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25 Mai 2009 Rechtekrücke für statische Seiten in s9y

Einer der vielen Pluspunkte von s9y ist die Multiuser-Funktionalität. Besonders wichtig bei solchen Mehrbenutzer-Blogs ist u.a. die Möglichkeit, über ein ausgeklügeltes System von Benutzerrechten und -gruppen genau festlegen zu können, welche Benutzer welche Inhalte bearbeiten dürfen.

Ein Fallstrick dabei ist derzeit, dass das Plugin „Statische Seiten“ bislang noch keine Benutzergruppen berücksichtigt. Dieses Plugin ist jedoch nahezu unverzichtbar, wenn man s9y als CMS einsetzen möchte.

Derzeit kann eine statische Seite stets genau einem Benutzer zugewiesen, somit also auch nur von einem Benutzer bearbeitet werden. Doch es gibt eine „Hintertür“ im System: Benutzer dürfen stets auch die statischen Seiten bearbeiten, welche von Benutzern auf einem niedrigeren Benutzerrang angelegt wurden. Das bedeutet z.B. in einem standardmäßig eingerichteten System, dass alle Angehörigen der Benutzergruppe „Chef-Redakteur“ auch statische Seiten bearbeiten dürfen, welche von Angehörigen der Benutzergruppe „Redakteur“ angelegt wurden.

Diese „Hintertür“ kann natürlich nicht mit dem Gruppensystem, welches bei Blogeinträgen zum Einsatz kommt, mithalten, aber es bietet immerhin einen passablen Weg, wenn mehrere Benutzer in der Lage sein sollen, bestimmte statische Seiten zu bearbeiten – man weist diese statischen Seiten einfach einem Benutzer eines niedrigeren Ranges zu.

06 Mär 2009 s9y: Was es nicht ist

s9y ist kein Content Management System. Punkt. Es ist eine Blogengine, welche man mit ein wenig Bereitschaft zu Kompromissen und Handarbeit durchaus als CMS zweckentfremden kann, das ja. Aber – das lehrt zumindest der Alltag als freier Einzelkämpfer an der Netzgestaltungsfront immer wieder – es ist eben kein „echtes“ CMS. Wie komme ich (ganz subjektiv übrigens) zu dieser Erkenntnis?

Rein optisch ist es überhaupt kein Problem, s9y wie ein CMS aussehen zu lassen. Spätestens mit dem großartigen neuen Magazin-Template Kinetic hat Bulletproof-Mitentwickler Don Chambers eine hervorragende (allerdings kostenpflichtige!) Basis für den Betrieb einer solchen Seite geschaffen. Auch andere s9y-Templates (wie etwa Mimbo) lassen sich durchaus für Seiten im Magazinstil mit „corporate look“ anpassen.

Da wäre zum einen das Plugin für statische Seiten. Es funktioniert hervorragend, bietet viele Möglichkeiten und leistet unter dem Strich genau das, was es soll – in der Umgebung, für welche es gedacht ist: In einem Blog. Wer ein paar wenige statische Seiten wie etwa ein Impressum, eine „Über mich/uns“-Seite, Datenschutzhinweise etc. anlegen will, wird damit bestens bedient. Dabei reden wir aber von einer überschaubaren Anzahl von statischen Seiten! Ab einer gewissen Anzahl, sagen wir mal: ab 10 bis 15 statischen Seiten, wird die Verwaltung und Pflege aber eben doch, nun ja … zäh, speziell, wenn diese Seiten auch noch über eine relativ komplexe Hierarchie sortiert werden sollen. Sowohl die Anzahl als auch die komplexe Hierarchie aber sind typisch für CMS-artige Seiten.

Ein weiterer Punkt ist die Seitennavigation. Auch in diesem Bereich ist s9y auf Blogs ausgelegt – es gibt verschiedene Seitenleistenplugins, welche unterschiedliche Navigationsformen (Kategorien, Tags, letzte Einträge, letzte Kommentare usw.) möglich machen. So ziemlich jedes Template, das in jüngster Zeit erschienen ist, bietet eine konfigurierbare Navigationsleiste, über welche man gezielt bestimmte Bereiche des Blogs verlinken kann; die Einrichung dieser Leiste erfolgt normalerweise über die sogenannten „theme options“ in der Verwaltungsoberfläche und ist „idiotensicher“, sprich: Man muss keinerlei Änderungen am Templatecode vornehmen.

Was die Navigation aber – bislang – nicht bietet, ist eine Automatisierung in diesem Bereich, welche meiner Meinung nach für ein „echtes“ CMS unabdingbar ist. Darunter stelle ich mir eine automatisch erzeugte Sekundärnavigation vor, welche die über die konfigurierbare Navigationsleiste angelegte Primärnavigation ergänzt. Beispielsweise so: Ich wähle in der Primärnavigation einen „Bereich“ der Seite an, etwa eine Kategorie von Einträgen zu einem bestimmten Thema. Dazu wird dann (z.B. in der Seitenleiste) eine speziell auf diesen Bereich abgestimmte Sekundärnavigation (Subkategorien des Bereiches, zugeordnete statische Seiten etc.) ausgegeben.

Wohlgemerkt: Ich habe derzeit selbst keine Lösung für diese „Probleme“, bestenfalls Workarounds, welche meistens so aussehen, dass man entsprechende Lösungen hart ins Template kodiert. Das ist zeitaufwändig, fehleranfällig und schränkt den Endbenutzer durchaus ein, weil praktisch jede Erweiterung der Seite, die eine Ergänzung der Navigation erfordert, auch eine Anpassung des Templates notwendig macht. Zudem gibt es durchaus Fallbeispiele, in denen diese notwendigen Kompromisse akzeptabel sind; z.T. wiegt auch die Tatsache, dass man sich nicht in ein unbekanntes CMS einarbeiten muss, sondern die vertraute (und bewährte!) Blogengine zweckentfremden kann, die Einschränkungen durch diese Kompromisse auf.

Nochmal ganz deutlich: Ich rate nicht generell davon ab, s9y als CMS einzusetzen, speziell nicht für eher überschaubare Seiten. Aber man sollte sich vorher bewußt machen, mit welchen Kompromissen man – meiner (praktischen) Erfahrung nach – rechnen muss.