04 Jan 2010 Fritz Rau: »50 Jahre Backstage«

Fritz Rau hat als Konzertveranstalter bei den ganz Großen des Blues, Jazz, Folk, Rock und überhaupt allem backstage gestanden, nationale wie internationale Acts auf deutsche Bühnen und in deutsche Stadien gebracht, das gesamte Konzertveranstaltungswesen hierzulande quasi (mit-)erfunden und geschäftlich wie kulturell durchaus innovativ gesprägt.

Zu schade, dass er sich in seinen (für meinen Geschmack etwas selbstgefälligen) Memoiren kategorisch weigert, das zu erzählen, was den Leser wirklich interessieren würde.

17 Dez 2009 Mehr zum Smashing Book

(Erster Eindruck)

Inhaltlich versucht das „Smashing Book“ etwas, was eigentlich unmöglich ist: Einen möglichst umfassenden Einblick in den aktuellen Stand der Gestaltung und des erfolgreichen Betreibens von Webseiten zu liefern. Die Palette der Artikel reicht von User Interfaces und Layouttypen über Typografie und Farblehre bis hin zu Usability und verschiedenen Techniken der Optimierung (Performance, SEO). Hinzu kommen zwei – sehr interessante – Artikel: Ein „runder Interview-Tisch“ mit namhaften Experten sowie die Geschichte des Smashing Magazine.

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15 Dez 2009 Smashing Book: Erster Eindruck

Cover des Smashing Book

Jemand war so freundlich, mir das „Smashing Book“ zu schenken. (Nein, es war kein kostenloses Rezensionsexemplar!)

Was als erstes auffällt, ist die Tatsache, dass selbst die Versandtasche hier „designt“ wurde. Kein schnöde brauner Versandumschlag, sondern ein Pappschuber, der analog zum Buchcover ausgelegt ist. Das ist mal etwas Anderes, für meine Begriffe aber sinnfrei – nach dem Weg durch den Postversand kann man den Pappschuber getrost entsorgen.

Zudem ist das Ganze als Taschenbuch bzw. Broschur gebunden, was angesichts des für ein Fachbuch relativ zahmen Preises vermutlich den Kosten geschuldet ist, sich aber langfristig rächen dürfte.

Dafür wurde im Inneren nicht gespart – ausgestaltete Kapiteltitel, farbige Screenshots, insgesamt reichlich Illustration. Schade, dass der Index in einer wirklich sehr kleinen Schrift gesetzt wurde, um ihn auf eine Seite zu begrenzen. Unterhaltsam hingegen die Autorenübersicht, die in einer Art Fragebogen (übrigens komplett in Englisch, wie das ganze Buch) umgesetzt wurde. („Anzahl der Haustiere/Computer/Mobiltelefone“ oder „Schuhgröße“ ist doch etwas origineller als ein eher trockener Lebenslauf.)

Zum Inhalt des insgesamt 311 Seiten starken Werkes mehr in den nächsten Tagen – ich muss erstmal schmökern.

21 Nov 2009 Karen Duve: »Taxi«

Dieses Buch wollte ich eigentlich schreiben.

Karen Duve erzählt, wie es ist in der Mietkraftdroschke. Sie verpackt es in die Geschichte einer jungen Fahrerin in den 80er und 90er Jahren in Hamburg, aber auf das Wesentliche reduziert kann ich die Frage von Daniela via twitter mit einem klaren „Ja“ beantworten – so, wie Karen Duve es beschreibt, ist es. Wirklich.

Ich kann ansonsten kein Urteil im „gut/schlecht“-Sinne über dieses Buch abgeben, dafür bin ich wohl „zu nah dran“. Komisch (wie der Klappentext) kann ich es nicht finden. Es ist lakonisch, melancholisch und erschreckend wahr.

(Oh, und nochmal ein dickes „Dankeschön!“ an Garvin.)

25 Jul 2009 Katinka Buddenkotte: »Mit leerer Bluse spricht man nicht«

Ich hätte ja, wäre ich Klappentextautor, nicht geschrieben:

Katinka Buddenkotte, das Fräuleinwunder der komischen Literatur, schlägt abermals zu: gewohnt witzig, pointiert und gnadenlos ehrlich. Willkommen in der Königsklasse!

Aber mich fragt halt keiner, und Klappentexte schreiben ist, denke ich, auch irgendwie undankbar.

In jedem Fall war »Mit leerer Bluse spricht man nicht« zäh zu lesen – das ständige Weglegen des Buches, weil man sich die Lachtränen abwischen muss, kostet halt Zeit.

Ich werde dieses Buch verschenken müssen. Wegen „Wer nennt seinen Hund denn Holger?", wegen „Ich würde dann jetzt gerne sterben.“, wegen „Wissen macht Au“, wegen „Sobald jemand das Wort Berufsschule ausspricht …“ sowie natürlich wegen „Am gestrigen Abend befand ich mich in einem Zustand permanenter Trunkenheit und Läufigkeit.“ (Aber ganz ohne Bassisten ging's wieder nicht, hm?)

Ferner würde ich anberaumen, zügigst „Mein Weihnachten“ in einen Kurzfilm für das Warmsaufen, äh, die Wartezeit auf den heiligen Abend umzusetzen.

Kurz: Lesebefehl.