17 Aug 2007 Der Knurrer hat geknurrt

Einige der Mitlesenden sind ja immer noch nicht warm geworden mit HSV-Coach Huub Stevens – ich mag den »Knurrer von Kerkrade«, er erinnert ein wenig an den seligen Ernst Happel. Nun äußert sich Stevens zu der ganzen Posse um Rafael van der Vaart:

"Die Frage, ob er wirklich verletzt ist, ist eine Frechheit. Es ist unglaublich, was hier in Hamburg gerade passiert" [...] Wenn er fit sei, spiele er hundertprozentig, habe ihm van der Vaart bestätigt. Für das Spiel forderte er ein geschlossenes Auftreten, dies gelte auch für die Fans: "Pfeift einer einen HSV-Spieler aus, pfeift er alle aus"

Über den letzten Satz kann man geteilter Meinung sein … aber versuchen wir mal, unspekulativ auf die Fakten zu gucken. Fakt ist offenbar, dass der HSV Valencia (und in Kopie der DFL und FIFA) mitgeteilt hat, weiteres Werben um van der Vaart sei zwecklos. Demnach wäre Fakt, dass er mindestens bis zur Transferperiode im Winter das HSV-Trikot tragen wird, und nach der desolaten Vorstellung der Mannschaft in Ungarn sollte er es besser auch bis dahin tragen. Und sollte das so geschehen, wäre es grober Leichtsinn, ihn von vornherein auszupfeifen – das hilft nun auch nicht mehr weiter. Denn Fakt ist: Wenn er im Winter gehen will, wird er gehen.

16 Aug 2007 Das Verwirrspiel geht weiter

Soeben via kicker:

Rafael van der Vaart wird beim UEFA-Cup-Quali-Spiel in Budapest nicht im Kader stehen. Der Niederländer verzichtete wegen Rückenbeschwerden auf einen Einsatz.

Diese Meldung erhärtet die Theorie vom Charakterschwein, auch wenn Sportchef Beiersdorfer noch anders zitiert wird:

"Ich habe den Manager von Valencia angerufen und gesagt, dass wir den Spieler nicht abgeben und er die Bemühungen einstellen muss", sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer in Budapest.

Stichwort van Buyten, Stichwort Boulahrouz. In einer halben Stunde ist Anstoss, dann wissen wir zumindest definitiv, ob van der Vaart nun aufläuft oder nicht. Ganz aktuell scheint mir der kicker nicht zu sein, da ich dort noch lese, Joris Mathijsen sei angesichts der bevorstehenden Geburt definitiv nicht dabei – im Videotext hingegen las ich vorhin, Mathijsen sei Vater eines Sohnes geworden und bereits unterwegs nach Budapest.

Einnert mich alles ein wenig an ein Referat, dass ich vor Jahren mal an der Uni gehört habe – »Demokratie und die Macht der Medien« …

15 Aug 2007 Wozu Nachwuchsarbeit?

Das Dumme an Nachwuchsförderung im Fussball ist doch: Irgendwann werden die Jungs mal aufmüpfig und wollen spielen. Und dann muss man sie umständlich verscherbeln. Die Liste beim HSV ist schon lang genug: Berisha, Laas, gestern hörte ich, Kucukovic sei bei 1860 im Gespräch, und soeben lese ich, dass Benny Feilhaber für 1,5 Millionen Euro zu Derby County wechselt. Dafür können wir dann ja wieder irgendsoeinen alten Sack kaufen, der nochmal so richtig Geld verdienen will. Mann, mann.

14 Aug 2007 Die machen mich fertig, die Holländer!

Tierischer Schreck in der Abendstunde: Eben im kicker-RSS-Feed, Überschrift:

Stevens gibt Mathijsen frei

Ach Du Schande. Meuterei auf dem Fliegenden Holländer, rette sich wer kann! Aber dann Entwarnung im eigentlichen Textteil:

Hamburgs Trainer Huub Stevens wird am Donnerstagabend im UEFA-Pokal-Qualifikationsspiel bei Honved Budapest möglicherweise auf Joris Mathijsen verzichten, dessen Frau hochschwanger im Krankenhaus liegt.

Meine Fresse. Die Nerven liegen blank.

14 Aug 2007 Holländische Engel und spanische Begehrlichkeiten

Nun ist es also soweit: Der FC Valencia bietet 14 Millionen für Rafael van der Vaart. Aber bevor wir nun schon unser Herz anderweitig verschenken, lasst uns das doch mal analysieren.

Fakt ist, van der Vaart wird irgendwann wechseln, vermutlich nach Spanien – seine Familie stammt mütterlicherseits von dort. Fakt ist auch, der »geplante« Zeitpunkt für einen Wechsel liegt eigentlich im Jahr 2008, dem letzten Jahr, in dem der HSV für van der Vaart eine marktgerechte Ablösesumme bekommen würde – 2009 kann der für meiner Erinnerung nach 1,5 Millionen Euro festgeschriebene Ablöse gehen. An und für sich war 2008 langfristig ein guter Zeitpunkt, die Wechselphase liegt dort direkt im Anschluß an die EM in Österreich und der Schweiz. Warum nun schon jetzt, warum nicht viel früher in der Saison und warum nur für 14 Millionen? Und warum ausgerechnet Valencia?

Lassen wir doch einen Teil dieser Fragen van der Vaart selbst beantworten, wie bereits im Interview mit dem Abendblatt geschehen. Warum also Valencia? »Und dort leben meine Oma und Opa, die sind jetzt 80 Jahre alt und träumen wie ich davon, dass ich einmal in ihrer Stadt Fußball spiele.« – süß. Ganz reizend. Nehmen wir an, Oma und Opa würden in einem kleinen Dorf in Nordspanien leben, würde der Herr dann in der dortigen Tresenelf kicken, oder was? Weiter: die 14 Millionen, welche ja nicht im Ansatz seinem aktuellen Marktwert entsprechen: »Weil Valencia nicht Real Madrid ist, die haben nicht so viel Geld.« – Junge, Junge. So ein Pech aber auch. Haben Oma und Opa denn nix im Sparstrumpf? Na gut, warum jetzt? Und warum nicht früher? Danach wird leider im abendblatt nicht gefragt. Dabei ist das für mich der entscheidende Punkt neben der lächerlich niedrigen Ablösesumme. Andererseits mag ich mir anhand der oben zitierten Blauäugigkeiten kaum ausmalen, wie die Antworten auf diese Fragen ausgefallen wären.

Zurück zu den Fakten: Fakt ist, der HSV steckt bereits mitten in der laufenden Saison, und zwar in Bundesliga und UEFA-Cup. Fakt ist auch, der HSV könnte van der Vaart weder aus dem bestehenden Kader noch auf dem Transfermarkt adäquat ersetzen. Fakt ist, der HSV hat das Angebot aus Spanien abgelehnt. Fakt ist leider auch, dass das heutzutage nichts bedeuten muss.