05 Mar 2008 The Ghosts Of Trent Reznor
Sollte es jemand noch nicht mitbekommen haben: Das neue Album der Nine Inch Nails gibt es zumindest teilweise für lau. Ghosts besteht aus vier, nun, sagen wir mal: Volumes von jeweils neun rein instrumentalen Stücken, die bemerkenswerterweise nicht nur von der Band höchstselbst via BitTorrent bereitgestellt wurden (was wohl letztlich auf einen hoffnungslos überlasteten Download-Server zurückzuführen ist), sondern auch noch frei verwendet werden dürfen:
(aus dem Begleittext des torrents)We encourage you to share the music of Ghosts I with your friends, post it on your website, play it on your podcast, use it for video projects, etc. It’s licensed for all non-commercial use under Creative Commons.
(Die CC-Lizenz bezieht sich allein auf die neun Stücke von Ghosts I.)
So. Und nun atmen wir mal tief durch. Ist das wirklich ein Vertriebsmodell für die Zukunft? Künstler veröffentlichen – auf welche Art und Weise auch immer genau – ihre Musik unabhängig von Labels selbst über das Netz? Fakt ist anscheinend, dass CD-Verkäufe mal wieder erlahmen, angeblich steigen jedoch die Verkäufe von Konzerttickets ins Unermeßliche, was ich angesichts der teilweise perversen Preis kaum glauben kann. Und selbst wenn: Hat es nicht immer geheißen, Touren sei teuer und da bliebe kaum etwas übrig?
Dieses Modell mag bei Künstlern von einem gewissen Ruf funktionieren. Es mag im Moment funktionieren, da es neu ist und seitens der Netzgemeinde beklatscht wird. Ich behaupte, für kleine, noch unbekannte Bands würde es – Arctic Monkeys hin oder her – ohne den mediengestützten Werbe- und Vertriebsapparat eines Labels nicht funktionieren. Ich behaupte zudem, auf Dauer wird sich auch dieses Konzept »Basispack für lau, Deluxe Edition zum Kauf«, welches im Falle der NIN durchaus funktionieren mag, totlaufen.
Ich bin übrigens kein Fan der NIN, aber Ghosts I, speziell der erste und letzte Track, gefallen mir – und nicht nur, weil es für lau zu haben war.





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