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23 Jul 2006 Jugendarbeit

Wir sind uns einig, dass Fussballer ab 23 nicht mehr als "Talent" oder "Nachwuchsmann" bezeichnet werden sollten, oder? Fein. Dann gucken wir doch mal spaßeshalber im kicker-Sonderheft (Gerade frisch erschienen. Und auf der beiliegenden DVD moderiert Monica Lierhaus auch diesmal angezogen. Pech für die Suchenden.) den offiziellen, 28 Mann starken HSV-Kader nach den Jahrgängen 1984 und jünger durch.

15 der 28 Spieler fallen in diese Kategorie. (Potentielle) Stammkräfte sind davon jedoch (meiner Einschätzung nach) "nur" Vincent Kompany, Nigel de Jong, Piotr Trochowski und Paulo Guerrero, die gemeinsam immerhin 87 BL-Einsätze ansammeln konnten. Die restlichen 11 Jungs bringen es hingegen auf popelige 25 Einsätze, von denen Mustafa Kucukovic mit 14 mehr als die Hälfte auf dem Buckel hat.

Was lernen wir daraus? Die "Babies" müssen spielen!

Das Gute an der Sache ist: von den 13 verbleibenden alten Säcken kann man getrost 2-3 abziehen (von 2 Torhütern kann nur einer spielen, Wicky wird seine üblichen Verletzungspausen nehmen, Reinhardt ist mehr oder weniger fest für die Bank eingeplant), was uns zu der Erkenntnis führt: Die "Babies" werden spielen müssen, allein durch die zu erwartende Doppel- bis Dreifachbelastung durch Pokal- und internationale Spiele.

21 Jul 2006 Stürmisch mit einer Spitze?

Ilona hatte schon vor mir die B*LD Hamburg in der Hand und las, was ich soeben las: Kluivert kommt nicht, Baros wohl auch nicht. Dazu ist zunächst mal nur zu sagen, dass es nachvollziehbar ist, wenn man den Sportkameraden Kluivert als riskante Verpflichtung sieht, von der man besser Abstand nimmt. Im Fall Baros ist es einfach so, dass man nicht unbedingt einem dickschädeligen Präsidenten unnütz Kohle hinterherschmeißen möchte. Wowereit.

Nun kommt aber das kühne Spekulieren der B*LD Hamburg: Wird Thomas Doll angesichts der Tatsache, dass bislang nur 2 "fertige" Stürmer verpflichtet wurden und der Markt mehr oder weniger tot ist, auf ein System mit nur einer Sptze umstellen? Ein 4-2-3-1, wie es in Südeuropa üblich ist?

Bitte nicht!

Grundsätzlich hätten wir zwar das Personal für ein solches Mittelfeld - Trochowski, van der Vaart, Jarolim, abgesichert durch Wicky/Demel vor der Viererkette Atouba - Kompany - Boulahrouz - Mahdavikia, das liest sich eigentlich ganz gut, zumal zumindest Trochowski und van der Vaart auch die nötige Torgefahr mitbringen, damit gegnerische Abwehrreihen nicht in Gelächter ausbrechen. Aber davor wahlweise Benny Lauth oder Guerrero dabei zuzusehen, wie sie sich die Lunge aus dem Hals rennen und womöglich Henry-mässig auf die Flügel flüchten? Nein, danke.

Nehmt halt Lauth/Guerrero als Sturmduo und behaltet die Babies in der Hinterhand.

16 Jul 2006 WM-Stöckchen

Ein WM-Stöckchen von André. Schau'n 'mer mal:

Das schönste WM-Erlebnis?

Das klingt jetzt irgendwie unpatriotisch, aber die Erkenntnis, dass es halb so wild sein würde, am Abend des Finales arbeiten zu müssen, weil Deutschland nur um Platz 3 spielen würde, war sehr beruhigend.

Das beste Spiel?

Deutschland - Argentinien. Spannung, Intensität und guter Fussball.

Lieblingssprechchor?

Neben den diversen Lieferanten-Varianten fand ich noch "Berlin, Berlin, wir pfeifen auf Berlin" ziemlich klasse. (Wobei ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, ob es nicht doch "scheißen" hieß ...)

Schönstes Trikot?

Ist doch klar: Das Petze-Shirt.

Weltmeister des Herzens?

"Mein" Finale war Deutschland - Argentinien.

