04 Dec 2005 Anleitung zum Glücklichsein

Der Kellner hatte soeben zum zweiten Male die Musik lauter gedreht, um das Bummbumm draußen, welches nur mit ausgeprägter Schwerhörigkeit zu ignorieren war, wenigstens ansatzweise zu übertünchen.

Der Fassbiertrinker nahm einen Schluck, blickte versonnen in Richtung der Fenster, durch die das alle drei Minuten leicht variierende Bummbumm gnadenlos drang und sagte dann, zu niemandem eigentlich: "Die brauchen ja nicht viel. Bißchen DJ Ötzi und schon ... simple Gemüter, simple Freuden."

Der Flaschenbiertrinker schaute ebenfalls versonnen durch das Fenster in die vorweihnachtlich erleuchtete Stadt. "Aber weißt du," sagte er, während er sich ruckartig zum Fassbiertrinker drehte, ihm fast ins Gesicht sprang dabei, unwirkliche Vertrautheit für 3 Minuten erzeugend, "weißt du ... die sind glücklich."

Er ließ den Satz einen kurzen Augenblick im Raum stehen, um dann auszuholen: "Weißt du, du und ich ... ich mein', du bist ja auch 'n intelligenter Kerl, hast studiert und alles. Du und ich, wir können das nicht. Wir denken zu viel nach, wir denken immer nach. Die da unten im Zelt - die denken nicht nach. Die sind einfach glücklich."

30 Nov 2005 Scheisstag reloaded

Ein fast ausgehebelter Kiefer, ein Provisorium und ein neuer Stempel im Röntgenpass. Dass die Nase beim Zahnarzt "mitbetäubt" wird, hatte ich schon mal - aber das Ohr?

(Wir wären damit jetzt im Übrigen bei ziemlich genau 72 Stunden. Yippieh.)

27 Nov 2005 Kalendarisch

Das Wort "Kalender" benutze ich normalerweise ebensowenig wie den Gegenstand, den es beschreibt. Warum auch immer das so ist - Kalender im Allgemeinen und Terminkalender im Besonderen sind Dinge, die ich nicht benutze. Oder, anders formuliert: Die ich nicht richtig benutzen kann.

Das "Problem" ist relativ simpel: Ich schau einfach nicht rein oder rauf, insofern sind sie - im "klassischen" Format, etwa als Wandkalender oder Tischkalender - überflüssig wie der berüchtigte Kühlschrank am Nordpol.

Schlüssige Beweise:

  • An meiner Wand hängt - sozusagen als Mahnmal - ein Kalender, der auf Mai steht. (2004, wohlgemerkt.)
  • Ich hab mir schon mehrfach vorgenommen, diese kunstledergebundenen Bücher, die man zu bestimmten Jahreszeiten nachgeschmissen bekommt, wenigstens als Notizbücher zu verwenden. (Klappt nicht, ich schreib nichts rein.)
  • Das Kalender-Applet auf meinem Gnome-Desktop steckt da, wo man so gut wie nie versehentlich hinklickt - oben rechts in der Ecke. (Seine primäre Funktion ist, die Uhrzeit anzuzeigen.)

Trotz alldem neige ich verschärft zur Überpünktlichkeit. (Was mit ziemlicher Sicherheit damit zu erklären ist, dass der Terminkalender in meinem Mobiltelefon "Organizer" heißt.)

(Um dem üblichen Wirrnis-Faktor von Einträgen aus der Kategorie "In eigener Sache" gerecht zu werden: Ist es nicht erstaunlich, wie sehr mitunter ein einziger Termin den kompletten Terminkalender durcheinander wirbeln kann? Und ist es nicht erstaunlich, dass dieser eigentlich unangenehme Effekt manchmal sehr willkommen ist?)

24 Nov 2005 Empfehlungsbefreit

"Was ich mir für dich wünschen würde ..."

"... würde mir nicht gefallen."

"Ach ja. Stimmt ja."

Das ist bei mir einfach so, und zwar mit so ziemlich allem.

Es ist z.B. ebenso sinnlos, mir CDs, DVDs oder Bücher ans Herz zu legen - das klappt so nicht. Ich muss entweder das Gefühl haben, etwas für mich selbst "entdeckt" zu haben oder aber der/die Empfehlende (alternativ: Empfohlene) muss die eigene Begeisterung gut verstecken. Dann vielleicht.

20 Nov 2005 Perfektes Wochenende

Eine nette zufällige Begegnung am Samstag morgen (auch wenn sich der Rest vom Tag danach anfühlte wie eine Folge Dawson's Creek). Eine sehr gute Nachricht am Samstag nachmittag, noch dazu mit Kaffee und Kuchen. Und dann heute ein überraschender, auch noch kostenloser Besuch im Volkspark (Spielbericht spare ich mir, Kai war auch da und hat eigentlich alles gesagt; Nachtrag: Anke ebenfalls (eine etwas damenhaftere Berichterstattung)).

(Eine Schande, dass man nach solchen Wochenenden Montags immer ganz früh raus muss ...)