06 Sep 2009 Die Sloganfalle

Ginge es rein nach Slogans auf Wahlplakaten, würde die FDP – zumindest nach den Plakaten, die hier™ plakatiert wurden – wahrscheinlich deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Ich habe bislang zwei Varianten gesichtet:

  1. Plakat 1 zeigt den Fraktionsvorsitzenden im schleswig-holsteinischen Landtag Wolfgang Kubicki. Slogan: „Wir können, was wir tun.“
  2. Plakat 2 zeigt den amtierenden Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle. Slogan: „Deutschland kann es besser“

Bin das jetzt nur ich oder fällt allen zu diesen Slogans eine ähnliche Replik ein?

  1. „Nämlich nichts.“
  2. „Na hoffentlich.“

Alles nicht so leicht mit der personalisierten Verhältniswahl

23 Jul 2009 Analphabeten in Ostholstein

Die kleine Stadt, in der ich lebe, hat einen noch kleineren Bahnhof, an dem ich berufsbedingt gelegentlich abends im Auto stehe, warte und versonnen in die Gegend blicke. Da sieht man so Einiges, was zum Kopfschütteln einlädt.

Besagter Bahnhof konnte bis vor kurzem nicht ganz, aber doch fast mit seinem berüchtigten Namensvetter Zoo mithalten, zumindest in den Augen manch spießbürgerlichen Besuchers. Und was tut der Spießbürger, wenn es ihm irgendwo zu dreckig ist? Richtig, er sammelt Unterschriften.

Unsere geliebte Reichsbahn nahm das zum Anlass, Maßnahmen gegen die fortschreitende Verwahrlosung ihrer heiligen Halle anzugehen. Und was bietet sich da an? Richtig, man verrammelt die Bude kurzerhand zu nachtschlafender Zeit, damit sie niemand mehr verwahlosen kann. Also um ab viertel vor sieben abends. Sehr sinnvoll.

Für die Zeitgenossen, denen eine verrammelte Tür nicht eindeutig genug ist, hat man dann noch einen Schrieb an die Tür gepappt, der mitteilt, dass und von wann bis wann die Bahnhofshalle verriegelt bleibt. Auch das ist durchaus sinnvoll, zumal drinnen weiter munter das Licht brennt und zum Betreten einlädt. Speziell bei feuchtkalter Witterung ein durchaus verständliches Ansinnen in den Abendstunden.

Nimmt man nun die Anzahl derer, welche trotz Schild an beiden Flügeltüren rütteln, bis sie dann doch entnervt einsehen, dass der Bahnhof wohl abgeschlossen sein muss, als Bewertungsgrundlage, so muss man ernsthaft befürchten, dass knapp neunzig Prozent der Ostholsteiner des Lesens nicht mächtig sind.

Falls also jemand eine zündende Idee hat, wie man „Der Bahnhof ist von 18:45 bis 5:45 abgeschlossen“ in Bildform darstellen kann – ich denke, er täte ein gutes Werk …

18 Jul 2009 Verkehrsinfarkt

Mit der kurzen Verkehrsdurchsage käme man nun – knapp 2 Monate später – in Eutin nicht mehr weit. Die dort erwähnte Baustelle zeigt bestenfalls marginale Veränderungen, statt dessen hat die Vollsperrung einer weiteren, maximal 500 Meter langen Straße die Situation noch weiter in Richtung Verkehrsinfarkt geschoben – passend zum Einfall der Heerscharen aus dem Umland anlässlich der Festspielsaison.

Zwar ist mittlerweile – mit sensationell knapper Verspätung von „nur“ 6 Monaten nach vormals zweimaliger Terminverschiebung – die sogenannte „Kerntangente“, also die Anbindung der Ortsumgehung an die Innenstadt, eröffnet und wird sogar genutzt, das bringt aber angesichts einfallender Touristenmassen bestenfalls Linderung. Man könnte meinen, die Stadt solle umgetauft werden und man habe an verschiedenen Stellen bereits Schilder mit dem neuen Stadtnamen aufgestellt.

Umleitung.

23 Mai 2009 Kurze Verkehrsdurchsage

Im Moment (was ein dehnbarer Begriff ist – in diesem Fall scheinbar über mindestens ein Jahr dehnbar) sollte man allgemein, aber speziell nicht Ortskundigen wohl raten, Eutin nach Möglichkeit (dafür gibt es eigens eine Umgehung, die allerdings immer noch nicht ganz fertig, aber dennoch nutzbar ist) zu umfahren.

In einem relativ unbedeutenden und vor allem kurzen Teil der Stadt (der nach Riemann benannten Straße) wird nämlich voraussichtlich noch sehr lange gebaut, und das reicht in so einem beschaulichen Städtchen voll und ganz, um einen mittleren Verkehrsinfarkt mit nahezu stadtweiten Lähmungserscheinungen auszulösen.

Eine Sonderbitte an auswärtige Besucher, welche trotz deutlich ausgeschilderter Umleitung partout den – eigentlich nur für Linienverkehr und (seit heute auch offiziell) Mietkraftdroschken freigegebenen – „Schleichweg“ über das sogenannte Kamp nutzen: Fahren Sie doch bitte einfach den Einheimischen (zu erkennen am typischen Ortskennzeichen OH) zügig, aber ohne Hast nach und bleiben Sie nicht an jeder gottverdammten Ecke stehen, um sich zu fragen, ob man da auch wirklich durchkommt.

Man kommt, aber wenn man sich schon auf eigentlich – für, wie mein ehemaliger Kollege (Ex-Schupo) immer zu sagen pflegte, „Zivilfahrzeuge“ – gesperrten Wegen rumtreibt, sollte man zusehen, dass man sich verkrümelt, ehe die blau-silberne Rennleitung eintrifft. Ansonsten kostet der Spaß nämlich schlappe 40 Tacken.

Letzteres gilt natürlich insbesondere, wenn Sie ein cremefarbenes oder silbernes Auto, oftmals – aber nicht immer – der bekannten Stuttgarter Marke, mit einem gelb-schwarzen Dachschild hinter sich haben sollten. Danke.

(Ach Du Scheiße, ich werde zum Verkehrsspießer. Sollte ich mir einen Wackeldackel anschaffen, möge man mich bitte von hinten mit der Schaufel erschlagen.)

17 Mai 2009 20. Eutiner Bluesfest

In ganz genau (sogar – dank zeitgesteuerter Eintragsveröffentlichung – auf die Stunde) 4 Tagen beginnt auf dem Eutiner Marktplatz das 20. hiesige Bluesfest, diesmal unter dem Motto „Black & White“.

Meine stets wohlinformierte Insiderquelle empfiehlt in diesem Jahr speziell die Reba Russell Band am Freitag abend sowie insbesondere am Samstag abend Johnny Sansone & Band, die interessanterweise eine Mischung aus Blues, Roots Rock und Zydeco anbieten.