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05 May 2006 Red Hot Chili Peppers: "Stadium Arcadium"

Der Legende nach sollte dieses Album eigentlich drei Alben werden, welche - analog zu System Of A Downs "Mezmerize" und "Hypnotize" - in einem gewissen Abstand erschienen wären, hätte nicht die liebe Plattenfirma aus absatzstrategischen Gründen ihr Veto eingelegt.

Und man muss aus vollem Herzen gestehen, dass die Peppers in der Tat mittlerweile in ihrer eigenen Liga (ihrem eigenen "Stadium") spielen. Wenn das das Beste aus ursprünglich drei Alben ist, ist es eine Sünde, uns das "dritte" vorzuenthalten, denn es muss immer noch verdammt gut sein ...

Hier machen, das kann man wohl mit Fug und Recht annehmen, vier Menschen Musik, die mit sich, miteinander und mit der Welt im Reinen sind. Und trotzdem werden sie nicht satt, und genau das ist die große Kunst daran.

30 Apr 2006 Talentiert

Normalerweise kennt man es umgekehrt: Man hört eine Single einer Band im Radio, verliebt sich spontan in den Song, kauft dank rosaroter Ohren das Album blind - und hält einen Silberling voll Schrott in der Hand.

Mir persönlich fällt dazu spontan der Name Nickelback ein. (Jaja, ich weiß. Es hatte z.T. sentimentale Gründe.)

Ganz anders hingegen Billy Talent, die ich neulich im Radio fade fand, deren Album mir aber eben sehr gefallen hat. Zappeliger (Scr)E(a)mo, haut nett in die At The Drive-In-Kerbe.

28 Apr 2006 Pearl Jam - Pearl Jam

(Disclaimer: Bei dieser Band kann ich nicht objektiv sein. Mit dieser Band bin ich aufgewachsen.)

"Back to the roots" auch hier. Phasenweise kommt die neue Pearl Jam fast punkig bis zappelig daher, dann aber doch auch wieder ruhig bis folkig, stellenweise sogar mit Bombast und Pathos. (Wahrscheinlich werden die Herren auf ihre alten Tage noch Art-Rocker.)

Phasenweise allerdings merkt man auch immer wieder, dass die letzten Überlebendes des Grunge damit ringen, eine "normale" Rockband zu sein. Und damit ringen sie nun schon einige Alben lang. Eine Singles-Band waren sie nie wirklich, Videos gibt es schon seit Jahren nicht mehr, und das merkt man dem Album auch an. Der große Reißer fehlt. Insofern gleichen sie sich langsam aber sicher den Stones an ...

Aber (noch?) klingen sie frischer, wandlungswilliger und so, als hätten sie noch reichlich gute Songs im Ärmel der längst abgelegten Holzfällerhemden. Also kann man vermutlich mit dieser Band alt werden. Wie beruhigend.

28 Apr 2006 Tool - 10,000 Days

Im Moment - d.h. zweiter Durchlauf, erster in Ruhe; und dieses Album wird (wie jedes Tool-Album) einige Durchläufe brauchen - klingt die neue Tool irgendwie "back to the roots". Nicht so - vergleichsweise - relativ simpel wie "Undertow", aber auch nicht ganz so sperrig wie "Lateralus". Die überdurchschnittliche Songlänge (im Mittel so 7-8 Minuten bei 11 Tracks) muss sein, solche Musik braucht Zeit, um die Spannungen aufzubauen, von denen sie lebt.

Wie immer gut kaschierte krumme Rhythmen und Takte, wie immer Spärisches gemischt mit Saftigem. Und das Cover - whoa! Wer auch immer behauptet, seit der Verbannung des Vinyls gebe es keine spannenden Artworks mehr - eat this. Das ins Digipak eingearbeitete Booklet besteht aus stereoskopischen Bildern, in die äußere Digipak-Klappe ist eine dazu passende (und nötige) Brille eingearbeitet. Sehr abgefahren.