< Herrin des Feuers | The good die young >

22 Jan 2008 Manchmal ist Musik wie Rotwein

Vor vielleicht anderthalb bis zwei Jahren fing unser Gitarrist an, mich mit den beiden Alben einer bis dahin bestenfalls als Geheimtipp bekannten Band zu nerven, die er wahnsinnig gut fand. Ich hörte mich rein, ich gab dem Ganzen einen zweiten und dritten Durchlauf, ich hab's wirklich versucht, aber es blieb beim Urteil: »Nett, aber nicht sonderlich originell. Ein paar Floorfiller, ansonsten viel Mittelmaß. Kann noch werden, aber im Moment verstehe ich den Hype nicht.«

Soeben haben sich vier Songs dieser Band in der MP3-Jukebox gedreht – echte Schmalzbohrer, darunter nur einer der besagten Floorfiller. Und wenn mich heute jemand bitten würde, eine Band zu nennen, die in den letzten 2-3 Jahren ihr erstes Album veröffentlich hat, musikalisch was kann und zudem originell und individuell ist, würde ich ohne Zögern genau den Namen dieser (und nur dieser, aber das ist in Zeiten von The Good Franz Stroke-Monkeys nicht so verwunderlich) Band, deren zwei Alben ich mittlerweile wirklich gerne höre, nennen.

Billy Talent.

Vermutlich erklärt das, warum ich die »50 wichtigsten Alben des Jahres 2007«, die ich neulich in einem Musikmagazin sah, nicht so wirklich wichtig fand …

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4 Comments

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  1. * André (22.01.08, 22:27):

    Billy Talent und “originell und individuell” in einem Satz zu verwenden macht nur Sinn wenn dazwischen etwas wie “sind nicht” steht. Ehrlich. 0815 Schraddel Emo, den’s im Dutzend billiger gibt

  2. * YellowLed (22.01.08, 22:41):

    Ich gehe es vielleicht ein wenig mehr von der Musikerseite an als Du. Es mag sein, dass die sich für nicht Instrumente spielende Ohren x-beliebig anhören – bei mir löst das vor allem ein “Was zur Hölle macht der da?” aus.

    Vielleicht liegt es aber auch schlicht daran, dass der restliche 08/15 Schraddel-Emo – Gott sei Dank! – im Gegensatz zu den diversen (in meinen Ohren) austauschbaren BritPop-Wichsern an meinen Lauschern vorbeigelaufen ist.

  3. * André (23.01.08, 16:39):

    Wenn du Billy Talent so toll findest, müsstest du auch voll auf My Chemical Romance abgehen…
    Und Britpop ist seit 1998 tot. Heute nennt man das Indie.

  4. * YellowLed (23.01.08, 22:29):

    Indie nannte man schon immer Indie, auch wenn es noch nie eine Musikrichtung war. Und Britpop hat eigentlich nie wirklich gelebt ;-)

    Und ohne jetzt das Gesamtopus von My Chemical Romance zu kenne, kann ich beruhigt feststellen, dass die mir komplett am Rektum vorbei gehen. So wirklich vergleichbar finde ich sie auch nicht – wenn überhaupt, würde ich am ehesten The Used mit Billy Talent vergleichen, und die mag ich ebenfalls.

    Aber die kennt wieder keiner, und wenn, dann aus den falschen Gründen. Es ist schon schlimm.

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