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25 Mar 2008 Juli Zeh: »Adler und Engel«

Karrierejurist Max ist am Ende. Die einzige Person, die echtes Gefühl und wahre Liebe in sein Leben gebracht hat, ist tot. Jessie, die kindlich-verrückte Tochter eines Wiener Drogenbarons, die sein Leben einst fast zerstört hätte, hat sich erschossen, während sie mit ihm telefonierte. Max ertränkt seinen Schmerz in Selbstmitleid und Kokain, er beschließt, sterben zu wollen.

Als eine Art letzten Versuch ruft Max Clara an, Psychologiestudentin und Moderatorin einer Call-In-Sendung im Radio. Die harsche Clara zwingt Max zu einer Reise in seine Wiener Vergangenheit, um aus seiner Geschichte ihre akademische Weihe zu machen. Zurück in Wien erschließt sich Max langsam ein verstricktes Netz aus Zusammenhängen, die wahre Geschichte um ihn und Jessie

»Adler und Engel« ist ein furioser Roman, durchdacht bis in die letzten Einzelheiten und doch nie konstruiert. Rasant, krass und direkt, dabei doch stets von sensibler Schönheit. Lesebefehl.

06 Mar 2008 Antike CSS-Lektüre

Cover

Ich bin übrigens stolzer Besitzer eines der für lau plus Versand abgegebenen 100 Exemplare von Eric Meyers Standardwerk »Eric Meyer on CSS«.

Natürlich kann man CSS-Büchern oft beim Veralten zusehen, aber diesen Klassiker wollte ich einfach für die Sammlung haben – vor allem, wenn man ihn mal für kleines Geld abstauben kann.

Interessant ist das schon – die Ausgabe ist von 2003, und obwohl Meyers Fähigkeit, CSS simpel und verständlich zu erklären, immer noch beeindruckend ist, hat sich doch vieles seitdem verändert und weiterenwickelt. Heutzutage doch eher ein Buch zum schmökern und nostalgisch werden :-)

25 Feb 2008 Juli Zeh: »Alles auf dem Rasen«

Klappentexte sind ja manchmal Steilvorlagen. Die »bemerkenswerte Autorin« unterschreibe ich noch. Schade nur, dass »Alles auf dem Rasen« nun einmal – das verrät das Deckblatt – »Kein Roman« ist. Statt dessen findet sich in diesem Buch eine Sammlung von teils un-, teils in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichten »intelligenten, provokanten und amüsanten Essays«.

Intelligent ist die Dame, keine Frage. Provokant, nun ja, ist vielleicht ein Frage des eigenen Standpunktes. Amüsant sind für mich persönlich leider nur ein Bruchteil dieser Essays, die sich mit Politik, Gesellschaft, Recht, Schreiben und Reisen befassen. Schade drum.

21 Feb 2008 Frank Goosen: »So viel Zeit«

Fünf Typen Mitte Vierzig – ein Bauherr ohne Bauherrin, aber mit einem verbauten Einfamilienhaus; ein Vater von Zwillingen, der die Liebe seines Lebens nur noch auf dem Friedhof sehen kann; ein erfolgreicher Geschäftsmann, der sich in eine Affäre mit einer Azubine stürzt, weil ihm die Angst vor Darmkrebs den Schlaf raubt; ein gescheiterter Schriftsteller, der mit einer Studentin zusammenlebt und Pornos betextet; und ein gescheiterter Hausbesetzer, der im Geiste nie älter als 17 werden wollte, weil er so immer noch am Fleck auf seiner Vergangenheit kauen kann – tun 25 Jahre nach ihrem Abitur das, was sie schon immer hätten tun sollen: Sie gründen eine Rockband.

Mehr braucht es nicht, um mich dazu zu bringen, ein Buch von 350 Seiten nur durch gelegentliches arbeitenmüssen unterbrochen an einem Stück wegzuprügeln. Und schon habe ich wieder nix zu lesen.

»So viel Zeit« ist großartig, ehrlich und nie langweilig, stets ein wenig überraschend und dabei angenehm wenig nostalgisch. Wäre es von Nick Hornby, es wäre ein weltweiter Bestseller, und es wäre Frank Goosen zu wünschen, dass es das auch so wird.

19 Feb 2008 Der Dank des Tages geht an: Fiona

Junge, Junge – hier ist aber was los heute. Soeben überreichte mir ein lustiger Mensch von der gelben Post Frank Goosens jüngstes Werk »So viel Zeit«. Der Dank des Tages geht somit an Fiona, dank der ich nun aufhören kann, rumzunölen, dass ich nix zu lesen hätte.