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19 May 2005 Kernel backen für Dummies

Irgendwie war ich immer zu blöd dazu, einen eigenen Kernel zu backen. Der ultimativ idiotensichere Weg für Debian-Nutzer hat dann aber doch zu Folgendem geführt:

matthias@gromit:~$ cat /etc/debian_version 
3.1
matthias@gromit:~$ uname -r
2.6.11.11

(Für Nicht-Debianiten: Das ist ein Debian Sarge, dessen Standard-Kernel eigentlich ein 2.6.8 wäre, auf dem aber ein 2.6.11.10 2.6.11.11 läuft. Und der Witz ist, der Kernel ist sogar als "echtes" Debian-Paket ins System eingebunden.)

Okay, und wie geht sowas? Einfach.

  1. Kernel-Quellen irgendwohin (also: gerne nach $HOME) entpacken und in das besagte Verzeichnis wechseln.
  2. Sicherstellen, dass neben den ansonsten zum Kernelbacken notwendigen Paketen (GCC & Co.) zusätzlich die Pakete kernel-package und fakeroot installiert sind (zu fakeroot gäbe es auch Alternativen, aber damit habe ich es getestet. Ansonsten ggf. nachinstallieren per apt-get install.

  3. Die Konfiguration des aktuell installieren Kernels (aus /boot) nach /pfad/zum/kernel/.config kopieren.
  4. make menuconfig, dort besagte .config als Konfigurationsdatei laden, menuconfig mittels Exit verlassen und dabei besagte .config als Konfiguration übernehmen.
  5. make-kpkg clean
  6. fakeroot make-kpkg --initrd --revision=custom.1.0 kernel_image (wenn man sich entscheiden sollte, einen Kernel ohne initrd zu verwenden, kann die Option --initrd wegfallen; mehr dazu in /usr/share/doc/kernel-package/README.gz - sollte man aber eh' lesen)
  7. Warten, bis der Kernel fertig gebacken ist. Dann wieder ins übergeordnete Verzeichnis wechseln, in dem bereits das fertige Kernel-deb liegt.
  8. mittels z.B. su Root-Rechte erlangen und als root dpkg -i kernel-image-XYZ, wobei XYZ je nach Kernel-Version variiert. Root-Status wieder loswerden, fertig (nun gut, um den neuen Kernel zu verwenden, muss man selbstredend neu booten; benutzt man immer noch lilo als Bootloader, muss lilo vor dem Reboot entsprechend konfiguriert werden, auch dazu empfehle ich ggf. die README.gz des kernel-package.
Fertig. Und geht.

Je nach Wunsch kann man selbstverständlich in make menuconfig den Kernel noch "verschlanken". Als Lektüre für Kernelbauten sei generell die hervorragende Anleitung von Thomas Hertweck empfohlen.

13 Feb 2005 Terratec TerraTV+

Besagte Karte fiel mir bei ePay in die Hände. "Bewährte Hardware" nennt man sowas. Linux mag sowas angeblich, und alle Google-Ergebnisse schreien eigentlich auch danach, dass diese Karte "out of the box" mit einem 2.6er-Kernel laufen sollte. Betonung auf "sollte".

Für alle, die ebenso verzweifelt sämtliche Google-Treffer zum Thema durchgespielt haben: Bei mir tut diese Karte ganz brauchbar, wenn man den bttv-Treiber folgendermaßen aufruft (das Ganze als root):

modprobe bttv card=28 pll=2 radio=0

(Getestet unter Debian Sarge mit einem 2.6.8-Kernel. Radio ist aus, weil ich kein passendes Kabel hier habe und es eigentlich auch nicht brauche.)

Nachtrag: Da natürlich der Kernel von sich aus bereits den bbtv-Treiber mit falschen Parametern lädt, kann es vor einem manuellen Laden des Treiber notwendig sein, den alten mit einem beherzten

rmmod bbtv

(ebenfalls als root) zu entfernen.

27 Dec 2004 Immer diese Neuinstallationen ...

Meine Liebste hat es irgendwietm fertig gebracht (oder auch nicht, Genaues weiss man nicht und Materialermüdung ist bei der Kiste nicht auszuschliessen), ihr Dateisystem zu zerschiessen (nein, ausnahmsweise kein ReiserFS - ein schnarchnormales ext3, aber natürlich war's die /-Partition). Tja. Das war's dann wohl. /home gottseidank in Sicherheit auf einer eigenen Partition.

Nun haben wir die ollen SuSE auf dem ebenso ollen Rechenknecht gegen die vielgehypte Trenddistribution Ubuntu ausgetauscht - man muss den eigenen Spieltrieb nur richtig verkaufen ;-) -, und siehe da: das ist kein "anderes Linux".

Im Gegenteil, das Debian-basierte Ubuntu, eine auf Desktop-User zugeschnittene Distribution gefällt durch problemlose Installation, die ein aufgeräumtes, durchdachtes System auf den Rechner zaubert. Fein.

Jetzt muss ich nur noch irgendwie die Soundkarte zum Piepsen bringen. Und die Liebste sich mit Gnome anfreunden.