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17 Okt 2007 Snooker-Tipps III

Vor fast einem Jahr habe ich zum ersten Mal selbst an einem Snooker-Tisch gestanden. Abgesehen von termin- und urlaubsbedingten Pausen (wie im Moment) haben mein Spielpartner und ich dabei relativ regelmäßig einmal pro Woche etwa zwei Stunden am Tisch verbracht, und mittlerweile sieht das Monstrum gar nicht mehr so groß aus. Zwar stellt ein Break – also eine Reihe regelkonform gelochter Bälle – von 20 Punkten immer noch eine Herausforderung dar, die erst noch gemeistert werden will, aber immerhin bin ich selbst schon mehrfach nur hauchdünn daran gescheitert.

Die Lernkurve ist also steil beim Snooker, weshalb ich meinen bereits geposteten Snooker-Tipps einige weitere hinzufügen möchte:

  1. Vorsicht, Wirkung!
    Es ist verlockend, dem Spielball die sogenannte »Wirkung« mitzugeben und ihn damit wahlweise als Nach- oder Rückläufer (in sehr gewagten Fällen auch noch mit Seiteneffet) zu spielen. Es gibt Situationen, in denen es gar nicht anders geht, und irgendwann wird man auch an den Punkt kommen, an dem man Wirkung benötigt, um ein anständiges Positionsspiel aufzuziehen, den Spielball also so abzulegen, dass eine Fortsetzung des Breaks möglich wird.
    Man sollte allerdings – gerade am Anfang – bedenken, dass speziell Stöße mit extremer Wirkung stets besonders sauber ausgeführt werden müssen, ansonsten kommt es leicht zu unerwünschten Effekten (Stichwort: Abrutschen). Besonders wichtig für eine saubere Ausführung ist dabei das sogenannte »follow through«, also das »durch die Weiße gehen« des Queues.
  2. Stabile Brücke bauen!
    Die sogenannte »Brücke«, also die (bei Rechtshändern) linke Hand, die das Queue führt, ist eigentlich leicht zu bauen: Hand flach auf den Tisch, Finger gespreizt, Daumen angelegt, Handrücken ein Stück hochziehen, fertig. Das Dumme ist nur: Man ist nicht immer in einer Position, in der man die Hand komplett ablegen kann. Manchmal liegt der Spielball so nah an einer Bande, dass man gerade so eben die Fingerspitzen auf der Bande ablegen kann.
    Im Zweifelsfall sollte man in so einer Situation überlegen, ob nicht ein anderer Stoß möglich ist. Oft ist tatsächlich eine wackelige Brückenhand für einen mißlungenen Stoß verantwortlich. Ist kein anderer Stoß möglich, sollte man versuchen, die Brückenhand möglichst stark anzuspannen, um ihr so mehr Stabilität zu verleihen. Es empfiehl sich zudem, solche »haarigen« Brücken nur so kurz wie unbedingt nötig zu halten.
  3. Mythos grüne Kreide
    In einschlägigen Snooker-Foren kann man verschiedene Theorien und Vermutungen über die sogenannte »Snookerkreide« lesen – gemeint ist Tweeten Triangle Chalk green. Die einen vermuten, sie werde nur deshalb beim Snooker bevorzugt, weil grüne Kreidespuren auf dem grünen Tuch des Tisches weniger auffallen, die anderen schwören Stein und Bein, die Kreide sei aufgrund eines niedrigeren Gehaltes an Fett und/oder Wasser staubiger und daher leichter zu entfernen …
    Ich benutze mittlerweile auch Triangle green. Über die Zusammensetzung (ich habe mal gelesen, der Hersteller habe bestätigt, dass die Kreide sich in der Zusammensetzung nicht von der unterscheide) kann ich natürlich auch nur spekulieren, aber Fakt ist: Sie haftet weniger. Bälle und Tuch verschmutzen weniger stark und vor allem weniger nachhaltig. Man muss definitiv öfter nachkreiden, aber ich bilde mir ein, sie ließe sich auch leichter auftragen und nutze somit langsamer und gleichmäßiger ab, da man das Kreidestück nicht »in das Leder bohren«, sondern damit lediglich leicht über die Spitze streichen muss.

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  1. YellowLeds Weblog: Snooker-Tipps IVa (28.02.08, 13:08)

6 Kommentare

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  1. * strcat (17.10.07, 14:20):

    Auf den Pics in Deinem Flickr-Account sieht der Tisch ja noch relativ gut ueberzogen aus.
    In Regensburg (Tiffany) wo wir oefters spielen, ist das Tuch mehrere Jahre alt und die Queues sind Marke “Schraubspitzen”. Wer regelmaessig spielt sollte sich ernsthaft ueberlegen ob er sich nicht ein eigenes Queue anschafft.

  2. * YellowLed (18.10.07, 02:36):

    Naja – der Tisch steht in einer Spielhalle. Wirklich gepflegt wird er meines Wissens nicht, was man auch z.T. sieht. So ist z.B. der »Spider« arg ramponiert, an den Kugelfängern fehlen mitunter Schrauben usw.

    Der Tisch ist relativ neu und wird, dafür dass er in einem 17.000-Einwohner-Kaff steht, zwar recht regelmäßig bespielt, aber eben nicht überstrapaziert.

    Die Queues sind dort natürlich ebenfalls »Hausqueues«, also Brennholz mit Steckspitze, noch dazu in wirklich üblem Zustand – und ein halbwegs vernünftiges Queue kriegt man wirklich schon recht günstig (ca. 100,- Euro inklusive Koffer), zumal das dann eben nicht jeder Hansel spielt … meines hat sich bereits mehr als rentiert.

    (Die Anschaffung lohnt sich im Übrigen bei regelmäßigem Spiel auch für Pool-Spieler.)

  3. * strcat (18.10.07, 03:40):

    Am ekligsten sind immer noch die ganz langen Verlaengerungen; die sind so instabil und wackeln das man sie kaum nutzen kann.
    Ich hatte damals Glueck, weil ich einen Evans fuer 20 Euro bekommen hab (Original verpackt). Snooker spielen wir aber nur sehr unregelmaessig; meistens Carambol oder 9Ball.

  4. * YellowLed (18.10.07, 03:43):

    Autsch, das klingt vertraut. Die ganz langen Verlängerungen und die dazu passenden Hausqueues sehen »bei uns« immer ein wenig aus, als würden sie jeden Moment in der Mitte vor lauter Durchhängen auseinanderfallen …

  5. * strcat (18.10.07, 04:14):

    Reich mir die Hand Leidensgenosse \*g* Ich nehm die Dinger nie her; lieber nehm ich meinen Carambolqueue und mach einen Kopfstoss oder lass den Spielball ein paar Mal ueber den Tisch laufen \*g*

  6. * Prod1gy (16.08.10, 11:45):

    Sehr schöne tipps, danke dafür. =)

    Ich habe das Problem, dass dort wo ich spiele die Verlängerung, sowie die Queues einfach nur stöckchen mit ner Lederspitze sind. Die sehen nämlich aus als wären sie gerade frisch vom Baum abgesägt worden, wenn ihr versteht was ich meine. :)

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