13 Okt 2009 Mäßigung und schwächlich

(Vorsicht, der Oktober könnte ein US-Serien-Themenmonat werden, wenn mir nicht bald was Anderes einfällt.)

Ich guck mich gerade – ursprünglich mehr so aus Wartezeit auf Alternativen auf DVD – durch die erste Staffel von „Bones“ und find's im Grunde ziemlich unterhaltsam. Zwei Dinge irritieren mich aber doch.

  1. Die weibliche Hauptfigur heisst mit Vornamen allen Ernstes Temperance, zu deutsch: „Mäßigung“. Die männliche Hauptfigur hingegen hört auf den Vornamen Seeley, was man eventuell mit etwas etymologischer Unschärfe mit „schwächlich“ übersetzen könnte. Beides sind leidlich passende sprechende Namen, aber gibt's die wirklich? Ich weiss, dass das in Amerika einigermaßen egal ist, aber gehört habe ich beide noch nie.
  2. Sollte es mir zu denken geben, dass ich völlig problemlos essen kann, während auf dem Bildschirm vor mir eine Leiche auseinandergenommen wird, von der im Normalfall nicht mehr allzu viel übrig (daher der Spitzname der Hauptfigur und Titel der Serie) ist und die durchaus einen eher unappetitlichen Anblick abgibt? Oder habe ich einfach nur eine gesunde Fähigkeit, Realität und Fiktion zu trennen?

Auch hier übrigens lauter – mir zumindest – unbekannte Gesichter, die ziemlich gute Arbeit leisten. Nix oscarverdächtiges, aber doch mehr als solide, allen voran die äußerst hinreißende Emily Deschanel, ältere Schwester der großartigen Zooey Deschanel, bekannt z.B. aus „Weeds“ und natürlich „Almost Famous“.

(Und wenn jetzt jemand in den Kommentaren zugibt, „Almost Famous“ nicht gesehen zu haben, dann muss ich leider ungehalten werden. Also behaltet es im Zweifelsfall für Euch.)

09 Okt 2009 Nebenrollen

Wer ein gewisses Quantum an US-Serien weggeguckt hat, trifft unweigerlich auf dieselben Gesichter, vor allem bei den Nebendarstellern, welche im Englischen besser und richtiger als „supporting actors“, also „unterstützende Darsteller“, bezeichnet werden. Oft spielen diese Darsteller die Hauptrolle gnadenlos an die Wand, kommen jedoch niemals dazu, selbst eine Hauptrolle übernehmen zu dürfen. Vermutlich fehlt es in den Augen der Entscheider an „Starqualitäten“.

Drei Herren fallen mir spontan ein, die mir immer wieder aufgefallen sind. Die einfach „was können“, aber deren Name niemals als erster im Vorspann genannt (werden) wird.

  1. John Billingsley: Vermutlich am prominentesten besetzt als Präsidentinnen-Bruder Terrence Steadman in „Prison Break“, mir persönlich noch prägnanter in Erinnerung aus „Nip/Tuck“ als Mann, der sich absichtlich und bewußt ein Bein amputieren lassen will. Auch in Staffel 7 von „24“, die ich (noch) nicht gesehen habe, und „True Blood“ zu sehen. Perfekt für schrullig-verschrobene Typen. (IMDB-Profil)
  2. Wade Williams: Wohl auch am bekanntesten durch „Prison Break“ als Officer Brad Bellick, ebenfalls in „24“ zu Gast (Staffel 1, Robert Ellis). Mir zuerst aufgefallen als verbitterter Bruder eines Golfkriegs-Opfers in „Six Feet Under“. Typischerweise als knurriger Grantler besetzt. (IMDB-Profil)
  3. Evan Handler: Der war nun wirklich überall. Ebenfalls „24“ (Gastrolle als Menschrechtsanwalt in Staffel 4), „Lost“ (Staffel 2, Mitpatient von Hurley in der Psychiatrie), „Six Feet Under“ (ein großartig durchgeknallter Aktionskünstler in Staffel 3), sogar in „Friends“ – vor allem aber war er Harry in „Sex And The City“ und ist Charlie Runkle, Agent von Hank Moody in „Californication“. Kann folglich alles, aber gerne leicht debil. (IMDB-Profil)

(Speziell bei Evan Handler gebe ich ja die Hoffnung nicht auf, dass ihm doch nochmal jemand Fähiges etwas passendes Tragendes „auf den Leib schreibt“. Der Mann hat's verdient.)

Euch fallen bestimmt noch mehr gute Leute aus der Abteilung ein, würde ich wetten.

15 Jul 2009 WD TV HD Media Player

WD TV

Von der WD TV war hierzublog nun schon etliche Male die Rede. Zeit, das neue Spielzeug auch mal ausführlich vorzustellen.

Die WD TV aus dem Hause Western Digital ist ein HD Media Player. Genauer gesagt ist diese winzige Kiste die eierlegende Wollmilchsau unter den stationären Media Playern.

