13 Mär 2007 Doll übernimmt schwatz-gelb

Beschlossen und verkündet, Thomas Doll übernimmt das Himmelfahrtskommando Borussia Dortmund. Warum man sich so etwas in dieser Situation antut, ist mir schleierhaft, speziell nach den Enthüllungen Jürgen Röbers über den wahren Charakter der Borussen-Mannschaft.

So, wie Doll sich nun in Dortmund präsentiert (»Ich werde harte Entscheidungen treffen und für mehr Disziplin sorgen.«), dürfte es einigen HSV-Fans übrigens die Lachtränen in die Augen treiben – vom Verrat, vom Klub, der einem vermeintlich am Herzen liegt, zu einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf zu wechseln, mal ganz abgesehen.

Thomas Doll nun als Söldner zu bezeichnen, halte ich für übertrieben, aber man darf sich schon wundern, wieso Doll, der trotz der Entlassung beim HSV nicht eben Hunger leiden dürfte, nun bereits wieder einen Bundesligaverein (noch dazu einen in so einer Lage) übernehmen mag. Mich deucht: Da will jemand was beweisen.

Angeblich wird nun zu allem Überfluß auch noch Thomas von Heesen neuer Sportdirektor in Hamburg (zur neuen Saison als Nachfolger von Beiersdorfer) – so nachvollziehbar mir ein Wechsel auf dieser Position in Hamburg erscheint, schließe ich mich Andrés Urteil in Sachen von Heesen an: Überbewertet.

14 Feb 2007 Stevens' erstes Opfer

Obschon man mit dem (wie ich finde) putzigen Vornamen Huub eigentlich keiner sein kann, gilt Herr Stevens in der Branche als »harter Hund« – sein erstes Opfer beim HSV ist nun Danijel Ljuboja geworden, den Stevens nach einer Standpauke vor versammelter Mannschaft bis kommenden Montag zu den Amateuren strafversetzt, weil er seinen Reha-Plan (Adduktorenverletzung) nicht eingehalten hat.

Was Stevens damit bezweckt, ist klar: Hier weht jetzt ein anderer Wind, Disziplin auf und neben dem Platz, usw. usf. – grundsätzlich ist das angebracht, bedenkt man die diversen Sperren und sonstigen Kaspereien, die das Team bereits schwer dezimiert hatten. Ob Ljuboja, der bekanntlich vorerst nur von Stuttgart ausgeliehen ist und angesichts seiner dürftigen Leistungen im HSV-Trikot wohl ohnehin am Saisonende dorthin zurückgeschickt werden wird, der Richtige ist, um ein Exempel zu statuieren, wage ich allerdings mal zu bezweifeln …

02 Feb 2007 Das Idol zum Retter

Es steht fest, der Verein hat es in meiner offline-Zeit bestätigt und »Uns'« Uwe Seeler kommentiert es aktuell im deutschenspielfernsehen: »Hühp Schtewens« (lautschriftlicher O-Ton Seeler) soll den HSV-Karren aus dem Bundesligadreck ziehen (Vertrag bis 2008). »Über den Kampf zum Spiel« muss die Mannschaft laut Uns' Uwe finden, dafür sei der Niederländer sicherlich der richtige Mann.

Bah. Und das mir, der ich bei Stadionbesuchen schon immer zucke, wenn irgendwer wieder »Wir wolln Euch kämpfn sehn!« brüllt – ich ziehe es nach wie vor, sie spielen zu sehen, aber da, wo wir stehen, hilft es vermutlich in der Tat mehr, in die Ärmel zu spucken und die Hände hochzukrempeln. Und morgen geht's ausgerechnet nach und gegen Berlin – das sind traditionell die zwei Saisonspiele mit eingebauter Torgarantie … ob Stevens allerdings schon auf der Bank Platz nehmen wird, ist noch unklar. Ich meine ja: Er hat im Grunde nix zu verlieren.

02 Feb 2007 Magath (be)denkt

Heute ist quasi »The day after« – ich könnte wetten, dem Trainerkarussell ist immer noch schwindelig. Und während Ottmar Hitzfeld in München bereits gestern zum ersten Mal Hütchen aufstellen und Leibchen verteilen durfte, steigt in Hamburg scheinbar immer noch kein weißer Rauch auf.

Felix Magath hat sich gestern nach offenbar doch eher zähen Verhandlungen eine Nacht Bedenkzeit erbeten. Das abschließende Training heute darf Karsten Bäron leiten, sollte Magath jedoch absagen, steht angeblich Huub Stevens bereit.

Das deutet darauf hin, dass es Magath um ein längerfristiges Engagement in Hamburg geht, zudem grübelt er scheinbar, ob es schlau ist, sich so kurz nach dem Rauswurf bei Bayern in eine derart heikle Aufgabe zu stürzen. Stevens hingegen scheint sich in Kerkrade so gar nicht wohl zu fühlen und will offenbar mit aller Gewalt zurück in die Bundesliga. Angeblich hat er sogar eine Klausel, bei einem entsprechenden Angebot jederzeit aus seinem laufenden Vertrag dort aussteigen zu können.

