10 Jan 2005 Marian Keyes: "Unter der Decke"

Was für ein Cover. Ms. Keyes diesmal als Schleuderpreis-Fundsache in der Remittenden-Grabbelkiste. Lumpige 2 Euro. Naja, sind aber auch nur "B-Seiten" - unter der Decke findet man Zeitungs- und Zeitschriftenartikel aus Keyes'scher Feder sowie vermeintlich Unveröffentlichtes, dem Keyes-Jünger jedoch recht schnell ansehen, welches Buch es inspirierte.

Auch dieses Buch ist sehr Irisch - schrullig und doch irgendwie liebenswert. Leichte Lektüre für unterwegs, weil man eben auch gut zwischen 2 Geschichten Pause machen kann, dafür aber auch mit dem leicht schalen Beigeschmack des Trivialen.

Naja. Sind ja nur "B-Seiten".

03 Jan 2005 Frank Conroy: "Body & Soul"

Conroy klingt irgendwie irisch, seine Protagonisten sind selbiger Abstammung, und damit bin ich eigentlich bereits verloren. Darüber hinaus handelt "Body & Soul" von der fast schon selbstzerstörerischen Liebe, Hingabe, Leidenschaft zur Musik, muss also toll sein. Ist es auch.

Claude ist nicht nur irischer, sondern auch noch dubioser, weil geheimnisumwitterter Abstammung. Und darüber hinaus - obwohl Sohn einer Taxifahrerin (welche allerdings einst eine aufstrebende Sängerin war) - ein Wunderkind, welches vom Musikalienhändler seines geringsten Misstrauens auch noch als solches erkannt und von dessen diversen betuchten und/oder qualifizierten Bekannten gefördert wird.

Also, wenn das nicht mein Buch ist, dann weiss ich's auch nicht ;-)

27 Dez 2004 Immer diese Neuinstallationen ...

Meine Liebste hat es irgendwietm fertig gebracht (oder auch nicht, Genaues weiss man nicht und Materialermüdung ist bei der Kiste nicht auszuschliessen), ihr Dateisystem zu zerschiessen (nein, ausnahmsweise kein ReiserFS - ein schnarchnormales ext3, aber natürlich war's die /-Partition). Tja. Das war's dann wohl. /home gottseidank in Sicherheit auf einer eigenen Partition.

Nun haben wir die ollen SuSE auf dem ebenso ollen Rechenknecht gegen die vielgehypte Trenddistribution Ubuntu ausgetauscht - man muss den eigenen Spieltrieb nur richtig verkaufen ;-) -, und siehe da: das ist kein "anderes Linux".

Im Gegenteil, das Debian-basierte Ubuntu, eine auf Desktop-User zugeschnittene Distribution gefällt durch problemlose Installation, die ein aufgeräumtes, durchdachtes System auf den Rechner zaubert. Fein.

Jetzt muss ich nur noch irgendwie die Soundkarte zum Piepsen bringen. Und die Liebste sich mit Gnome anfreunden.

16 Dez 2004 The Competition is back

Spiezeug für Nostalgiker: Der wahrscheinlich meistverschlissene Joystick aller Zeiten ist zurück.

Speed-Link hat eine Neuauflage des Competition Pro in den Handel gebracht. Das gute Stück geht per USB an den Rechenknecht (Naaa, ob das out-of-the-box unter Linux funktionieren würde?), hat neuerdings (keine Ahnung, das ist so lange her ...) 4 Buttons nebst Autofeuer (braucht man sowas heutzutage überhaupt noch?), ist immer noch komplett vermikroschaltert und augenscheinlich immer noch ziemlich unverwüstbar (naja. zumindest theoretisch sehr stabil gebaut).

Okay, sicherlich nett für Nostalgie-Anfälle, z.B. zum stilechten Zocken am C64- oder Amiga-Emulator - aber will man damit wirklich moderne Spiele daddeln, die normalerweise minimal die Tastenauswahl eines Gravis Gamepad Pro brauchen?

07 Dez 2004 Jess Jochimsen: "Flaschendrehen"

"Flaschendrehen" hat den zugegeben irgendwie hübschen Untertitel "oder: Der Tag, an dem ich Nena zersägte" und ist quasi die Fortsetzung des ebenfalls und mit "Bekenntnisse eines 68er-Kindes" unterbetitelten "Das Dosenmilch-Trauma". Das Ganze stammt aus der Feder des Kabarettisten Jess Jochimsen und ähnelt irgendwie Herrn Illies und seinen Generationen Golf - Generationsbücher (ist das schon ein Genre?), in denen man sich alle paar Seiten bei Gedanken wie "Ach, stimmt ..." und "Oh ja, so war das ..." ertappen soll (und meist auch tut).

"Generation Golf" fand ich so lala, den Nachfolger öde.

Mit den Ergüssen des Herrn Jochimsen ginge es mir wohl ähnlich, wären da nicht kleine Nettigkeiten wie diese:

»Willst du meine Frau werden?« ist ein schöner Satz. Mein Freund Erwin hat ihn bestimmt tausendmal gesagt. Am Schluss sogar zu Tieren und Möbeln. Auf seiner Einladung stand: »Sie will meine Frau werden. Warum, weiß keiner. Aber wir lieben uns.« In der Kirche lief dann The Beautiful South: Don't marry her, fuck me. Geht doch.

Abendfüllend sind beide Bücher nicht, aber irgendwie ein wenig netter, da zynischer als die Generationen Golf.