Man schließt sie wahlweise über HDMI oder Composite Video (Cinch) an ein Fernsehgerät an. Was auch immer die WD TV an den über zwei USB-Anschlüsse bereitgestellten (mit FAT32, NTFS oder HSF+ formatierten) Datenträgern findet, spielt sie ab.

DivX, Xvid, H.264, MP3, OGG, FLAC, JPG, PNG – you name it, you got it. Ein gängiges Format für Video, Audio oder Bilder, mit dem die WD TV nichts anfangen kann, wäre mir noch nicht bekannt. Angeblich kann die Kiste sogar direkt auf DVD-Images zugreifen, was ich allerdings noch nicht ausprobiert habe.

Kurz zusammengefasst: Die kleine Kiste leistet genau das, was man will – Multimedia-Inhalte aller Art von USB-Datenträgern abspielen. LAN kann sie nicht, WLAN kann man ihr angeblich mit einem kruden Hack ebenso beibringen wie das Annehmen eines USB-Hubs, um die Anzahl der verfügbaren USB-Ports zu erhöhen. (Wer's braucht …) Aufnehmen kann man damit (ich bin versucht, zu sagen: leider) auch nicht, und mit einem SCART-Anschluss kommt man ebenfalls nicht weit.

Die mitgelieferte Software zur Medienkonvertierung kann man getrost ignorieren, es gibt genug freie Software, die das, was dieser MediaConverter leistet, besser und bequemer tut. Auf jeden Fall aber sollte man stets die aktuelle Firmware für die WD TV einspielen. Je nach Auslieferungszustand der WD TV kommt man erst damit in den Genuss von z.B. Untertiteln und Kapiteln in MKV-Containern.

Fazit: Für derzeit (Stand: Juli 2009) um die 85,- Euro (ohne Datenträger!) bietet die WD TV stressfreie HD-Medienwiedergabe am TV-Gerät. Wer auf Streaming verzichten kann, ist hier bestens bedient.

08 Jul 2009 WD TV, MKV und SRT

VobSub-Untertitel sind grundsätzlich eine feine Sache, nur nicht in MKV-Dateien, die auf einer WD TV angezeigt werden sollen. Die WD TV rendert VobSub-Untertitel anscheinend ohne irgendeine Form von „Rand“, man hat also rein weiße Schrift in den Untertiteln, was je nach darunter liegendem Filmmaterial mehr oder weniger unlesbar ist.

Die Lösung ist denkbar simpel: Man kann anstelle der VobSub-Untertitel ebenso gut mittels mkvtoolnix SRT-Untertitel zuschaltbar in den MKV-Container muxen. Die rendert die WD TV dann entsprechend der Voreinstellungen im System, wo man u.a. einen Rahmen einstellen kann.

29 Jun 2009 DVD-»Ersatz«: MKV mit Untertiteln

Komprimiertes Video wird immer wichtiger im „Pantoffelkino“. Ob man nun gemütlich am Laptop oder am Fernseher, welcher (wie bei mir seit einiger Zeit) z.B. über eine WD TV befeuert wird, gucken möchte: Die DVD ist nicht mehr unbedingt das Medium der Wahl.

Was man will, ist ziemlich klar: Einen MKV-Container mit H.264-Video, AAC-Tonspur(en) und – idealerweise – zuschaltbaren VobSub-Untertiteln.

Das Tool dafür – unter Windows, MacOS und Linux! – wäre normalerweise Handbrake, eine Art „Schweizer Armeemesser“ in puncto Videokodierung. Der Haken aber ist, wie ich bereits bei Kristian (in den Kommentaren) feststellte, dass Handbrake derzeit nur „hart einkodierte“ Untertitel bietet. („Softe“ sind allerdings bereits in Arbeit; es ist jedoch nicht abzusehen, wann die Version 0.9.4 des Programms erscheinen wird, in der das implementiert sein soll.)

Bis dahin bleibt nur, Handbrake ausschließlich Video und Audio zu überlassen und die Untertitel nachträglich in den MKV-Container einzubinden – denn die Möglichkeit zu „soften“ Untertiteln bietet dieses Containerformat durchaus.

Für das Auslesen der Untertitel von DVD gibt es meines Wissens kein platformübergreifendes Programm. Unter Windows erledigt z.B. VSRip diesen Job ganz gut, Linux-Nutzer können subtitleripper verwenden. Mac-Nutzern kann ich persönlich mangels Mac leider nichts empfehlen, vielleicht kann jemand über die Kommentare aushelfen?

Das Tool, welches die Untertitel in den MKV-Container einbindet („(re)muxing“), tut seinen Dienst wieder auf allen drei Plattformen: mkvtoolnix nimmt die mit Handbrake erzeugte MKV-Datei, welche bereits Video- und Tonspur(en) enthält, fügt die Untertitelspur(en) hinzu und erzeugt eine neue MKV-Datei, die dann alles enthält.