Laut Aussage von Bernd Hoffmann von gestern wird in jedem Fall heute der neue Trainer präsentiert, ergo ist vermutlich heute (nach)mittag mit einer Pressekonferenz zu rechnen.

Nachtrag (09:55): N24 vermeldet soeben mit Bezug auf das Abendblatt (auch bei n-tv vermeldet), Magath habe heute morgen abgesagt. Es klang ein wenig, als sei Magath beleidigt, weil der HSV sich parallel bereits mit »einem anderen Trainer einig« sei – damit kann nur Stevens gemeint sein … Magaths O-Ton, es verstoße gegen sein Berufsethos, einem Kollegen den bereits sicheren Job wegzuschnappen, klingt doch sehr verschnupft – soviel zum Thema »Herzensangelegenheit«.

Nachtrag (10:10): Soeben vermeldet N24, der HSV habe die Meldung des Abendblattes dementiert. Chaos.

Nachtrag (10:45): n24.de vermeldet nun trotz Dementi, Stevens sei der neue Mann.

Nachtrag (11:55): Laut Abendblatt hat Magath nicht nur mit Verweis auf seinen Berufsethos abgesagt, sondern hält auch Stevens für den richtigen Mann. Laut N24-Laufband mag man das Ganze seitens des HSV (noch) nicht bestätigen – sollte der Verein etwa noch einen »dunklen Reiter« in der Hinterhand haben? (Hollerbach?) Oder bequatscht »Uns' Uwe« gerade noch Magath, es doch zu machen?

Nachtrag (12:07): Interessantes Detail (gefunden bei allesaussersport.de): Laut Abendblatt war der HSV sich bereits vor Aufnahme der Gespräche mit Magath mit »einem anderen Trainer« einig. Bei dem »anderen Trainer« kann es sich eigentlich nur um Stevens handeln. »Einig« heißt in meinen Ohren allerdings nicht unbedingt »trockene Tinte«.

Davon abgesehen ist das in meinen Augen eine branchenübliche Vorgehensweise in so einer Situation, allerdings dennoch leicht chaotisch: Man hätte ahnen können, dass Magath verschnupft reagieren würde und sich somit die Verhandlungen hinziehen, insofern hätte man sich das vorlaute Versprechen, bis zum Hertha-Spiel einen neuen Coach zu präsentieren, besser verkniffen.

Nachtrag (12:24): Laut Laufband auf N24 hat der HSV soeben die Magath-Absage bestätigt und zudem dennoch bekräftigt, dass der neue Trainer bereits am Samstag auf der Bank sitzen wird. Nicht bestätigt wurde hingegen, dass es sich dabei um Huub Stevens handeln soll …

Nachtrag (14:27): Es wird immer drolliger. Huub Stevens hat nun scheinbar vorlaut gegenüber »Sport Bild online« verkündet, den HSV zu übernehmen, jedoch halte er es für »Blödsinn«, gegen Hertha schon auf der Bank zu sitzen. Eine Bestätigung des Vereins in Sachen Stevens steht nach wie vor aus.

01 Feb 2007 Goodbye Dolly

Der HSV hat gestern nacht nach dem 1:1 gegen Energie Cottbus Trainer Thomas Doll entlassen. Das lassen wir jetzt mal unkommentiert so stehen, sonst schreibe ich hier Romane. Aber wer wird's? Die Tatsache, dass Co-Trainer Zumdick und Torwart-Trainer Teuber mitgegangen wurden und Michael Schröder künftig wieder scoutet, deutet auf eine schnelle Lösung hin, wie Präsident Hoffmann versichert:

Wir werden bis zum Spiel gegen Hertha BSC Berlin am kommenden Sonnabend einen neuen Trainer präsentieren

Es deutet sich zudem an, dass jemand kommt, der »seine« Leute (Co, Torwarttrainer) mitbringt. Neben den Kandidaten, die André bereits angedeutet hat, wird zudem scheinbar Bert van Marwijk gehandelt, angeblich ist aber auch Felix Magath bereits unterwegs nach Hamburg …

Nachtrag (12:07): N24 muss sich seiner Magath-macht's-Quellen ziemlich sicher sein, man verkündet das Ganze bereits als »done deal« …

Nachtrag (12:40): Soeben hat sich Uli Hoeneß in der Hitzfeld-Pressekonferenz quasi »verplappert« und mehr oder weniger klar bestätigt, dass Felix Magath unterwegs zum HSV ist.

Nachtrag (18:50): Nach Informationen des Abendblatts ist Magath heißester Kandidat, ziert sich aber noch – Magath wird zitiert, der HSV sei ihm zwar eine Herzensangelegenheit und mit keinem anderen Verein hätte er in dieser Situation überhaupt verhandelt, aber klar sei es noch nicht.

Was soll der Mann anderes sagen? Allein mit nur einer Trainingseinheit in das anstehende Spiel gegen Hertha BSC zu gehen ist schon kein Kindergeburtstag, außerdem verhandelt man angeblich noch über die Dauer seines Engagements sowie eine Nichtabstiegsprämie – wobei Magath behauptet, es ginge nicht um Geld.