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04 Jun 2008 Dead Souls

Hätte mir vor etwa 18 Jahren, als ich mich noch mit pubertärer Ernsthaftigkeit für Joy Division begeisterte, jemand erzählt, die Geschichte der Band würde einmal in einem Kinofilm erzählt, ich hätte ihm wohl einen Vogel gezeigt. Mittlerweile ist Control von Anton Corbijn auf DVD erhältlich.

Man merkt dem Film leider an, dass er der erste abendfüllende Spielfilm eines Fotografen und Videoregisseurs ist – Corbijn erzählt die Geschichte der Band rasant und kurzatmig, unterbrochen von (von den Darstellern der Band teilweise selbst gespielten) Konzert- und Musiksequenzen, welche die Musik von Joy Division als Ruhepol in einen unruhigen Film integrieren. Erst zum tragischen Ende hin nimmt der Film sich Zeit, die Geschichte in ausführlichen Szenen zu erzählen.

Bemerkenswert allerdings ist Ian-Curtis-Darsteller Sam Riley, der als Schauspielnovize nicht nur eine überzeugende Darstellung des faszinierenden Sängers abliefert, sondern auch die etablierten Aktricen Samantha Morton und Alexandra Maria Lara an die Wand spielt.

22 May 2008 Ronnie's Snooker Hotshots

Als leicht verspätetes Geburtstagspräsent der besseren Hälfte bekam ich gestern Ronnie's Snooker Hotshots überreicht, eine in Deutschland nur teuer per UK-Import bei amazon zu erhaltende DVD, auf welcher der Meister des 147 die besten Maximum Breaks, die übelsten verpassten 147s und seine All-Time-Topspieler präsentiert.

Die DVD enthält sechs vollständige Maximums, darunter natürlich auch Ronnies Rekord-147 gegen Mick Price in gut fünf Minuten, dazu fünf kurze Gespräche mit dem Meister und die »147 Hell«, eine kurze Sequenz mit in letzter Minute vergeigten Maximums. Das alles in bester Bildqualität (16:9), aber lediglich mit einer englischen Tonspur ohne Untertitel. Letzteres ist ein wenig ärgerlich, da speziell O'Sullivan in den Gesprächssequenzen selbst mit gutem Englisch nur schwer zu verstehen ist.

Die Gesamtspielzeit von gut einer Stunde ergänzen ungeschnittene Versionen von fünf Maximums – Ronnies schnellstes Maximum passte logischerweise ungeschnitten in den eigentlichen Film :-) Wozu man für dieses Ausmaß an Bildmaterial allerdings eine DVD9 braucht, wird wohl ein Geheimnis des Herstellers bleiben.

Alles in allem eine höchst spartanisch ausgestattete DVD, deren Inhalt größtenteils auch via YouTube zu finden sein dürfte, allerdings naturgemäß in lausiger Qualität.

21 Dec 2007 Toll, aber keine Verwendung dafür

Manchmal findet man Dinge, für die man einfach keine Verwendung hat. So zum Beispiel das Perl-Skript vobs2mkv.pl von Thanassis Tsiodras, welches MPEG2 nach x264 umwandelt. Das Skript kodiert Videodaten nach x264, Audiodaten nach Ogg Vorbis und verpackt das ganze schließlich in einen Matroska-Container. Grundsätzlich ist das, soweit ich mich mit Videokodierung befasst habe, die (derzeit) perfekte Mischung, um qualitativ gute Videodateien, die wenig Platz belegen, zu erzeugen.

Die erzeugten Videodaten sind relativ klein und skalieren selbst aus kleinsten Auflösung noch passabel auf Vollbildgröße. Allerdings beherrscht dieses Skript – oder ist es das Containerformat? – derzeit nur Videos mit einer Audiospur, die Untertitel skalieren schrecklich schlecht im Vergleich zum Videobild und die Kodierung der Videodaten dauert, gelinde gesagt, lange. Der größte Nachteil aber ist natürlich der, dass es wenig bis gar keine Standalone-Player gibt, die diese Codec/Container-Kombination abspielen können.

Allerdings ist das Skript für meinen unqualifizierten Eindruck vorbildlich kodiert, speziell in Sachen Benutzerführung. Und es kann alternativ auch nach XviD kodieren, insofern könnte man es sich sicherlich umstricken, um für einen XviD-fähigen Standalone-Player schlanke Videos zu erzeugen.

11 Dec 2007 Vorweihnachtliches aus der CD-Abteilung

Ich hätte es besser wissen sollen, aber so ist das nun mal mit Männern: Nachdem wir gefühlt stundenlang der besseren Hälfte dabei zugesehen haben, wie sie mit der Geduld eines sturmerprobten Seemanns eine Hose nach der anderen anprobiert und nebenbei noch Zeit findet, nach passenden Oberteilen zu spähen (Männer haben übrigens keine Ahnung von Oberteilen. Erschütternd, oder?), zieht es uns zum Männerspielzeug.

Mann hätte besser einen großen, weiten Bogen um die CD-Abteilung des Mädchen-Marktes gemacht, aber was soll's? Natürlich biegen sich die Regale dort um diese Jahreszeit unter Best-of-CDs und Samplern, die die Welt nicht braucht – wie jedes Jahr. (Deutlicher Trend in diesem Jahr: Best-of-CDs, auf denen das Beste fe lt.)

Wahrhaft erschreckend und ein deutliches Zeichen fortschreitenden Alterns aber ist die Erkenntnis, dass etliche Alben, die »zu meiner Zeit« als Muss in jedem guten CD-Regal in Stein gemeißelt waren, mittlerweile verramscht werden. Nirvanas Nevermind, Pearl Jams Ten, mittlerweile werden Tonträger scheinbar schneller günstig als Kinofilme auf DVD erscheinen. Ein deutliches Zeichen, dass es der Musikindustrie schlecht geht.

Wie sonst kann man auf die Idee kommen The Shape Of Punk To Come für einen lumpigen Zehner herzuschenken, aber für die jüngsten Ergüsse merkbefreiter Europop-Deppen den vollen Preis zu verlangen? Fürchtet Euch nicht, das Ende ist nahe!

04 Dec 2007 Software-Tipp: OGMRip

Die Umwandlung von Videos oder DVDs unter Linux in andere Videoformate ist eine der größten Hürden für Ein- oder Umsteiger. Zwar gibt es extrem leistungsfähige Werkzeuge für diese Aufgaben wie etwa transcode oder mplayer bzw. mencoder, aber als Kommandozeilenwerkzeuge sind diese für Ein- oder Umsteiger ohne grafische Oberfläche nahezu unbenutzbar, zumal beide einen Wust von Optionen und eine entsprechend umfassende Manpage mitbringen.

Die Lösung sind bzw. wären Frontends, grafische Benutzeroberflächen. Der Klassiker in diesem Bereich ist dvd::rip, aber auch dort begegnen Ein- oder Umsteigern einer Fülle von Optionen. Etwas simpler geht das Ganze mit OGMRip.

Neben dem wesentlich einfacher gehaltenen Interface glänzt OGMRip zudem mit Unterstützung des Overhead-freien Containerformates Matroska sowie automatischem Zuschnitt nebst Skalierung des Videos.

Ubuntu-Nutzer suchen OGMRip in den gängigen Repositories meines Wissens (noch) vergeblich, können jedoch über GetDeb ein fertiges Paket für Gutsy finden.