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11 Jul 2006 Angriff der Killer-Tags (a.k.a. Zusammenfassung des Wochenendes)

1. Die Schlafkur war ganz schön kurz. (Wie ich gerade höre, legt hierzugegend gerade einmal mehr das Rasenmäher-Terrorkommando los, "nachher vielleicht nochmal hinlegen" fällt also aus wegen "is' nich" - wenn einer anfängt, ziehen die anderen gnadenlos nach. Können wir mal lautstarke Gartenarbeit vor 11 Uhr verbieten lassen? Danke. Wo ist mein Kaffee? Ah, da.)

2. Schützenfest ist auch nicht mehr, was es mal war. (Um halb zwei war der Spuk vorbei. Kaum eine "Krankenfahrt liegend!" - a.k.a. "Der kann kaum noch stehen, viel Spaß!" - dabei, etliche Selbstfahrer.)

3. Schenkt mir jemand das "Lieber Dritter als Petze"-Shirt (gefunden im Taxi-Blog)? (Falls ja: XXL und Rundhals, bitte. Danke.)

4. Das neue Album der Lostprophets ist ganz, ganz doof. Schade. (Na gut, Schnellschuss nach einmaligem Hören. Aber definitiv kein Vergleich mit den ersten beiden.)

5. Juhu, wir haben eine neue Sängerin.

6. Das Gerücht, die WM 2010 werde wieder in Deutschland ausgetragen, weil Südafrika mit der Organisation ins Schleudern kommt, ist bestimmt nur ein Marketing-Gag, damit der Absatz an Auto-Klemm-Fahnen jetzt nicht rapide zurückgeht. (Falls jemand noch eine braucht - auf den Autobahnen liegen noch jede Menge, sind allerdings schon leicht ramponiert.)

10 Jul 2006 Nach der WM ist vor der EM

Vergessen wir einfach mal die Diskussionen über neu entdeckten Nationalstolz, vermeintlich knochenbrecherische Fouls, provozierte und nicht provozierte Platzverweise, abgetretene Weltstars, den besten Jungspieler und eine gewisse rothaarige Moderatorin.

Reden wir mal über Fussball (für alle, die erst jetzt aus einem kapitalen Dauerrausch erwachen: der eigentliche Hintergrund dieser Monsterparty vor Großbildschirmen waren ein paar Fussballspiele).

Ein großes Thema dieser WM war die Stilfrage: Vollgas- oder Beamtenfussball? Deutschland hat unter Anderem deshalb im Verlauf dieser WM die Herzen einer Nation erobert, weil sich die Mannschaft nicht dem allgemeinen Trend zur Ergebnisverwaltung angeschlossen, sondern mutig bis zuweilen natürlich auch riskant attackiert hat. Da stellt sich fast schon die Frage: Hinken wir einem Trend hinterher oder schwimmen wir gegen den Strom?

Was auch immer es letztlich ist: Ich plädiere dafür, es auf jeden Fall fortzusetzen, auszubauen. Viel unterhaltsamer, attraktiver als Deutschland unter Klinsmann/Löw kann man eigentlich kaum spielen - und diese Spielweise lässt sich durchaus noch optimieren, und zwar nicht nur im Abwehrverhalten. Das direkte Spiel an der Grenze zum "One Touch Football" kann sicherlich noch perfektioniert werden (Möge Felix Magath Schweini ein paar Sonderschichten Ballhandling verpassen!).

Es wäre hochgradig lobenswert, wenn diese Spielweise auch in die Bundesliga überschwappen würde, aber ich fürchte, das wird über den Verlauf einer kompletten Saison kaum durchzuhalten sein.

Ansonsten kann man angesichts der Entwicklung und des Durchschnittsalters dieses Teams nur sehr gespannt auf 2008 und 2010 sein. Zwar dürfen wir sicherlich davon ausgehen, dass der eine oder andere aus eigener Entscheidung oder unfreiwillig Olli Kahn noch folgen wird, aber im Kern sieht das ziemlich rosig aus.

08 Jul 2006 WM-Mathe

Manchmal ist 3 eben größer als 1. Falls sich jemand schon immer gefragt hat, was mit einem "munteren Spielchen" gemeint ist: Sowas.

05 Jul 2006 Aus

Gratulation an Italien. Verdient ins Finale eingezogen.

Eine kleine Alternative zum unsäglichen Wanderprediger:

Ich bin aufgewacht und hab gesehen
woher wir kommen, wohin wir gehen
und der lange Weg, der vor uns liegt
führt Schritt für Schritt ins Paradies.

-- Ton Steine Scherben, "Schritt für Schritt ins Paradies"

Diese Mannschaft hat eine großartige WM gespielt, tollen Fussball geboten und sich letztlich dem einen Prozent beugen müssen, das Italien besser war.

2008 in Österreich und der Schweiz geht's weiter. (Und ich kann jetzt aufhören, mich aufzuregen, dass ich Sonntag abend im Dienstplan stehe und Samstag das Spiel um die goldene Ananas genießen.)

30 Jun 2006 Nach dem vorweggenommenen Finale

Die Nachbarn tröten die letzte Puste aus ihren Fanfaren. Selbst hier, 100 km vom nächsten WM-Spielort entfernt, bilden sich kleine, hupende Autocorsos. Diverse Bekannte schicken "Wir werden Weltmeister!"-SMS.

Tja. Scheint zu stimmen.

Es war ein rätselhaftes Spiel. Argentinien hat es mittels brutalem Pressing geschafft, Deutschland von dem abzuhalten, was die Mannschaft stark gemacht hat: Agieren statt reagieren. Deutschland ungewohnt nervös, mit vielen kleinen Fehlerchen und lahmen Flügeln. Komischerweise waren auch die sonst starken Säulen (Ballack, Klose, Lahm) nahezu abgemeldet, teils durch Gegenspieler, teils durch die eigenen Nerven. Andere (Friedrich, unfassbar; später der rotzfreche Odonkor, auch Borowski) sprangen in die Bresche, aber es blieb bei einer Rasenschach-Schlacht ohne echte Torchance, die bis in die Verlängerung alleine von der Spannung lebte.

Alles egal. Her mit den Italienern oder Ukrainern. Nerven schonen bis Dienstag ist angesagt.