01 Jul 2007 Da denkt man an nichts Böses ...

… und schon geht die Snooker Main Tour 2007/08 los. Die Qualifikation zum Shanghai Masters 2007 ist abgeschlossen. Für die Hauptrunde des neu eingerichteten Turniers direkt qualifiziert sind Jamie Cope, Stuart Bingham, Dave Harold, Ian McCulloch, Matthew Stevens, Nigel Bond, Marco Fu und Michael Holt – sie treffen in der ersten Hauptrunde auf einen der gesetzten Top 16-Spieler. Zunächst noch ein Wildcardmatch bestreiten müssen Scott MacKenzie, Stuart Pettman, Fergal O’Brien, Adrien Gunnell, Dominic Dale, Tony Drago, Michael Judge und Mike Dunn – spätestens nach den Erfahrungen der europäischen Spieler in diesen Matches gegen lokale Amateure bei den letzten China Open werden diese Herren gewarnt sein.

Bereits erledigt hat sich das Unternehmen Shanghai Masters für einige prominente Namen: Mark King, Mark Allen, Joe Swail, Anthony Hamilton, Barry Hawkins, Alan McManus und John Parrott erwischte es in der vierten und letzten Runde der Qualifikation. Die dritte Runde war Endstation für den Überraschungsspieler der letzten Welsh Open, Andrew Higginson, sowie für den talentierten Youngster Judd Trump und Thai-Phoon James Wattana. Snookerlegende Jimmy White musste bereits in der zweiten Runde der Qualifikation die Segel streichen, er verlor mit 3-5 gegen Alfie Burden.

Das Shanghai Masters beginnt am 6. August, Eurosport überträgt.

14 Jun 2007 Snooker-Tipps II

Als ich vor vier Monaten meine ersten Snooker-Tipps bloggte, hatte ich gerade angefangen, regelmäßig zu spielen und war froh, wenn ich überhaupt einen sauberen Stoß zustande brachte. Mittlerweile bin ich dank dieser Matchpraxis durchaus in der Lage (sehr) kleine Breaks zu spielen, produziere nicht mehr annähernd so viele dämliche Fouls, und mein Spielpartner und ich sind durchaus in der Lage, auch mal 3 Frames an einem Abend halbwegs konzentriert durchzuspielen. Das hört sich mager an für vier Monate Spielpraxis, aber es ist halt ein Sport mit einer verdammt steilen Lernkurve.

Nun also einige vielleicht schon etwas fortgeschrittenere Tipps:

  1. Ruhe bewahren!
    Damit ist nicht so sehr die »mentale« Ruhe gemeint – die sicherlich auch wichtig ist –, es geht vielmehr um einen ruhigen Stand am Tisch. Dieser ist letztlich eine Kombination aus einer sicheren Bockhand (also die Hand auf dem Tisch, auf der das Queue ruht; je nach Stoß kann das mitunter haarig sein), einem sicheren und doch bequemen Stand und einer korrekten Haltung beim Stoß. Bei einem sauber ausgeführten Stoß sollte sich nur ein Körperteil bewegen: Der Unterarm, der als Hebel den Stoß ausführt.
  2. Benutze das Kinn
    Bei einer »lehrbuchmäßigen« Stoßhaltung ruht das Kinn auf dem Queue und dient als zusätzliche Führungshilfe, stabilisiert also zusätzlich zur Bockhand die anvisierte Queuelinie. So merkwürdig diese Haltung manchem Anfänger erscheinen mag – und so unmöglich sie bei manchen Stößen einzuhalten ist –, sie führt definitiv zu einem sicheren und damit erfolgversprechenderen Stoß.
  3. Wer nicht wagt …
    Gelegentlich muss man auch mal die sogenannten »Unmöglichen« versuchen – Stöße, die man sehr wohl schon im TV bei den Profis gesehen hat, die man sich selbst jedoch nicht zutraut. Es wird einige Fehlversuche bringen und den einen oder anderen Foulpunkt kosten, aber man sollte sich stets vergegenwärtigen: Wenn man den Stoß nie versucht, wird man ihn auch niemals können

29 Mai 2007 Die chinesische Invasion geht weiter

Mittlerweile ist das Gerücht, das sich lange hielt, kein solches mehr: Die Snooker Main Tour 2007/08 wird am 6. August in Shanghai eröffnet. Mit dem neu eingerichteten Shanghai Masters und den bereits etablierten China Open in Bejing finden damit in der kommenden Saison zwei Main Tour-Turniere bzw. deren Endrunden im Snooker-Boom-Land Nr. 1 statt.