Bestes WM-Bier?

Krombacher aus dem Party-Fässchen bei 31°. Dazu eine Familienpackung Aspirin, bitte.

Lieblingsspieler?

Bei der WM, nehme ich an? Carlos Tevez hat mich sehr beeindruckt. Dado Prso ebenfalls.

TV-Höhepunkt?

Deutschland - Polen, ganz knapp gefolgt von Deutschland - Portugal. Spannung siegt über schönes Spiel. Ein achtbarer dritter Platz geht an Argentinien - Japan.

(Außer Konkurrenz die Anregung von Steffen Simon (?) beim Spiel Schweiz - Ukraine die Strafräume als Werbefläche zu vermieten.)

TV-Tiefpunkt?

Beckmann.

Dann ganz lange nix, dann Sarah Kuttners völlig sinnfreie WM-Reportagen, dann die überflüssige WM-Comedy im ZDF, deren Namen ich schon erfolgreich verdrängt habe.

War's schön?

Klasse war's. Mit sporadischen Tiefpunkten.

Und jetzt? Mehr Fußball oder reicht's?

Kann kaum abwarten, dass die Bundesliga-Saison losgeht.

Und wer kriegt das Stöckchen?

Ah, ein "Wer liest hier, den ich lese?"-Test!

Jörg, Torsten und ... ach, komm: thilde.

12 Jul 2006 Schluss mit Vielfliegermeilen

Jürgen Klinsmann setzt sich also nach einer durchaus erdrutschartigen WM vorerst zur Ruhe, Joachim Löw beerbt ihn und hat anscheinend vorhin bei der Pressekonferenz etliche Lacher gelandet.

Klinsmanns Entscheidung ist nachvollziehbar, selbst wenn die Gattin grünes Licht gab. Man darf nicht vergessen, dass die Nationalmannschaft seine allererste Trainerstation war - und dann gleich eine so intensive Zeit, in der viel bewegt werden musste. Das zehrt.

Löw ist - zumindest für den DFB - die Ideallösung. Man vermeidet ein erneutes Trainerfindungsdrama nebst -kommission, das vertraute Umfeld muss nur minimal verändert werden, man darf also 2008 auf die erfolgreiche Fortsetzung nach bewährter Formel hoffen.

Was wären auch die Alternativen gewesen? Christoph Daum ist beim DFB scheinbar immer noch persona non grata und für einen ausländischen Experten sind die Verbandsbosse offensichtlich immer noch nicht zu gewinnen. Und der Kaiser muss schließlich auch noch die Flitterwochen nachholen ...

11 Jul 2006 About Sportfreunde

Ach ja, die Sportis. Das waren noch Zeiten ...

Rückblende, ca. Anfang des Jahrtausends. Kieler Woche, es ist kalt, fieser Nieselregen von allen Seiten - auf norddeutsch: "Schietwetter". Man zwingt mich, ein Konzert zu besuchen, weil amouröse Verstrickungen Beistand benötigen. Der betreffende Act waren nicht Sportfreunde Stiller, die mir (Und wahrscheinlich manch' anderem.) damals so gar nichts sagten - damals spielten sie noch im undankbaren Vorgruppen-Slot. Aber witzig waren sie, irgendwie naturbreit und ... anders (Bitte bedenken: Das war Jahre vor Kettcar, Tomte & Konsorten ...). "Lass uns Wellenreiten gehn."

Vorspulen auf nahezu Jetztzeit. WM, Dortmund, Deutschland - Italien (Erinnere ich mich richtig?), irgenwann mitten im Spiel. Ein guter Teil der 65.000 anwesenden Kehlen fängt nach guter, englischer Fußballtradition an zu singen (Böse Zungen würden behaupten, dass täten Engländer nur, wenn das Spiel langweilig werde.) - aber nicht die Stadionklassiker Marke "You'll never walk alone", sondern allen Ernstes ein Liedchen dieser kleinen Kombo aus dem Großraum München.

Wie fühlt man sich wohl, wenn ein paar 10.000 Leute einfach so, ohne Karaoke-Unterlage und nicht bei einem Konzert einen Song singen (Naja. Gröhlen.), den man selbst geschrieben hat? In Berlin auf der Fanmeile war es bestimmt auch nett, aber Dortmund, das muss richtig Gänsehaut erzeugt haben.