, so dass man sie im Ernstfall (Harr harr) auch noch als Wurfgranate einsetzen könnte, aber immerhin: Formgleich dem Vorbild in Flecktarn.

Warum auch nicht? In pink oder lila gehalten würde so ein Gepäckstück sich auch nur unschön aus der olivgrünen Masse abheben.

Wenn ein ebensolches Beauty Case allerdings von einem krass-konkreten jungen Mann eindeutig südosteuropäischen Ursprungs in Baggy-Jeans mit auf dem Gel-Igel angeflanschten Basecap in modischer Schieflage als eindeutiger Bestandteil seines eigenen Gepäcks (und nicht etwa als Akt des Kavaliertums einer Kameradin – Sagt man das so? Ich selbst wurde ja dereinst ausgemustert. – gegenüber) aus der Kaserne geschleppt wird … nun, dann soll man sich bitte zumindest nicht wundern, wenn ich ein bißchen anfange zu kichern …

23 Mar 2009 Zurück in die Zukunft mit Selig

Im Hinterkopf hatte ich die neue von Selig, Und endlich unendlich, schon, als Philipp sie mir heute nachmittag ans Herz twitterte. Was für eine gelungene Empfehlung!

Selig waren 12 Jahre weg, ihr letztes Studioalbum Blender hielt bereits, was der Titel versprach. Das, was sie davor gemacht haben – zwei der besseren deutschsprachigen Alben der neunziger Jahre –, ist die musikalische Basis für das neue Album. Es klingt immer noch ein wenig nach Hippie-Mucke, hat immer noch eine dominante Leadgitarre irgendwo zwischen Jimi Hendrix und John Frusciante und es wird auch immer noch geschweineorgelt.

Dazu aber schwingt irgendwo leise der Hauch von abgestoßenen Hörnern mit. Selig müssen sich nicht „neu erfinden“, um nicht altbacken zu klingen – das Scheitern des dritten Albums mag ein Grund dafür sein, dass man sich auf dem neuen Album an den alten Hinweis, nicht mit der Formel zu spielen, gehalten hat. Herausgekommen ist ein schönes, rundes, typisches Selig-Album, welches im Übrigen grandiose Autofahrmusik ist.

Natürlich weht da immer ein Hauch von „Brauchen die Geld?“ mit. Vermutlich stimmt das sogar. Mögen sie es bekommen – wer saubere Arbeit abliefert, hat es verdient. Und dieses Album ist blitzblank.

12 Mar 2009 Und wieder 10 Euro gespart

Ich gehe ja, obschon ich mich durchaus als Cineast bzw. meinetwegen „Film-Junkie“ bezeichnen würde, nicht mehr ins Kino. Es ist mir zu teuer, nahezu jeder Film kommt zeitnah auf DVD raus, zu Hause kann ich rauchen und muss keine Spacken in der Reihe hinter mir ertragen. Zudem haben Kinos zu den Uhrzeiten, zu welchen ich üblicherweise Filme gucke, längst geschlossen.

Nach der gestrigen Spätschicht z.B. führte ich mir den von mir lang erwarteten Baader Meinhof Komplex zu Gemüte – und war froh, das nicht im Kino getan zu haben. Was schon vorher klar war, bestätigte sich natürlich: Das grandiose Buch von Stefan Aust ist als Spielfilm unverfilmbar.

Natürlich ist der Film, speziell für Menschen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne, nach wie vor unterhaltsam. Aber er versucht, 10 Jahre RAF in zweieinhalb Stunden Film zu verpacken. Das meines Erachtens großartige Todesspiel braucht bereits ca. 3 Stunden Gesamtlaufzeit, um nur die Schleyer-Entführung halbwegs detailliert abzudecken. Was Aust im Buch mit Leichtigkeit gelang, ist im Kinoformat schlicht nicht umzusetzen.

Der verfilmte Baader Meinhof Komplex galoppiert in hektisch geschnittener Mischung aus Spielfilmelementen und Zeitdokumenten durch 10 Jahre und verbrennt unterwegs einen Haufen prominenter Gesichter, von denen kaum eines dazu kommt, seine Rolle wirklich darzustellen. Ehrlich gesagt bezweifele ich bei einigen Schauspielern, dass sie ihren Text überhaupt lernen mussten.

Natürlich gilt, was schon Anke damalstm nach dem Kinobesuch anmerkte: Eigentlich müsste dieser Film 8 oder mehr Stunden dauern. Das wäre ein Format, welches schon als Miniserie im deutschen Fernsehen bedenklich lang wäre. Ohnehin erzählt dieser Kinofilm eine Geschichte, welche durch Dokumentationen und Fernsehen längst zur Genüge erzählt war. Schade drum.

09 Feb 2009 Mehr öffentlich-rechtlicher US-Sport

Nach dem Super-Bowl in der ARD wird es ein weiteres Highlight des US-Sports im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen geben: Das ZDF überträgt in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar (Sonntag auf Montag) um 2 Uhr nachts das NBA All-Star Game 2009 aus Phoenix – live und in voller Länge.

Eine tolle Sache, die hoffentlich in eine große Show mündet – ich hoffe schwer, dass man zumindest ausschnittsweise auch den Slam Dunk-Contest zeigen wird. Auch Deutschlands Vorzeigebasketballer Dirk Nowitzki ist für die Auswahl des Westens zum 8. Mal mit von der Partie.

29 Jan 2009 Ein ziemliches Kaliber

Der lokale Radiosender delta Radio betreibt eine Plattform für Nachwuchsbands namens Indiecator, aus dem es einmal wöchentlich einen Act zur »Indiecator-Band der Woche« erklärt und mit Airplay im Radio belohnt. Üblicherweise haut mich dieser Act nicht sonderlich vom Hocker.

In dieser Woche jedoch wird diese Ehre Kaliber aus Berlin zuteil, und da kann man schon mal Werbung machen – das wummst amtlich, stilistisch grobe Peilung Linkin ParkPapa Roach mit deutschen Texten, würde ich sagen.

Hörbeispiele (MP3) gibt es sowohl im Indiecator als auch auf der Bandwebseite.