14 Nov 2006 Mal wieder sind dieselben schuld

Boulahrouz und van Buyten bzw. deren Verkäufe nämlich, behauptet zumindest der kicker (leider nicht online, soweit ich sehe, sondern nur print). Ein Muster, dass sich laut besagtem kicker-Artikel durch die letzten 20 Jahre bei unserem geliebten Sportverein von der Elbe zieht: Jeweils im Anschluss an eine erfolgreiche Saison würden personelle Fehlentscheidungen den Absturz in der Folgesaison herbeiführen.

Prominente Beispiele sind demnach Thomas Gravesen (Ein echter Lacher; Gravesen war die "Hümörbömbe" und ein extrem vielseitig verwendbarer Spieler, aber Leistungsträger? Kann ich mich nicht daran erinnern.), Thomas Doll (Okay – Leistungsträger ja, aber eben auch Tafelsilber eines damals quasi bankrotten Vereins. Wenn dann die Italiener mit dem damals noch überdimensional großen Koffer vor der Tür stehen ...) und Jörg Albertz (Der neben hart schießen meiner Erinnerung nach vor allem eines konnte: mitlaufen.) – und nun halt van Buyten und Boulahrouz, zu deren Verkäufen ich mich ja bereits geäußert habe.

Bin ich das, oder ist es um beide Herren recht still geworden, seitdem sie nicht mehr die Raute auf der Brust tragen?

08 Nov 2006 Stuttgarter Geständnisse, Hamburger Erkenntnisse

Der HSV lieferte ein klasse Spiel und hat da unten nichts zu suchen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er nach oben klettert
(Armin Veh)

Ergänzend dazu gesteht der VfB-Teammanager Horst Heldt, der HSV sei die bessere Mannschaft gewesen:

Wir hatten einfach Glück.
(Horst Heldt)

Dolly denkt also nicht an Rücktritt, erlennt aber natürlich:

Wir können uns von den Komplimenten nichts kaufen.
(Thomas Doll)

Nachkaufen kann man ohnehin frühestens im Winter, und selbst dann sehe ich derzeit keine Position, auf der – wenn der gesamte Kader fit ist – nachgebessert werden müsste. Höchstens könnte man in Erwägung ziehen, einen weiteren Stürmer zu verpflichten, falls Benny Lauth wie angedacht im Winter gegangen wird. Aber wo kriegt man mal so eben eine eingebaute Torgarantie? Das wäre so ziemlich das einzige, was uns im kadertechnischen Idealfall fehlen würde ...

22 Oct 2006 Raus aus der Krise?

Genau das hat Dietmar Beiersdorfer vor der Saison über Guerrero gesagt:

Paolo passt perfekt bei uns rein.

Hat eine Weile gedauert, bis Paolo kapiert hatte, dass man auch Tore schießen kann, wenn man hinterher keine Schokolade vom "Bomber der Nation" bekommt, aber das Warten hat sich ja irgendwie gelohnt.

Ich hab das Spiel leider noch nicht gesehen aber: Bereits als Fehleinkauf bezeichnet, eingewechselt, 2 Tore zum ersten Ligasieg der Saison - das sind die Geschichten, die Fussball zu dem machen, wofür wir ihn lieben.

Aber woran lag's denn nun? Andrés Umzug, Ilonas Kirchgang oder Nicoles etwas andere Konferenzschaltung?

05 Oct 2006 Zur rechten Zeit?

Wie der Sportteil der Zeitung mit den vier Buchstaben berichtet, kehrt unser "kleiner Engel", Rafael van der Vaart, in sehr absehbarer Zeit aus der Reha ins Mannschaftstraining zurück. Ähnlich wie im Fall von Bastian Reinhardt trägt die aktuelle Länderspielpause dazu bei, dass zumindest ein Spiel weniger ohne unseren Spielmacher stattfinden muss.

Natürlich braucht diese Mannschaft van der Vaart dringender denn je, um Ordnung ins Spiel zu bringen, die Stürmer einzusetzen, das Unberechenbare ins Spiel zu bringen, ganz allgemein Gefahr zu verbreiten und somit auch gegnerische Verteidiger zu beschäftigen. Trotzdem kann man nur hoffen, dass diesmal ganz genau darauf geachtet wird, dass er nicht zu früh wieder voll einsteigt.

Fassen wir doch mal die Verpflichtung van der Vaarts rückblickend zusammen: Niemand hat damit gerechnet, keiner hatte ihn auf dem Zettel (außer Didi), schon gar nicht für das - relativ - kleine Geld, was er gekostet hat. Über Identifikation und langfristige Vereinstreue kann man (siehe van Buyten) nur spekulieren, aber zumindest in der Außendarstellung ist van der Vaart zu 110% "Rothose" - dass er irgendwann mal Deutschland (aufgrund seiner Herkunft vorraussichtlich in Richtung Spanien) verlassen wird, ist abzusehen, möge es dann entsprechende finanzielle Entschädigung geben. Spielerisch hat er meines Erachtens all das gebracht, was ich oben aufgezählt habe. Um seine Verletzungsanfälligkeit wusste man, das war auch ein Grund, weshalb er überhaupt für uns "zu haben" war.

Kurz: Eine der besten Verpflichtungen der letzten Jahre, also - hegen und pflegen.

24 Sep 2006 Gut eingekauft

Man muss die Führung des HSV wirklich für ihre Einkaufspolitik der letzten Jahre loben. Grandiose Verpflichtungen, entgegen jeglicher Kommentare wohl auch wirtschaftlich vernünftig. Aber.

Speziell in dieser Saison kann man sich dafür als Fan letztlich wenig kaufen. Ja, ich erkenne das schier unbegrenzte Potential dieser Mannschaft. Ich erkenne die spielerische Eleganz des Vincent Kompany. Ich würdige die Entscheidung, ihm mit Joris Mathijsen einen erfahrenen Partner in die Innenverteidigung zu stellen. Begeisterung über die Entscheidung, mit Juan Pablo Sorin einen international erfahrenen Weltstar für relativ kleines Geld zu holen. Überraschung über Boubacar Sanogo, der sich zum echten Goalgetter zu mausern scheint. (Kein Wort zu Paulo Guerrero an dieser Stelle.) Über Danijel Ljuboja lese ich Verschiedenes, von Chancentod bis hin zu "arbeitet zumindest gut".

Natürlich kann diese - immer noch recht junge - Mannschaft zu diesem Zeitpunkt in der Saison noch nicht abgestimmt, eingespielt sein, zumal Trainingsrückstand (Sorin) und Verletzungen (van der Vaart, Atouba, Kompany) es sogar noch verschärfen, dass etliche Einkäufe de facto Nachkäufe nach gelungener Champions-League-Quali waren.

Gleichzeitig wirtschaftlich arbeiten und jährlich Champions League spielen zu wollen ist ein Balanceakt, wenn man die direkte Qualifikation nicht erreicht, zumal eine international doch noch recht grüne Mannschaft (UEFA-Cup und Champions League sind halt doch zwei paar Fussballschuhe) nahezu dazu verdammt ist, in ihrer ersten CL-Saison (seit längerer Zeit zumindest) parallel dazu in der heimischen Liga Schwierigkeiten zu haben.

Ich wage mal die kühne Behauptung, bis zur Winterpause müssen wir noch viel Murks ertragen. Möge es danach besser werden.