25 Nov 2009 Zen coding im Emacs

Zen-Coding ist in aller Munde. Das bereits für verschiedene Editoren verfügbare Plugin erleichtert bzw. beschleunigt das „von Hand schreiben“ von HTML und CSS, indem es eine eigene Kurzsyntax entsprechend umwandelt.

Es gibt (man ist versucht, „natürlich“ zu schreiben) auch bereits eine Umsetzung für Emacs – allerdings ist die Anleitung zum Einbinden auf den SGML-Modus ausgelegt. Wie ich dürften viele Nutzer jedoch den weit bequemeren html-helper-mode für HTML (CSS unterstützt das Emacs-Plugin noch nicht) verwenden.

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21 Nov 2009 Karen Duve: »Taxi«

Dieses Buch wollte ich eigentlich schreiben.

Karen Duve erzählt, wie es ist in der Mietkraftdroschke. Sie verpackt es in die Geschichte einer jungen Fahrerin in den 80er und 90er Jahren in Hamburg, aber auf das Wesentliche reduziert kann ich die Frage von Daniela via twitter mit einem klaren „Ja“ beantworten – so, wie Karen Duve es beschreibt, ist es. Wirklich.

Ich kann ansonsten kein Urteil im „gut/schlecht“-Sinne über dieses Buch abgeben, dafür bin ich wohl „zu nah dran“. Komisch (wie der Klappentext) kann ich es nicht finden. Es ist lakonisch, melancholisch und erschreckend wahr.

(Oh, und nochmal ein dickes „Dankeschön!“ an Garvin.)

19 Nov 2009 s9y-Port: Imprezz

Preisfrage ohne Nachgucken mittels Archiv und Suche: Wie lange ist mein letzter Port für s9y her? Na?

Hier hätten wir jetzt jedenfalls Imprezz, ein meines Erachtens grafisch sehr hübsch gestaltetes, klassisches Blog-Template.

Screenshot

Download und weitere Informationen auf meiner Ports-Seite. Fehler und sonstige Beschwerden bitte wie gehabt wahlweise in den Kommentaren oder per Email.

Nachtrag: Ich erfahre soeben per Email, dass sich Imprezz scheinbar gar nicht mit dem Lightbox-Plugin verträgt. Nach einem hastigen Kontrollblick würde ich sagen, da „kollidieren“ die CSS-Anweisungen des Templates mit denen der Lightbox. Eventuell hilft es, eine andere Lightbox-Variante, z.B. ThickBox, zu verwenden. Großartig etwas daran ändern kann ich leider nicht, zumindest nicht auf die Schnelle.

(Und die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet: 6 Monate. „Qualität statt Quantität.“)

19 Nov 2009 Mein Kunde schickt mich, ich soll Pfand abgeben

Ich hab echt schon Einiges erlebt im Taxi, keine Frage. Wundern ist ohnehin das Erste, was man sich in der Droschke abgewöhnt. Die nächste Stufe ist dann die Annahme, es können einen nichts mehr überraschen. Aber irgendwie schaffen sie es dann doch immer wieder …

„Bringtouren“ sind in einem Gewerbe, das direkt und indirekt von der Rezession betroffen ist, heute absolut üblich, aber nicht immer bei den Fahrern beliebt. Was einmal mit „Hol mich mal zu Hause ab, und kannst Du mir vielleicht schon mal Zigaretten mitbringen? Ihr steht doch am Bahnhof.“ anfing, hat sich so weit ausgebreitet, das an manchen Abenden mindestens ein Drittel der Fahrten die sind, die im offiziellen Jargon des Gewerbes „Kurierfahrten“ heißen – wobei ich für meinen Teil mich ja weigere, eine Kiste Billigstbier als „Kurierfahrt“ anzusehen. Egal.

Gerade hier auf dem Dorf, wo angeblich jeder jeden kennt, ist es auch nicht selten, dass Leute anfragen, ob sie eine Fahrt anschreiben lassen können. Wir sind zwar keine Bank, aber wenn derjenige halbwegs zeitig zahlt, ohne dass man hinterher rennen muss, wird das normalerweise auch durchgewunken. Alles kein Akt.

Aber dass jemand sich eine Kiste Billigstbier bringen lässt (und zwar nicht „mal eben um die Ecke“, sondern ein Dorf weiter!), den Fahrtpreis anschreiben lässt und dann die Kiste mit vier leeren Kisten „bezahlt“ („Gibste halt Pfand ab, der Rest is für Dich.“) – das habe ich auch noch nicht erlebt …

(Fairerweise muss man sagen: Der „Rest“ war nicht wenig Trinkgeld für mich. Dafür hatte ich auch den Ärger damit. Und ja, er hat beim Kollegen in der Tagschicht, der die Fahrt angenommen hat, gefragt, ob das okay ist; man müsste also normalerweise dem betreffenden Kollegen die Hammelbeine lang ziehen, dass er sowas überhaupt annimmt. Aber trotzdem … auf Ideen kommen die Leute.)

17 Nov 2009 Murphy meets Shopping

Ich bin bekanntlich etwas, nun ja, „schwierig“, was Shopping angeht. Einkaufen, also das, was man so mehr oder weniger jeden Tag braucht, hab ich drauf. Kein Ding. Shopping, also beispielsweise wie gestern Klamotten kaufen, hasse ich wie die Pest. Stundenlang rumsuchen, womöglich anprobieren (immer; egal, was es ist – wenn ich es tragen soll, muss es, speziell in diesen Zeiten ständig mutierender Kleidergrößen, anprobiert werden), weiterlaufen, woanders suchen … bäh.

Was ich aber nicht wirklich auf dem Schirm hatte, waren die potenziellen Schwierigkeiten, wenn es darum geht, so etwas Profanes wie ein Portemonnaie zu kaufen. Mein altes hing gleich an diversen seidenen Fäden. Ich bin da nicht sehr wählerisch – schnödes, vorzugsweise schwarzes Leder, fertig. Ist nicht weiter schwierig, sollte man meinen – zumal in einem relativ großen Einkaufszentrum in der Welthauptstadt des Marzipans. Pustekuchen. Nix zu wollen, weit und breit keine Geldbörsen in Sicht, sieht man mal von indiskutablen Ünwürdigkeiten wie etwa Diddl-Geldbeuteln ab.

In leicht verstörter Ungläubigkeit durchforstete ich schließlich das namensgebende Herzstück dieses speziellen Konsumtempels – eine weitläufig angelegte Ausgabe eines Großmarktes. Aber auch da: Fehlanzeige. Eine von Handtaschen und ähnlichem Gelump umzingelte Verkäuferin zeigte schließlich auf zwei Grabbelkisten in der Größe eines Schuhkartons und verwies ansonsten auf die in den Markt integrierte Abteilung einer ehemals für den Verkauf von Kaffee berüchtigten Ladenkette.

Hier greift aber natürlich die spezielle Murphy-Regel des Sonderposten-Handels: Wenn man etwas braucht, haben sie es gerade nicht. Sie haben es nur, wenn man es nicht braucht. Teelichtgebimsel, Damenunterwäsche, Taschenöfen, sogar Kaffee wäre ausnahmsweise im Angebot gewesen. Geldbörsen? Not a fighting chance.

(Ich bin dann später in einem Kaufhaus hier im Kaff fündig geworden. Heruntergesetzt. Die wollen sich vermutlich der Marktlage anpassen und auch keine Geldbeutel mehr vorrätig haben.)