04 Feb 2005 Marcel Reif: "Aus spitzem Winkel. Fußballreporter aus Leidenschaft."

Grimme-Preisträger Marcel "Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan wie heute" Reif erzählt. Von seiner Kindheit als Sohn polnischer Juden in Warschau, Haifa und schließlich Kaiserslautern (nicht so interessant), von einer zunächst schleppenden, später rasanten Karriere als Journalist (je nach Zeitraum mäßig bis einigermaßen interessant), von seiner eher harten Zeit als Sportchef, der seine Familie wegen einer jüngeren Kollegin verlässt (einigermaßen interessant), natürlich von dem Spiel, das möglicherweise sein größtes war und davon, was er jungen Kollegen mit auf den Weg geben möchte (hochinteressant, vor allem für die Kollegen; mögen sie es beherzigen).

Wer Reif als Kommentator mag (ich persönlich mag ihn sehr), den wird dieses Buch interessieren, auch wenn es sich vor allem deshalb leicht liest, weil man langweilige Passagen leicht überfliegen kann. Wirklich fesselnd wird es immer dann, wenn der immer noch leidenschaftliche Fan Reif von Fußball spricht, als sei er ein kleiner Junge auf dem Bolzplatz - und vielleicht ist eben das sein Geheimnis. Das, und eine große Leidenschaft für Sprache, nicht als spitz(züngig)e Waffe, sondern als Instrument der Verständigung. Seine Ausführungen zu Platitüden im Reporterdeutsch sind messerscharf auf den Punkt, seine Ansicht zu Distanz und Respekt gegenüber Profis und Trainern trifft den Punkt. Der Mann sollte Sportreporter ausbilden.

03 Feb 2005 Morag Prunty: "Brautschau"

"Schon wieder ein Buch von einer Irin ..." - nein. Morag Prunty ist Engländerin im irischen Exil. Aber ansonsten ist das Buch sehr irisch (kein Wunder, die Dame war Herausgeberin des "Irish Tatler" (Huch! Ist das etwa wieder so ein "Frauenbuch"?).

Ein amerikanischer Multimillionär (sinnigerweise heißt der Mann "Mr. Big" ...) besinnt sich angesichts der verstorbenen Frau Mutter seiner irischen Wurzeln. Nun will er heiraten, und der Wurzeln wegen soll es ein "echtes irisches Mädel" sein. Der Einfachheit halber werden ein (natürlich irischer) Assistent, eine (natürlich irische) PR-Frau und diverse andere (nicht immer irische) Hebel in Bewegung gesetzt, um das Unternehmen Eheschließung "American Style" (kleckern, nicht klotzen) abzuschließen - von einfachem "Deckelchen suchen" hält der Mann nicht viel, eine Anzeigenkampagne muss es sein. Und die längst modernisierten irischen Damen aller Altersklassen besinnen sich angesichts der Dollar-Millionen prompt auf traditionelle Werte.

"Brautschau" hat Charme und (mitunter versteckten) Witz. Es ist vielleicht ein wenig zu "stylish", ein bißchen zu sehr "Sex And The City in einen irischen Roman gegossen". Und zum Ende hin zieht es sich. Aber das Einzige, was wirklich nervt, ist die Angewohnheit von Ms. Prunty, besonders wichtige Dinge Immer Und Wirklich Immer In Wörtern Mit Großbuchstaben Am Anfang Zu Schreiben.

31 Jan 2005 Audiotracks einer DVD extrahieren

Es soll vorkommen, dass man die Tonspuren einer DVD gerne als Audiotracks hätte, z.B. für den Genuss im MP3-Stick, der logischerweise keine DVDs abspielt (obwohl auch das letztlich nur eine Frage der Zeit sein dürfte). Was tun? Rippen.

Unter Linux tut man das ganz simpel mit dem "Schweizer Armeemesser der Videobearbeitung": transcode.

Wichtig ist dabei letztlich nur, dass man rausfindet, welchem Chapter und Track der zu rippende Audiotrack entspricht. Das zeigt bleistiftsweise xine ganz einfach beim Abspielen der DVD an. Merken.

Der transcode-Aufruf lautet dann etwa:

transcode -i </pfad/zumlaufwerk> -T <track>,<chapter> -E 44100 -y null,wav -m <datei>.wav

Und zack, hat man eine WAV-Datei.

30 Jan 2005 Selim Özdogan: "Trinkgeld vom Schicksal"

50 Kurzgeschichten - nein, eher: Momentaufnahmen, Lebensfetzen - hat Selim Özdogan in diesem Buch versammelt. Kleine Fetzen des (autobiografischen - oder doch nicht? Er verbirgt es meisterlich.) Alltags, in denen man sich sofort zu Hause fühlt, die man selbst erlebt haben könnte, liebevoll bis in die kleinsten Details beschrieben. Mitunter etwas abstrakt für den Einzelnen, mitunter auch mehr und weniger spannend und/oder interessant - aber immer lesenswert.

12 Jan 2005 cdrip reloaded

Dank unnachgiebigem Drängels eines gewissen einzelnen Herren habe ich faule Sau das cdrip-Skript nochmal überarbeitet und neu hochgeladen.

Siehe: http://www.yellowled.de/skripte.html