10 Mai 2007 Fan sein beim Snooker

Die Einschläge werden etwas weniger seit Montag morgen, aber offenbar suchen sich via WWW händeringend die Fans von Mark Selby. Nun, ich bin kein ausdrücklicher Fan des »Jester From Leicester« – ich mag den Jungen und sein emotionsgeladenes Spiel, ich halte ihn für einen der besten jungen Snooker-Profis, aber zum Fan braucht es mehr.

Fan bin ich von Ronnie O'Sullivan. Psychische Problem hin oder her, Ronnie ist eines der größten Talente, das der Snookersport kennt. An einem guten Tag kann Ronnie jeden schlagen, und das mit einer Leichtfüssigkeit, die enorme Faszination ausübt. Ähnlich wie Selby spielt auch Ronnie immer ein wenig mit Unterhaltungswert, was ihn trotz aller Verfehlungen sympathisch macht.

Ebenso bin ich ein Fan von Steve Davis. Der Mann hat alles erreicht, alles gewonnen, dabei noch den Sport revolutioniert und weltweit populär gemacht, und trotzdem steht er mit fast 50 Jahren immer noch am Tisch – und das auf höchstem Niveau und einem Spiel, welches durchaus up-to-date ist. Wahnsinn, bedenkt man, dass die meisten Spieler, gegen die er heute antritt, seine Söhne sein könnten. Und dabei ist Steve immer ein »elder statesmen«, der auch stets für einen Spass zu haben ist.

Daneben gibt es Spieler, die ich nicht unbedingt ausdrücklich sympathisch, aber faszinierend finde. Ding Junhui zählt dazu, weil es einfach unfassbar ist, wie jemand mit gerade mal 20 Jahren bereits so komplett und so abgebrüht sein kann. Auch Stephen Lee gehört zu diesen Spielern – die Präzision und Eleganz, mit der er den Spielball kontrolliert (die sogenannten »cue action«) ist einfach sagenhaft.

09 Mai 2007 Selby: Es war zu befürchten

Kaum stand Mark Selby im Finale der Snooker-WM, schon schlugen hier die ersten Suchmaschinen-Hits auf: »mark selby fanclub«, »mark selby girlfriend« (auch in der deutschen Variante), usw. usf. (Nein, »mark selby naked« war nicht dabei.)

Mark Selby bekommt diese Aufmerksamkeit nach seinem famosen Auftritt im Finale der Snooker-WM zu Recht, und ich denke, er verdankt seine aktuelle Beliebtheit unter Anderem seinen Faxen am Rande, die mindestens so unterhaltsam waren wie sein Spiel. Ich erinnere mich daran, wie Selby in die Knie ging, um einen Stoss zu analysieren, und dann so tat, als würde er in die Tischkante beißen, als er feststellte, dass er an den Ball nicht rankommen würde. Ich erinnere, dass er (allerdings in einer Spielpause, als John mal eben für kleine Higgins' war) während(!) des Finales noch Autogramme schrieb. Ich erinnere mich daran, wie er mit Kameras und Publikum scherzte, als ginge es in dem nebenbei zu spielenden Match um nichts.

Diese lässig-freche Lockerheit eines 23jährigen hat Selby zu Recht in die Herzen des Snooker-Publikums gebracht, aber nun wird der Druck auf ihn in der kommenden Saison enorm werden. Er ist nun die Nummer 11 der Weltrangliste, und damit hat er auf der kommenden Main Tour etwas zu verlieren – hoffen wir, dass er sich seine unterhaltsame Lockerheit bewahren kann.