01 Dez 2004 Lars Saabye Christensen: "Yesterday"

Kim, Gunnar, Seb und Ola wachsen auf im Oslo der späten 60er Jahre. Begleitet von den Beatles als Soundtrack ihres Lebens umschiffen die vier die Klippen des Erwachsenwerdens: Erziehende Eltern, tragische Jugendlieben und die sich verändernde, aufbrechende Welt der 60er.

"Yesterday" ist bei weitem nicht der einzige Roman dieser Art, es dürfte wahrscheinlich nicht mal der einzige sein, dessen Kapitel nach Beatles-Songs benannt sind ;-) Grundsätzlich ein interessantes Buch, dass einem so manchen langen Abend verkürzen kann - aber ich hab mit Büchern skandinavischer Autoren immer so meine Problemchen (von Astrid Lindgren mal abgesehen, oder war das damalstm auch schon so?).

Irgendwie ist dieses Buch skurril. Immer wieder stolpere zumindest ich über Dinge, die ich "irgendwie seltsam, befremdlich" finde. Skandinavier eben. Ich fühl mich ja auch bei IKEA immer ein bisschen seltsam ;-)

29 Nov 2004 Gernot Gricksch: "Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande"

Die Irrungen und Wirrungen der sechs, die im Kindesalter zur Kirschkernspuckerbande wurden, ziehen sich über 40 Jahre Leben in Deutschland. Piet, der leicht chaotische Ich-Erzähler, sein bester Freund Sven, Petra, das Mädchen, das ein Junge werden sollte, Susann, die kleine Prinzessin, der Herzensbrecher Dilbert und der hochbegabte und leicht schrullige Bernhard bleiben Freunde, auch wenn ihre Wege sich mal mehr und mal weniger kreuzen. Am Grab des ausgestiegenen Weltenbummlers Bernhard schliesslich erzählt Piet all die kleinen Geschichten, die sich um die Kirschkernspucker ranken.

Eine zauberhaft erzählte Geschichte voller teilbarer Kindheitserinnerungen und -träume. Sozusagen "Generation Golf" mit Herz - und noch dazu interessant - erzählt. Dafür könnte man glatt den "Fänger im Roggen" in die Ecke pfeffern.

29 Nov 2004 Marian Keyes: "Rachel im Wunderland"

Ist jedes Buch, in dem ein weibliches Wesen die zentrale Figur ist, automagisch ein "Frauenbuch"? Falls ja, wäre dann "Die Nebel von Avalon" ein "Frauenbuch"? Egal. Ich hatte ja ohnehin bereits verkündet, dass Marian Keyes meiner Meinung nach keine "Frauenbücher" schreibt.

Rachels Wunderland ist eine - vermeintlich - noble, paradiesische Reha-Klinik für Suchtkrankheiten, in die sich Rachel mehr oder weniger bereitwillig von Freunden und Familie einweisen lässt, als sie nach einer derben New Yorker Partynacht im Krankenhaus landet. Im irischen Entzugsparadies für Prominente stellt sie fest, dass man die Suchttherapie dort durchaus ernst nimmt (und Prominente sind auch gerade keine dort).

Ich habe zwar keine persönlichen Erfahrungen mit Suchttherapie und -kliniken, aber doch über verschiedene Umwege recht realistische Eindrücke davon. Dieses Buch ist (unter anderem) fantastisch, weil es überaus fundiert, aber auch sehr unterhaltsam davon erzählt.

23 Nov 2004 Musik servieren

Ich puzzele mal wieder an einer eierlegenden Wollmilchsau, um mein mittlerweile doch leidlich stattliches MP3-Archiv (legal, alles legal!) zu verwalten. Einfach nur alles in xmms laden und per Random Play abdudeln, das isses ja irgendwie nicht. prokyon3 kommt meiner Vorstellung schon etwas näher, aber noch nicht ganz dran. JamDB gefällt mir als reine Verwaltung, aber nicht als Interface zum Abspielen.

Nun ist die Auswahl an webbasierten MP3-Jukeboxen mehr als ausreichend, aber eben das ist gleichzeitig das (Luxus-)Problem - was nimmt man? Viele der verfügbaren Lösungen entsprechen nur sehr teilweise meinem Geschmack und meinen Bedürfnissen. Ergo wäre es das Einfachste, man würde sich selbst ... wo hab ich nur mein PHP-Buch gelassen?

Nachtrag: ampache regelt. Nicht perfekt, aber gut genug, um das PHP-Buch nicht weiter zu suchen ;-)

22 Nov 2004 Marian Keyes: "Sushi für Anfänger"

Wieso steht eigentlich auf vermeintlichen Frauenbüchern immer dick "Frauenbuch" drauf? Egal.

Marian Keyes schreibt ohnehin keine Frauenbücher, vielmehr ist sie so etwas wie der weibliche Roddy "Commitments" Doyle - sie erzählt Geschichten aus Irland, immer mit Humor, aber auch immer ein bisschen traurig. Irisch halt.

In diesem Fall die Geschichte einer Redaktion, die in Irland ein Hochglanzmagazin (ah, daher vermutlich das dicke "Frauenbuch" ...) aus dem Boden stampfen muss (es stampfen aber auch nicht-homosexuelle Männer mit, insofern ...), versponnen und verwoben mit den privaten Geflechten, die an den Nebenkriegsschauplätzen die Beteiligten beschäftigen. Aber halt so gar nicht schnulzig-schmalzig. Irisch halt.