Ich bin bekanntlich etwas, nun ja, „schwierig“, was Shopping angeht. Einkaufen, also das, was man so mehr oder weniger jeden Tag braucht, hab ich drauf. Kein Ding. Shopping, also beispielsweise wie gestern Klamotten kaufen, hasse ich wie die Pest. Stundenlang rumsuchen, womöglich anprobieren (immer; egal, was es ist – wenn ich es tragen soll, muss es, speziell in diesen Zeiten ständig mutierender Kleidergrößen, anprobiert werden), weiterlaufen, woanders suchen … bäh.
Was ich aber nicht wirklich auf dem Schirm hatte, waren die potenziellen Schwierigkeiten, wenn es darum geht, so etwas Profanes wie ein Portemonnaie zu kaufen. Mein altes hing gleich an diversen seidenen Fäden. Ich bin da nicht sehr wählerisch – schnödes, vorzugsweise schwarzes Leder, fertig. Ist nicht weiter schwierig, sollte man meinen – zumal in einem relativ großen Einkaufszentrum in der Welthauptstadt des Marzipans. Pustekuchen. Nix zu wollen, weit und breit keine Geldbörsen in Sicht, sieht man mal von indiskutablen Ünwürdigkeiten wie etwa Diddl-Geldbeuteln ab.
In leicht verstörter Ungläubigkeit durchforstete ich schließlich das namensgebende Herzstück dieses speziellen Konsumtempels – eine weitläufig angelegte Ausgabe eines Großmarktes. Aber auch da: Fehlanzeige. Eine von Handtaschen und ähnlichem Gelump umzingelte Verkäuferin zeigte schließlich auf zwei Grabbelkisten in der Größe eines Schuhkartons und verwies ansonsten auf die in den Markt integrierte Abteilung einer ehemals für den Verkauf von Kaffee berüchtigten Ladenkette.
Hier greift aber natürlich die spezielle Murphy-Regel des Sonderposten-Handels: Wenn man etwas braucht, haben sie es gerade nicht. Sie haben es nur, wenn man es nicht braucht. Teelichtgebimsel, Damenunterwäsche, Taschenöfen, sogar Kaffee wäre ausnahmsweise im Angebot gewesen. Geldbörsen? Not a fighting chance.
(Ich bin dann später in einem Kaufhaus hier im Kaff fündig geworden. Heruntergesetzt. Die wollen sich vermutlich der Marktlage anpassen und auch keine Geldbeutel mehr vorrätig haben.)