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13 Feb 2008 Top 16 - Der tiefe Fall

Die Top 16 der offiziellen Weltrangliste im Snooker genießen auf der Main Tour einen besonderen Status – sie sind auf allen Ranglistenturnieren der Saison für die erste Hauptrunde gesetzt, in der sie auf einen Qualifikanten treffen. Eine Position in den Top 16 ist mehr als nur eine Prestigefrage, sie garantiert auch zumindest eine minimale Punktzahl bei jedem Ranglistenturnier.

Diese offizielle Rangliste basiert auf den Wertungen der letzten zwei Spielzeiten. Aktuelle Veränderungen in Wertung und Positionen kann man anhand des sogenannten Provisional Ranking, einer stetig aktualisierten Momentaufnahme der Rangliste verfolgen. Im Moment sieht man dort das große Abstürzen.

Mark Williams, Stephen Lee und Steve Davis (offiziell Platz 12, 13 und 15) sind im Provisional bereits aus den Top 16 gefallen, Ken Doherty – Nummer 4 der offiziellen Rangliste – liegt derzeit denkbar knapp auf Rang 16. Neu bzw. zurück in den Top 16 des Provisional sind Matthew Stevens, Marco Fu und Joe Perry. Williams steht im Provisional derzeit auf Rang 33, Lee auf 25 und die lebende Legende Steve Davis auf 27. Noch heikler ist die Lage der ehemaligen Weltklassespieler Jimmy White (Provisional: derzeit 60), James Wattana (Provisonal: derzeit 62) und Tony Drago (Provisional: derzeit 69).

Williams hat bereits angekündigt, sein Queue an den Nagel hängen zu wollen, sollte er in der neuen Weltrangliste außerhalb der Top 32 landen (was bedeuten würde, dass er bei den unbeliebten Qualifikationsturnieren in Prestatyn antreten müsste). Drago hat ebenso wie Wattana bereits jetzt den Platz auf der Main Tour verloren. Beide sind aus den Top 64 gefallen, können aber in dieser Saison keine Punkte mehr sammeln und müssten somit im kommenden Jahr auf eine Wildcard hoffen.

Zwei ehemalige Weltmeister sind weitere Kandidaten für einen Absturz zumindest aus den Top 16: Stephen Hendry und Graeme Dott. Beide spielen seit geraumer Zeit weit unter ihren Möglichkeiten, haben demzufolge in der laufenden Saison denkbar wenig Punkte holen können. Mit Jamie Cope und Mark Allen lauern junge, hungrige Spieler auf den Plätzen 18 und 19 des Provisional, aber auch »altgediente Recken« wie Ian McCulloch, Dominic Dale und Fergal O'Brien haben zumindest rechnerisch noch Chancen auf einen Platz an der Sonne.

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4 Comments

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  1. * strcat (13.02.08, 13:00):

    Das Tony Drago nicht mehr in den Top 64 sind, ist irgendwie verstaendlich. Das letzte Jahr hat er sich ja ausschliesslich auf den Mosconi-Cup konzentiert (den Europa auch gewonnen hat! hrhr). Das was mich persoenlich wirklich freut, ist das Steve Davis noch mit von der Partie ist. Wegen dem hab ich eigentlich angefangen Snooker zu gucken und Billard zu spielen. Die Bezeichnung “The one and only!” hat er nicht umsonst ;)

  2. * YellowLed (13.02.08, 13:08):

    Absolut, aber bei Steve Davis bin ich mir immer nicht so ganz einig: Will man nun, dass er – als »elder statesman« – so lange spielt, wie nur irgend möglich? (Und damit weiterhin so großartige Partien wie Davis – Parrott bei der letzten WM sehen.) Oder will man eher, dass er in Würde abtritt, so lange sein Ruf noch nicht demoliert ist?

    Andererseits: Ist sein Ruf überhaupt zu demolieren? Ich glaube nicht, insofern sollte er einfach weiter spielen. So lange er sich noch diebisch freut, wenn er einem der Spieler, die seine Söhne sein könnten, einen Frame abluchsen kann …

  3. * strcat (13.02.08, 13:39):

    “Steve Davis ist der Prototyp eines Gentlemans” —Rolf Kalb g
    Ich mag ihn einfach, weil er einen extremst trockenen Humor hat und es als einziger geschafft hat, sich der “neuen Spielweise” anzupassen. Ihn, Hendry und Ronnie seh ich mir am liebsten an; wenn die irgendwann nicht mehr spielen sollten, hat Snooker fuer mich den Reiz verloren glaub ich (vom Zusehen her mein ich jetzt).

  4. * YellowLed (13.02.08, 14:27):

    Ich sehe ihn auch gerne, aus genau demselben Grund: Er spielt nicht so alt, wie er ist. Ronnie ist für mich nach wie vor der unterhaltsamste Spieler, hauptsächlich aufgrund der Leichtfüßigkeit, die er ausstrahlt, wenn es bei ihm läuft, aber auch aufgrund der ständig präsenten Unberechenbarkeit. Hendry hingegen demonstriert für mich im Moment das, was ich keinem großen Spieler wünsche …

    Den Reiz am Zusehen entdecke ich gerade »neu« – ich achte mehr (sofern die Kamera entsprechende Bilder liefert) darauf, was die da konkret machen, versuche zumindest, den Frame »mitzulesen«.

    Darüber hinaus haben – für meinen Geschmack zumindest – viele der jungen Spieler durchaus auch ihren Reiz: Ding Junhui kann sehr faszinierend und atemberaubend nah an Perfektion spielen, Mark Selby ist eigentlich immer unterhaltsam, Shaun Murphy ist technisch eine Augenweide … im Grunde sind das die neuen Hendry, O’Sullivan und Lee.

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