09 Jan 2008 Control

Morgen läuft der erste Spielfilm von Depeche Modes und U2s Hausfotograf Anton Corbijn an: Control. Ein Film über das kurze Leben des Joy Division-Sängers Ian Curtis. Der bereits jetzt hochdekorierte Film basiert auf dem Buch »Touching from a distance« von Curtis' Witwe Deborah.

Die deutsche Schauspielerin Alexandra Maria Lara spielt Curtis' Geliebte, die belgische Journalistin Annik Honoré. Zudem ist Herbert Grönemeyer nach 20 Jahren erstmals wieder in einer kleinen Rolle in einem Film zu sehen.

26 Nov 2007 TV-Tipp: Plewka singt Reiser

Mit ausreichend Vorlauf hier ein TV- bzw. Musik-Tipp für morgen abend: 23:45 Uhr, N3, »Jan Plewka singt Rio Reiser«. Aufzeichnung von Proben und Aufführung eines Liederabends, den der Ex-Selig-Sänger 2005 im Hamburger Schauspielhaus darbot.

Wenn das einer kann, dann der.

17 Sep 2007 Mut zur Hässlichkeit

Was ich nach wie vor bemerkenstwert am Tatort aus Kiel finde: Man scheut sich nicht, Kiel genau so darzustellen, wie es ist.

Hässlich.

(Außerdem bekam der gestrige Kiel-Tatort »Macht der Angst« Bonuspunkte dafür, dass Kommissar Borowski die einzig wahre Frage stellen durfte, die man zu modernen Handys stellen kann: »Kann man damit auch telefonieren?«.)

12 Sep 2007 Gruppenselbstmord abgehört?

Aust wäre nicht Aust, hätte er nicht für den zweiten Teils seiner TV-Dokumentation »Die RAF« ein brisantes Ende gefunden.

Wenn ich es richtig verstanden habe, ist im Rahmen der Recherchen zu besagter Dokumentation erstmals klar festgestellt und von offizieller Stelle zumindest durch die Blume auch bestätigt bzw. durch Akten belegt worden, dass nicht nur die Einrichtung einer Kommunikation zwischen den Zellen im Hochsicherheitstrakt von Stammheim nicht unterbunden, sondern diese auch angezapft, sprich: mitgehört, protokolliert wurde. Vermutet wurde dieses bereits vorher.

Der Knackpunkt aber ist: Wenn das generell der Fall war, spricht wenig bis nichts gegen die Annahme, dass auch in der Nacht der Befreiung der »Landshut« durch die GSG 9, also in der Nacht, als die in Stammheim einsitzende »erste Generation« ihrem Leben kollektiv ein Ende setzte, staatliche Ohren mitgehört haben. Beweisen lässt es sich natürlich nicht mehr.

10 Sep 2007 Gesehen? »Die RAF«

TV-Dokumentationen zum »Deutschen Herbst« gibt es im Moment wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Die ARD-/Spiegel TV-Produktion »Die RAF« hebt sich zunächst einmal dadurch ab, dass hinter ihr der deutsche RAF-Experte Stefan Aust steht. Aust ist nicht nur Chefredakteur des Spiegels, sondern auch Autor des Standardwerkes zum Thema, »Der Baader-Meinhof Komplex«.

Ebenso, wie dessen erweiterte Auflage 1997 auf neuen Erkenntnissen durch Einsicht in die Stasi-Akten basierte, bringt auch »Die RAF« neue Aspekte ans Licht: Bei den Recherchen zu dieser Dokumentation entdeckte Tonbandprotokolle aus den RAF-Prozessen in Stammheim. Stimmen aus dem Grab. Darüber hinaus darf, kann und traut sich Aust das, was andere Dokumentarfilmer nicht taten: Er bringt die »handelnden Personen« vor die Kamera, und dabei eben nicht nur den Vorzeigegeständigen der RAF, Peter-Jürgen Boock.

Heute um 20:15 Uhr folgt der zweite Teil der Dokumentation. Für diejenigen, die gestern nach dem Tatort ins Bett gegangen sind, wiederholen Phoenix und Eins extra beide Teile in den kommenden Tagen reichlich – es lohnt sich.